Noble E. Cunningham, Jr. (* 1926 in Evans Landing; † 30. März 2007 in Columbia) war ein US-amerikanischer Historiker, der sich mit den Anfängen der Vereinigten Staaten beschäftigte. Er gilt als ein Experte für Thomas Jefferson.
Leben Cunningham diente von 1944 bis 1946 in der United States Army. Seinen Bachelor erhielt er 1948 an der University of Louisville, dem ein Jahr später der Master folgte. 1952 promovierte er an der University of North Carolina. Er lehrte am Wake Forest College und an der University of Richmond, bevor er ab 1964 an die University of Missouri in Columbia wechselte. Er war bei der University of Missouri Byler Distinguished Professor, Frederick A. Middlebush Professor und Curators’ Professor of History.
Werk Cunninghams jeweils 1957 und 1963 veröffentlichten The Jeffersonian Republicans: The Formation of Party Organization, 1789–1801 und The Jeffersonian Republicans in Power: Party Operations, 1801–1809 beschreiben die Entstehung und Organisation der Demokratisch-Republikanischen Partei, welche zusammen mit der Föderalistischen Partei das First Party System bildete. Cunningham setzt die Entstehung der Parteien im Jahre 1792, was er mit mehreren Repräsentanten begründet, die mehrmals zusammen mit James Madison stimmten. Madison war auch statt Thomas Jefferson der Organisator der Demokratisch-Republikanischen Partei. Aus Cunninghams Recherche resultierte The Making of the American Party System 1789–1809, einer Werksammlung von damaligen Werken. Stephen G. Kurtz, der The Jeffersonian Republicans: The Formation of Party Organization, 1789–1801 rezensiert, stimmt Cunninghams Datierung der ersten Parteien nicht zu. Auch kritisiert er mehrere Lücken im Buch, so sei die Präsidentschaftswahl von 1796 nicht genügend behandelt worden. Hingegen sei Cunninghams Beschreibung der Präsidentschaftswahl von 1800, insbesondere in South Carolina, einer der besten.Stephen G. Kurtz: [Rezension zu: The Jeffersonian Republicans: The Formation of Party Organization, 1789–1801 by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The William and Mary Quarterly, Band 15 (1958), S. 390–392 W. H. Masterson sieht das Buch positiv, da die meisten Kritiken nur verschiedene Ereignisse anders gewichten.W. H. Masterson: [Rezension zu: The Jeffersonian Republicans. The Formation of Party Organization, 1789–1801 by Noble E. Cunningham Jr.] In: The Pennsylvania Magazine of History and Biography, Band 82 (1958), S. 486f. D. H. Gilpatrick bezeichnet das Buch als wertvoll.D. H. Gilpatrick: [Rezension zu: The Jeffersonian Republicans: The Formation of Party Organization, 1789–1801 by Noble E. Cunningham Jr.] In: The North Carolina Historical Review, Band 35 (1958), S. 492–494 William Nisbet Chambers, der The Jeffersonian Republicans in Power: Party Operations, 1801–1809 rezensiert, sieht dieses Buch wegen dessen guter Darstellung und vielen neuen Materialien als wichtige Lektüre für Interessierte am Thema.William Nisbet Chambers: [Rezension zu: The Jeffersonian Republicans in Power: Party Operations, 1801–1809 by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The William and Mary Quarterly, Band 21 (1964), S. 463–465 Forrest McDonald beachtet das Buch hingegen kritisch, es sei zu neun Zehnteln eine klischeehafte Geschichte.Forrest McDonald: [Rezension zu: The Jeffersonian Republicans in Power: Party Operations, 1801–1809 by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The American Historical Review, Band 70 (1965), S. 810f.Lawrence F. Brewster: [Rezension zu: The Making of the American Party System, 1789–1809 by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The North Carolina Historical Review, Band 42 (1965), S. 471f.
Das 1978 veröffentlichte The Process of Government under Jefferson beschreibt die Organisation der Exekutive und Legislative während der Präsidentschaft von Thomas Jefferson. Cunningham sieht die Administration als besser betrieben als die Administration Washingtons. Auch bewertet er Jefferson als einen fähigen Administrator, der sich selbst sowohl als Oberhaupt einer Nation als auch als Oberhaupt Partei verstand. Positionen in Jeffersons Kabinett, welches sonst häufig auf den Außenminister Madison und den Finanzminister Albert Gallatin reduziert wird, stellt Cunningham als bedeutende Posten dar, welche von kompetenten Politikern bemannt wurden. Mehrere Rezensionen zogen einen Vergleich mit Leonard D. Whites The Jeffersonians: A Study in Administrative History, welches das gleiche Thema behandelt, jedoch auch andere demokratisch-republikanische Administrationen. Daniel P. Jordan bewertet das Buch als „hervorragend“, allerdings gäbe es wegen des Verfahrens, das Cunningham nutzte, mehrere Lücken.Daniel P. Jordan: [Rezension zu: The Process of Government under Jefferson by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The Virginia Magazine of History and Biography, Band 87 (1979), S. 114–116 Christopher McKee bezeichnet das Buch als das beste Buch über Jeffersons Präsidentschaft in einiger Zeit, doch auch er kritisiert einige Lücken.Christopher McKee: [Rezension zu: The Process of Government under Jefferson by Noble Cunningham, Jr.] In: The William and Mary Quarterly, Band 36 (1979), S. 300–302 Ralph L. Ketcham sieht das Buch als von großem Wert für die Forschung über Jefferson.Ralph L. Ketcham: [Rezension zu: The Process of Government under Jefferson by Noble E. Cunningham Jr.] In: The Pennsylvania Magazine of History and Biography, Band 103 (1979), S. 267–269 Robert F. Jones bezeichnet das Buch als eine Studie erster Klasse.Robert F. Jones: [Rezension zu: The Process of Government under Jefferson by Noble E. Cunningham Jr.] In: Presidential Studies Quarterly, Band 9 (1979), S. 85f.
In The Image of Thomas Jefferson in the Public Eye behandelt mehr als 60 Abbildungen von Thomas Jefferson. Carl E. Prince empfiehlt das Buch für alle mit einem Interesse an Jefferson.Carl E. Prince: [Rezension zu: The Image of Thomas Jefferson in the Public Eye: Portraits for the People, 1800–1809 by Noble E. Cunningham, Jr.] In: Journal of the Early Republic, Band 2 (1982), S. 202f. Daniel P. Jordan lobt das Buch.Daniel P. Jordan: [Rezension zu: The Image of Thomas Jefferson in the Public Eye: Portraits for the People, 1800–1809 by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The North Carolina Historical Review, Band 58 (1981), S. 400f. Merrill D. Peterson bezeichnet das Buch als beeindruckend.Merrill D. Peterson: [Rezension zu: The Image of Thomas Jefferson in the Public Eye by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The Virginia Magazine of History and Biography, Band 90 (1982), S. 393f.
Eine Biografie von Thomas Jefferson ist das 1987 veröffentlichte In Pursuit of Reason: The Life of Thomas Jefferson, welches Teil der Southern Biography Series ist. Obwohl das Buch hauptsächlich eine politische Biografie, die sich nicht näher mit Jeffersons Persönlichkeit oder Denken befasst, ist, bildet Cunningham einen Hintergrund mit Jefferson als einen Anführer, der von Vernunft geprägt wird. Robert F. Jones sieht es als ein Erfolg, das trotz seines Fokus empfehlenswert für Interessierte an Jefferson.Robert F. Jones: [Rezenison zu: In Pursuit of Reason: The Life of Thomas Jefferson by Noble E. Cunningham Jr.] In: The Pennsylvania Magazine of History and Biography, Band 113 (1989), S. 114f. Robert J. Gough lobt das Buch.Robert J. Gough: [Rezension zu: Proud Patriot: Philip Schuyler and the War of Independence, 1773–1783. By Don R. Gerlach.] In: Journal of American History, Band 74 (1988), S. 1328f.Lawrence Delbert Cress: [Rezension zu: In Pursuit of Reason: The Life of Thomas Jefferson by Noble E. Cunningham, Jr.; Jefferson and Nature: An Interpretation by Charles A. Miller] In: Journal of the Early Republic, Band 9 (1989), S. 241–243 Paul Goodman sieht das Buch als einer der besten Kurzbiografien von Jefferson.Paul Goodman: [Rezension zu: In Pursuit of Reason: The Life of Thomas Jefferson by Noble E. Cunningham] In: The American Historical Review, Band 94 (1989), S. 213f. Christof Mauch bewertet das Buch als verlässlich.Christof Mauch: Kommentierte Bibliographie. In: Christof Mauch (Hrsg.): Die amerikanischen Präsidenten: 44 historische Portraits von George Washington bis Barack Obama. 5., fortgeführte und aktualisierte Auflage. 2009, S. 463
Cunninghams 1988 veröffentlichtes The United States in 1800: Henry Adams Revisited ist eine Behandlung von History of the United States of America During the Administration of Thomas Jefferson and James Madison (1889–1891) vom bedeutenden Historiker Henry Adams. Genauer beschäftigt er sich mit Adams Eröffnung, mehreren Kapiteln über die Vereinigten Staaten im Jahre 1800, welches Adams als eine fast noch mittelalterliche Zeit sieht. Cunningham lehnt diese pessimistische Interpretation ab; Sie würde mehrere Quellen ignorieren, die die Vereinigten Staaten progressiver darstellen. Das Buch ist eine Sammlung von Essays, die auf Vorlesungen an der University of Richmond basieren. George Green Shackelford bezeichnet das Buch als elegant.George Green Shackelford: [Rezension zu: The United States in 1800: Henry Adams Revisited by Noble E. Cunningham, Jr.] In: Journal of the Early Republic, Band 9 (1989), S. 254f. Paul C. Nagel sieht es als einen bedeutenden Kommentar zu den Werken Adams.Paul C. Nagel: [Rezension zu: The United States in 1800: Henry Adams Revisited. Douglas Southall Freeman Lectures. by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The Journal of Southern History, Band 56 (1990), S. 351f.
In dem 1991 veröffentlichtem Popular Images of the Presidency: From Washington to Lincoln sammelt Cunningham mehr als 360 Abbildungen von Präsidenten der Vereinigten Staaten, die er als eine Repräsentierung des Platzes der Präsidenten im öffentlichen Bild sieht. Die Abbildungen werden von Cunningham in mehreren Essays kommentiert. Jerry W. Cotten bewertet das Buch positiv; es würde einen Verlangen nach einer Analyse von Darstellungen der Präsidenten füllen.Jerry W. Cotten: [Rezension zu: Popular Images of the Presidency: From Washington to Lincoln by Noble E. Cunningham, Jr.] In: The North Carolina Historical Review, Band 69 (1992), S. 463f. Robert P. Hay bezeichnet das Buch als absolut faszinierend.Robert P. Hay: [Rezension zu: Popular Images of the Presidency: From Washington to Lincoln by Noble E. Cunningham Jr.] In: The Register of the Kentucky Historical Society, Band 91 (1993), S. 93f. David Tatham empfiehlt das Buch für Kunsthistoriker, die das Buch als Bildquelle nutzen könnten, doch würde es auch für Historiker, die von den Kommentaren profitieren könnten, hilfreich sein.David Tatham: [Rezension zu: Popular Images of the Presidency: From Washington to Lincoln by Noble E. Cunningham Jr.] In: The Pennsylvania Magazine of History and Biography, Band 112 (1993), S. 348–350