Konrad Kuno Cay Freiherr von Wangenheim (* 20. August 1909 in Hannover; † 28. Januar 1953 bei Stalingrad) war ein deutscher Kavallerieoffizier aus der Familie von Wangenheim. Er gehörte als Reiter der deutschen Mannschaft im Vielseitigkeitsreiten bei den Olympischen Sommerspielen 1936 an, die die Goldmedaille gewann.
Leben Wangenheim war der Sohn des späteren Majors Lutz Freiherr von Wangenheim (1873–1919), der an Kriegsfolgen starb. Seine Mutter war die aus Mecklenburg stammende Sophie von Döring (1879–1941), Tochter der Ottlilie Gräfin Brockdorff-Ahlefeldt und des Gutsbesitzers Ernst-August von Döring-Badow. Nach dem Besuch der höheren Schule schlug Wangenheim die Offizierslaufbahn im Reiterregiment 3 ein. Nach dem Besuch der Kavallerie-Schule bis 1935 wechselte er in des Reiterregiment 8 nach Namslau. Er gehörte bald zu den besten Reitern in der Reichswehr. Sein jüngerer Bruder Ernst-August Freiherr von Wangenheim wurde ebenfalls Offizier.
Auf Grund seiner sportlichen Leistungen wurde Wangenheim 1936 für die deutsche Olympia-Mannschaft nominiert und begann ein zielgerichtetes Training unter Leitung erfahrener Reitlehrer. Beim Geländeritt während der Olympischen Spiele am 15. August 1936 stürzte er mit seinem Pferd Kurfürst am vierten Hindernis und brach sich das linke Schlüsselbein. Trotz der Verletzung stieg er wieder auf und beendete den Ritt. Verletzt, mit dem Arm in der Schlinge, startete er am folgenden Tag im Springreiten, das er trotz eines erneuten Sturzes von Reiter und Pferd in der Zeit beenden konnte, so dass er die Goldmedaille für die deutsche Mannschaft errang.Konrad Freiherr von Wangenheim: The Arm In The Sling Gold Medallist
Diese Begebenheit wurde in Leni Riefenstahls Film Olympia – Fest der Schönheit als kämpferisches Vorbild verarbeitet. 2014 entstand der Kurzfilm Konrad & Kurfürst von Esther Urlus, dessen Namen auf Wangenheim und sein Pferd anspielt.
1940 heiratete Wangenheim im schlesischen Brieg Ingeborg Neugebauer, Tochter eines Fabrikbesitzers. Sie hatten zwei Kinder. Der Sohn war der Modefotograf Christoph „Chris“ von Wangenheim (1942–1981). Ihre Tochter wurde 1942 in Brieg geboren. Beide Kinder waren wie die Mutter katholischen Glaubens.
1944 geriet Oberstleutnant von Wangenheim in sowjetische Kriegsgefangenschaft, wo er im Februar 1953 erhängt aufgefunden wurde. Es ist unklar, ob er ermordet wurde oder Selbstmord beging.Matthias Graf von Schmettow (Hrsg.): Gedenkbuch des deutschen Adels. (Hauptband), In: Aus dem Deutschen Adelsarchiv. Band 3, C. A. Starke Verlag, Limburg an der Lahn 1968. S. 362. Seine Witwe lebte in den 1950er Jahren in München.
Genealogie Hans Friedrich von Ehrenkrook, Carola von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler, Jürgen von Flotow, Walter von Hueck, u. a.: Genealogisches Handbuch der Freiherrlichen Häusen. A (Uradel). 1956. Band II, Band 13 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke Verlag, Glücksburg (Ostsee) 1956, S. 534–536.
Siehe auch Wangenheim (Adelsgeschlecht)
Weblinks
Einzelnachweise
Kategorie:Reiter (Deutschland) Kategorie:Vielseitigkeitsreiter Kategorie:Olympiasieger (Vielseitigkeitsreiten) Kategorie:Olympiateilnehmer (Deutschland) Kategorie:Teilnehmer der Olympischen Sommerspiele 1936 Kategorie:Oberstleutnant (Heer der Wehrmacht) Kategorie:Deutscher Kriegsgefangener der Sowjetunion Konrad Konrad Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1909 Kategorie:Gestorben 1953 Kategorie:Mann