Bei den VIII. Olympischen Winterspielen 1960 in Squaw Valley fand ein Wettbewerb im Skispringen statt. Dieser war gleichzeitig Teil der 23. Nordische Skiweltmeisterschaften. Somit wurden neben olympischen Medaillen auch Weltmeisterschaftsmedaillen vergeben. Austragungsort war der Papoose Peak Jump.
Bilanz
Medaillenspiegel PlatzLand20x20px|Gold20x20px|Silber20x20px|BronzeGesamt11––12–1–13––11Gesamt1113
Medaillengewinner DisziplinGoldSilberBronzeNormalschanze Helmut Recknagel (EUA) Niilo Halonen (FIN) Otto Leodolter (AUT)
Wettkampf
Die Vorschau im «Sport Zürich» vom 19. Februar 1960 wies vorerst darauf hin, dass die geographische Lage (zum einen der McKinney-Creek auf 2.000 m Seehöhe, zum anderen die südliche Lage ungefähr am gleichen Breitengrad wie Madrid) und dazu auch die hier von der Luftfeuchtigkeit stark abhängige Beschaffenheit des Schnees wichtige Faktoren sein werden.
Ein Dutzend Springer sei zu einer Medaille fähig. Im Vordergrund stünden die Finnen mit dem aktuellen Weltmeister Kärkinen, mit dem „jungen, außerordentlichen Talent“ Halonen; mindestens eine Medaille scheine sicher zu sein. Die Norweger hätten „Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt“, um in ihrer Domäne wieder mitzureden. Die DDR habe Harry Glaß zwar durch einen Unfall (Sturz bei der Vierschanzentournee 1959/60 auf der Bergiselschanze) verloren, aber in Recknagel einen Sieganwärter, auch die Westdeutschen seien mit einem Mann der „Extraklasse“, Bolkart, vertreten. Weitere Anwärter für vordere Plätze seien die beiden Schweden Lindqvist und Eriksson und auch einer aus Österreichs Spitzentrio. Der einzige Vertreter der Schweiz, Andreas Däscher, habe in dieser Saison noch nichts Überragendes geleistet und bisher immer verkrampft gewirkt. Wenn nicht alles trüge, würden die Spiele mit einer „sehr hochstehenden Sprungkonkurrenz“ abgeschlossen werden.Sport Zürich, 19. Februar 1960, S. 2 und 3.
Nachdem am Vormittag der Himmel bedeckt war, klärte er sich auf, sodass die Springer ideale Verhältnisse vorfanden. Weil Recknagel nach seinem ersten Sprung auf 93,5 m den K-Punkt weit übersprungen hatte, gab es für den zweiten Durchgang eine massive Verkürzung um zwei Luken, was sich als etwas zu viel herausstellen sollte. Die Bahn war inzwischen wesentlich langsamer geworden, doch änderte dies am Ausgang der Konkurrenz nichts. Recknagel war schon im Training der Beste gewesen. Von den übrigen Deutschen konnte sich Bolkart steigern, Kührt schlug sich gut, während Lesser enttäuschte. Die Finnen präsentierten sich erwartungsgemäß besser als im Training. Bei den Österreichern konnte sich Leodolter noch stark verbessern, allerdings hatte er sich schon in den Trainings für eine Medaille empfohlen. Seine Kameraden waren wesentlich schwächer. Die Sowjetspringer spielten mit drei in den ersten Zehn eine bedeutende Rolle, bei den Norwegern musste sich der weit springende Yggeseth zweimal leichte Abzüge für unruhige Flüge gefallen lassen. Eine Überraschung stellte der für die USA startende Samuelstuen dar, der sehr gut mithielt und vor allem in der ersten Serie sehr weit sprang.«Eindruck vom Spezialspringen». In: Sport Zürich, 2. März 1960, S. 2. Rang#AthletNationSprung 1Sprung 2GesamtWeitePunkteWeitePunktePunkte144Helmut Recknagel93,5 m113,684,5 m113,6227,2245Niilo Halonen92,5 m111,383,5 m111,3222,6341Otto Leodolter88,5 m107,683,5 m111,8219,4434Nikolai Kamenski90,5 m110,279,0 m106,7216,9538Torbjørn Yggeseth88,5 m106,682,5 m109,5216,1624Max Bolkart87,5 m104,381,0 m108,3212,6721Ansten Samuelstuen90,0 m107,879,0 m103,7211,5810Juhani Kärkinen87,5 m108,382,0 m103,1211,4920Koba Zakadse89,0 m107,079,5 m104,1211,11018Nikolai Schamow85,5 m103,280,5 m107,4210,61122Halvor Næs86,0 m103,181,5 m106,7209,81214Veit Kührt88,5 m106,179,5 m102,6208,71313Kåre Berg83,0 m100,781,5 m106,7207,41428Albin Plank87,5 m105,375,5 m101,4206,71523Sadao Kikuchi88,5 m104,177,0 m102,1206,2168Walter Steinegger87,5 m103,379,5 m102,6205,91730Eino Kirjonen85,5 m104,279,5 m101,6205,81837Rolf Strandberg86,5 m100,081,0 m104,8204,8191Bengt Eriksson83,5 m99,678,8 m102,4202,02043Andreas Däscher86,0 m101,177,0 m100,1201,2321Werner Lesser81,5 m98,078,5 m102,8200,82212Kōichi Satō82,0 m98,478,0 m101,9200,3237Ole Tom Nord81,0 m94,682,0 m105,6200,22427Dino De Zordo85,5 m99,777,0 m99,1198,82542Yōsuke Etō85,5 m102,272,5 m95,5197,72640Claude Jean-Prost84,5 m99,975,5 m96,9196,8279Leonid Fjodorow83,0 m97,273,0 m95,9193,1282Jon St. Andre81,5 m92,578,5 m99,8192,32925Inge Lindqvist79,5 m90,479,5 m99,7190,1304Takashi Matsui78,5 m92,675,0 m97,0189,63139Władysław Tajner78,5 m87,679,5 m100,6188,23216Butch Wedin79,0 m93,572,0 m93,6187,13332Jacques Charland76,5 m91,073,5 m95,3186,33429Gerry Gravelle78,5 m94,476,0 m91,0185,415Willi Egger79,5 m88,170,0 m97,3185,43636Nilo Zandanel84,0 m95,071,0 m89,8184,8376Enzo Perin75,0 m84,876,0 m96,8181,63831Robert Rey78,0 m87,772,0 m91,6179,33919Luigi Pennacchio70,5 m78,772,5 m92,5171,2405Veikko Kankkonen86,5 m72,075,0 m96,0168,04135Tamás Sudár73,5 m84,164,0 m81,7165,84246Gene Kotlarek84,0 m96,577,0 m68,6165,14333Skarphéðinn Guðmundsson64,0 m73,064,0 m82,7155,74411Alois Moser62,0 m71,464,0 m79,7151,14517Kjell Sjöberg78,5 m94,146,0 m33,8127,9
Weblinks
Offizieller Bericht der Olympischen Winterspiele 1960 (PDF; 18,4 MB)
Einzelnachweise
Kategorie:Skispringen bei den Olympischen Winterspielen Skispringen Kategorie:Männerskisprungwettbewerb Kategorie:Sportveranstaltung in Squaw Valley #1960 Kategorie:Skispringen (Vereinigte Staaten)