Sinomicrurus japonicus (jap. ) ist eine Schlangenart aus der Familie der Giftnattern, die auf den Amami-, Kerama- und Okinawa-Inseln im Süden Japans verbreitet ist. Sie wird als potentiell gefährdet eingestuft.
Merkmale und Lebensweise Giftnattern produzieren ein giftiges Sekret, welches über die Giftzähne in ein Beutetier oder in einem Kampf injiziert werden kann. Die Gesamtlänge der Art beträgt 30–60 cm. Die Körperfarbe ist orange mit fünf schwarzen vertikalen Streifen. Der Schwanz ist kurz und spitz.
Die Schlangenart lebt auf der Erdoberfläche immergrüner Laubwälder in den Bergen. Wenn sie von einem Feind angegriffen wird, droht sie, indem sie den Gegner mit der Schwanzspitze stößt. Die Ernährung besteht aus Kleintieren, hauptsächlich Reptilien wie beispielsweise Blindschleichen. Die Paarungszeit ist im April und die Weibchen legen im Juni 2 bis 4 Eier.
Verbreitungsgebiet und Gefährdungsstatus mini|Lage der Amami- und Okinawa-Inseln
Die Art ist in Japan endemisch, wo sie auf den Amami-, Kerama- und Okinawa-Inseln (u. a. Kume-jima) verbreitet ist.
Sie wird von der IUCN („Weltnaturschutzunion“) und der nationalen Roten Liste Japans als potentiell gefährdet eingestuft (Near Threatened). Der Populationstrend ist rückläufig, da zum einen durch Entwaldung der Lebensraum der Giftnatter insbesondere auf Kume-jima geschrumpft ist und zum anderen, da sie auf den Inseln eingeführten Prädatoren ausgesetzt ist. So wurde das Japan-Wiesel auf mehreren kleineren Inseln eingeführt um Wanderratten und die Große Japanische Waldmaus zu bekämpfen. Die diesbezüglich auch Sinomicrurus japonicus betreffenden Inseln sind die Kerama-Inseln Aka-jima, Geruma-jima und Zamami-jima. Auch der Goldstaubmungo wurde auf einigen Inseln eingeführt, darunter Amami-Ōshima. Nachdem dort nach langjährigen Bekämpfungsmaßnahmen seit dem letzten Tier im Jahr 2018 keine Goldstaubmungos mehr gefangen wurden, erklärte das Umweltministerium die 1979 eingeführte Art im September 2024 auf Amami-Ōshima für ausgerottet.
Systematik Die Familie der Giftnattern umfasst mehr als 380 Arten. Zur Gattung Sinomicrurus gehören acht Arten. Die Art wurde zuvor auch in die Gattungen Hemibungarus oder Calliophis eingeordnet.
Es werden zwei Unterarten unterschieden: Sinomicrurus japonicus boettgeri (Fritze 1894) Sinomicrurus japonicus japonicus (Günther 1868)
Die Unterart S. j. boettgeri (jap. ) ist auf der Insel Tokunoshima der Amami-Inseln, sowie auf Okinawa-jima, Gushikawa-jima, und Okinawa-jima der Okinawa-Inseln verbreitet. Sie ist nach dem deutschen Herpetologen Oskar Böttger benannt. Sinomicrurus japonicus boettgeri wird auf Japanisch auch spezifischer Okinawa Hai genannt. Hai bedeutet im Okinawa-Dialekt „Sonnenschein“. Die Unterart S. j. japonicus ist die Nominatform (). Sie ist auf den Amami-Inseln Amami Ōshima, Kakeroma-jima, Yoro-jima und Uke-jima verbreitet. Die japanische Bezeichnung Hyan bedeutet im Amami-Dialekt ebenfalls „Sonnenschein“. Eine weitere Unterart Sinomicrurus japonicus takarai (jap. ) wurde mit S. j. boettgeri zusammengefasst.
Siehe auch Schlangen in Japan
Weiterführende Literatur Hidetoshi Ōta. 2014a. Japanese coral snake. In: Ministry of the Environment (ed.), Red Data Book 2014. – Threatened Wildlife of Japan - Vol.3, Reptilia/Amphibia, GYOSEI Corporation, Tokyo. Hidetoshi Ota. 2014b. Okinawan coral snake. In: Ministry of the Environment (ed.), Red Data Book 2014. – Threatened Wildlife of Japan - Vol.3, Reptilia/Amphibia, GYOSEI Corporation, Tokyo. Hidetoshi Ota. 2014c. Takara’s coral snake. In: Ministry of the Environment (ed.), Red Data Book 2014. – Threatened Wildlife of Japan - Vol.3, Reptilia/Amphibia, GYOSEI Corporation, Tokyo. Hidetoshi Ota, Akiko Ito und Jun-Tsong Lin. 1999. Systematic review of the elapid snakes allied to Hemibungarus japonicus (Gunther, 1868) in the east Asian islands, with description of a new subspecies from the central Ryukyus. Journal of Herpetology 33(4): 675–687. Joseph Bruno Slowinski, Jeff Boundy und Robin Lawson. 2001. The phylogenetic relationships of Asian Coral Snakes (Elapidae: Calliophis and Matricora) based on morphological and molecular characters. Herpetologica 57: 233–245.
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Einzelnachweise
Kategorie:Elapidae Kategorie:Giftnattern Kategorie:Endemisches Reptil Japans Kategorie:Endemisches Tier der Ryūkyū-Inseln