mini|Außenansicht (2013)Die Große Synagoge in Łęczna, einer Stadt in der polnischen Woiwodschaft Lublin, wurde Mitte des 17. Jahrhunderts gebaut. Sie beherbergt heute das Regionalmuseum.

Geschichte Die jüdische Bevölkerung erhielt 1648 die Erlaubnis zum Bau einer steinernen Synagoge. Die Große Synagoge von Łęczna wurde nach einer Genehmigung durch den Krakauer Bischof Pior Gembicki und die damalige Grundherrin Katarzyna Noskowska née errichtet. Die Baugenehmigung wurde 1648 erteilt, die Fertigstellung wird gewöhnlich auf die frühen 1650er Jahre datiert, teilweise auf 1655. Ein großer Stadtbrand wenige Jahre später, im Jahr 1670, zerstörte sie vermutlich auch; ein weiteres großes Feuer 1846 zerstörte sie abermals. Nach dem Wiederaufbau war sie dann bis 1939 als Synagoge in Gebrauch.

Die deutsche Besatzungsmacht nutzte sie danach bis 1944 als Lager und ließ sie 1944 verwüstet zurück.

Ab 1953 wurde der Bau stabilisiert und die Synagoge 1957–1964 wieder aufgebaut, dabei wurden Teile original rekonstruiert und auch Bima und Toraschrein wieder hergestellt. Im Westen wurde der vorherige Anbau abgerissen und ein neuer, zweistöckiger errichtet. Seit 1996 befindet sich das Regionalmuseum in dem Gebäude; 2013 kam es unter die Schirmherrschaft der Union der jüdischen Gemeinschaften.

Lage und Grundriss mini|Grundriss der Synagoge in Łęczna Die Synagoge steht im Norden der Altstadt am Rand eines steil abfallenden Abhangs. Ursprünglich bestand sie zunächst nur aus der Haupthalle, dem Gebetsraum der Männer, westlich davon befand sich vermutlich ein Vorraum (vestibül), von dem keine baulichen Spuren erhalten sind. Sie hat dicke Mauern mit Stützstreben (hauptsächlich an der Seite zum Abhang hin). Die Maße sind 15,80 × 9,40 m bei einer maximalen Höhe von 8,80 m. Bis zum Krieg hatte sie eine flache Holzdecke.

Architektur Die Belichtung erfolgte an den Längsseiten mit je drei hohen Rundbogenfenstern und an der Ostwand, hinter der sich der Toraschrein befindet, durch zwei weitere mit einem Okulus hoch oben zwischen ihnen. Die ursprüngliche Befensterung im Westen ist unbekannt. mini|Ostansicht der Synagoge in Łęczna Die Mauern bestehen überwiegend aus lokalem Stein mit Ziegelergänzungen. Aufgrund der Hanglage wurden die Außenmauern durch massive Strebepfeiler verstärkt. Die Synagoge war ursprünglich von einer flachen Holzdecke überspannt. Die heutige Kassettendecke aus Stahlbeton ersetzt die alte Holzkonstruktion. Darauf ist ein Walmdach gesetzt.

Wann der ursprüngliche Anbau im Westen mit Vestibül und Frauenräumen darüber (der in den 1950er Jahren durch einen Neubau ersetzt wurde) gebaut wurde, ist ebenfalls nicht bekannt; er könnte durchaus schon beim Wiederaufbau 1670 errichtet worden sein. Der Frauenbereich hatte eine Reihe von Fensteröffnungen zur Haupthalle hin.

Bima mini|Stützbima Die mehrgeschossige Bima-Turmstruktur in der Mitte der Halle mit einem Grundriss von etwa 4 × 4 Metern stand zwischen vier massiven Säulen, die nach oben in ein baldachinähnliches Dach übergingen, und stützte die Decke ab. Die Konstruktion weist reiches Stuckdekor mit Zahn- und Perlstabmotiven auf. Dieser Typ verbreitete sich ab der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts in Polen und ist als Stützbima bekannt. Die heutige Bima wurde bei den Restaurierungen des 20. Jahrhunderts rekonstruiert.

Toraschrein (Aron ha-Kodesch) Der Toraschrein mit Stuckdekorationen im Stil der Spätrenaissance befindet sich in einer tiefen Nische innerhalb der breiten östlichen Strebepfeilerwand und ist von zwei schlanken Säulen eingerahmt. Der Aufbau besitzt Voluten und einen kleinen aedikulaartigen Abschluss und gehört zu den bedeutendsten barocken Ausstattungselementen der Synagoge. Er reicht bis zum hoch angebrachten Okulus.Maria and Kazimierz Piechotka: Heaven’s Gates. Masonry synagogues in the territories of the former Polish – Lithuania Commonwealth. Seite 244–248. Polish Institute of World Art Studies & POLIN Museum of the History of Polish Jews, Warschau 2017, ISBN 978-83-942344-3-0. Alle Informationen. Heutige Nutzung Von 1996 bis 2013 beherbergte die Synagoge das Regionalmuseum. Seit 2013 steht sie unter der Verwaltung der Union der Jüdischen Religionsgemeinden in Polen. Eigentümerin ist heute die Stiftung zum Schutz des Jüdischen Erbes in Polen.

Siehe auch Liste von Synagogen in Polen

Weblinks

Quellenangaben

Kategorie:Synagoge in der Woiwodschaft Lublin Kategorie:Kulturdenkmal in der Woiwodschaft Lublin Leczna Kategorie:Synagogenbau mit Stützbima Kategorie:Profanierte Synagoge Kategorie:Gmina Łęczna Kategorie:Heimatmuseum in Polen Kategorie:Erbaut 1655 Kategorie:Synagogenbau in Europa Kategorie:Jüdisches Museum in Polen Kategorie:Bildung und Forschung in der Woiwodschaft Lublin Kategorie:Museumsgründung 1996