Bei den IX. Olympischen Winterspielen 1964 in Innsbruck fand ein Wettbewerb in der Nordischen Kombination statt. Austragungsorte waren die Toni-Seelos-Olympiaschanze in Seefeld in Tirol sowie die Langlaufstrecken der Olympiaregion Seefeld.

Letztmals bei Olympischen Winterspielen starteten die Bundesrepublik Deutschland und die DDR als gesamtdeutsche Mannschaft.

Austragungsmodus In den Anfangsjahrzehnten wurde die Nordische Kombination in nur einer Variante ausgetragen. Hier in Innsbruck wurde wie bei den drei vorangegangenen Spielen zunächst das Skispringen und als zweite Disziplin der Langlauf ausgetragen. Der Sprunglauf bestand aus drei Versuchen, von denen die besten zwei Sprünge in die Wertung kamen. Der Langlauf wurde seit 1956 separat und nicht zusammen mit den Spezialisten, ausgetragen. Die Distanz betrug auch hier in Innsbruck 15 Kilometer.Innsbruck 1964, Nordic Combined Results, olympics.com (englisch). Abgerufen am 11. August 2023

Ausgangssituation Sport Zürich befasste sich in seiner Ausgabe vom 29. Januar 1964 mit einer Vorschau. In der Nordischen Kombination war danach ein offener Kampf zu erwarten, der Olympiasieger von 1960 Georg Thoma hatte in diesem Winter unerwartet große Unsicherheiten an der Schanze gezeigt. Die Chancen des Schweizer Meisters Alois Kälin wurden noch nie so gut wie diesmal eingeschätzt. Der amtierende Weltmeister Arne Larsen hatte sich im Springen stark verbessert. Es wurde auch geschrieben, dass eine Sensation durch Bjørn Wirkola möglich sei.

Bilanz Medaillenspiegel PlatzLand20x20px|Gold20x20px|Silber20x20px|BronzeGesamt1 1––12 –1–13 ––11Gesamt1113

Medaillengewinner DisziplinGoldSilberBronzeEinzel Tormod Knutsen (NOR) Nikolai Kisseljow (URS) Georg Thoma (EUA)

Resultat Skispringen: 2. Februar, 14:05 Uhr Langlauf: 3. Februar, 13:05 Uhr mini|hochkant=0.9| Rang Athlet Nation Skispringen SkilanglaufGesamt Sprung 1 Sprung 2 Sprung 3 Gesamt Punkte Punkte Punkte Punkte Rang Zeit [min] Punkte Rang Punkte 1 Tormod Knutsen 120,8 118,1 110,2 238,9 2 50:58,6 230,38 4 469,28 2 Nikolai Kisseljow 113,9 94,1 119,1 233,0 3 51:49,1 220,04 8 453,04 3 Georg Thoma 122,0 119,1 112,7 241,1 1 52:31,2 211,78 10 452,88 4 Nikolai Gussakow 100,3 103,4 120,0 223,4 7 51:19,8 225,96 5 449,36 5 Arne Larsen 96,5 101,8 81,2 198,3 17 50:49,6 232,33 3 430,63 6 Arne Barhaugen 95,7 91,6 95,6 191,3 20 50:40,4 234,33 2 425,63 7 Wjatscheslaw Drjagin 95,9 101,8 114,4 216,2 10 52:58,3 206,55 12 422,75 8 Ezio Damolin 99,5 90,9 98,6 198,1 18 51:42,3 221,44 7 419,54 9 Reiner Dietel 114,5 109,3 108,3 223,8 6 54:07,3 193,34 15 417,14 10 Willi Köstinger 113,8 101,0 111,7 225,5 5 54:35,5 188,18 18 413,68 11 Bjørn Wirkola 101,9 101,0 115,3 217,2 9 53:51,9 196,34 14 413,54 12 Alois Kälin 61,7 81,6 78,3 159,9 28 49:12,8 253,33 1 413,23 13 Štefan Olekšák 94,8 91,0 88,6 185,8 24 51:29,5 223,98 6 409,78 14 Erwin Fiedor 105,4 113,7 97,1 219,1 8 54:41,3 187,06 19 406,16 15 John Bower 90,9 90,8 100,2 191,1 21 52:26,4 212,66 9 403,76 16 Roland Weißpflog 101,3 117,1 115,3 232,4 4 56:18,2 169,30 23 401,70 17 Horst Möhwald 97,0 89,4 92,2 189,2 23 52:56,2 206,98 11 396,18 18 Enzo Perin 81,6 102,6 97,8 200,4 15 54:17,7 191,42 17 391,82 19 Waldemar Heigenhauser 105,4 105,0 83,7 210,4 11 56:24,1 168,32 25 378,72 20 Takashi Fujisawa 99,8 108,3 96,4 208,1 12 56:31,0 167,12 26 375,22 21 Josef Kutheil 105,4 92,5 102,6 208,0 13 56:58,3 162,36 28 370,36 22 Erkki Luiro 103,5 101,8 103,5 207,0 14 56:57,3 162,50 27 369,50 23 Raimo Majuri 91,5 99,4 93,3 192,7 19 55:44,5 175,52 21 368,22 24 Miloslav Švaříček 91,3 96,2 103,6 199,8 16 57:16,7 159,08 30 358,88 25 Esa Klinga 94,4 77,3 78,7 173,1 26 55:22,4 179,49 20 352,59 26 Raimo Partanen 83,9 72,7 54,0 156,6 29 54:15,9 191,78 16 348,38 27 Jim Shea 72,1 69,2 58,4 141,3 31 53:04,2 205,46 13 346,76 28 Leopold Kohl 82,2 74,9 99,4 181,6 25 57:09,8 160,26 29 341,86 29 Franz Scherübl 75,2 76,6 93,0 169,6 27 56:19,9 169,00 24 338,60 30 Eiichi Tanaka 89,7 90,0 100,2 190,2 22 58:23,9 147,30 31337,50 31 Akemi Taniguchi 39,7 81,8 38,0 121,5 32 56:14,1 170,01 22 291,51 Jim Page 80,1 71,4 72,2 152,3 30

Beim Springen behinderte heftiger Ostwind die Konkurrenten. Die Schanze lag im Schatten, daher war die Anlaufspur hart. Hingegen stand der Aufsprung bereits unter Sonneneinwirkung und war weich. Georg Thoma setzte sich gleich nach dem ersten Durchgang in Führung, er und Tormod Knutsen sprangen am gleichmäßigsten und nahmen nach dem Springen die Ränge eins (Thoma) und zwei ein. Starke Windböen sorgten immer wieder für Unterbrechungen. Wurde ein Springer von einem Windstoß erfasst, war unweigerlich mit einer «Notlandung» zu rechnen. Es gab auch verhältnismäßig viele Stürze, die aber allgemein glimpflich verliefen. Eine Überraschung lieferte der nachdem Springen viertplatzierte Deutsche Roland Weißpflog. Auch der Österreicher Willi Köstinger hielt sich mit seinem fünften Zwischenrang gut, während sein Landsmann Waldemar Heigenhauser nicht seinen besten Tag hatte und nach dem dritten Durchgang noch von Rang sieben auf Platz elf zurückfiel.

Im Laufen hätte Thoma nur rund elf Sekunden auf Knutsen und etwa vierzig Sekunden auf den sowjetischen Athleten Nikolai Kisseljow einbüßen dürfen, um seine Goldmedaille von Squaw Valley wiederholen zu können. Doch der Schwarzwälder hatte wie auch viele andere Kombinierer zu glatt gewachst, kam mehrmals aus der Spur und stürzte dreimal. Dennoch konnte er mit Bronze auch hier wieder eine Medaille gewinnen. Kälin hatte als schnellster Läufer mit Platz 28 beim Springen alle Chancen bereits verspielt. So wurde Tormod Knutsen mit der viertschnellsten Laufzeit Olympiasieger vor Nikolai Kisseljow als Dritter im Springen sowie Achter im Langlauf.«Thoma springt zuletzt». In: Kurier Wien, 1. Februar 1964, S. 8.«Olympiasieger Thoma entthront». In: Kurier Wien, 3. Februar 1964, S. 10.«Knutsen nahm diesmal an Thoma Revanche». In: Kleine Zeitung Graz, 4. Februar 1964, S. 16.

Weblinks

Offizieller Bericht der IX. Olympischen Winterspiele Innsbruck 1964, S. 95 – S. 101 / S. 106f / S. 111 – S. 114 / S. 121 – S. 123, library.la84.org (PDF; 21,1 MB). Abgerufen am 11. August 2023 Olympic Winter Games 1964, Nordic Combined, olympedia.org (englisch). Abgerufen am 11. August 2023 Innsbruck 1964, Nordic Combined Results, olympics.com (englisch). Abgerufen am 11. August 2023 . Abgerufen am 11. August 2023

Einzelnachweise

Kategorie:Nordische Kombination bei den Olympischen Winterspielen Nordische Kombination Kategorie:Sportveranstaltung in Seefeld in Tirol