350px|Sarah Vaughan – William P. Gottlieb – No. 1 Der US-amerikanische Fotograf, Musikjournalist und Schriftsteller William P. Gottlieb macht in den 1940er Jahren außergewöhnliche Porträtaufnahmen zahlreicher (Jazz-)Musiker, so 1946 von Sarah Vaughan und vielen anderen. Dieser Artikel behandelt das Musikjahr 1946. mini|Nat King Cole (1946) mini|Doris Day (1946) mini|Eddie South (1946) mini|Johnny Hodges und Al Sears (1946) mini|Lester Young (1946) mini|Dizzy Gillespie, Tadd Dameron, Hank Jones und Mary Lou Williams (1946) mini|Tommy Potter, Charlie Parker und (verdeckt) Max Roach (1946) mini|Billie Holiday (1946) mini|Mary Lou Williams (1946) mini|Ella Fitzgerald (1946) mini|Louis Jordan (1946) mini|Jo Stafford (1946) mini|Mildred Bailey (1946) mini|Django Reinhardt (1946) mini|Django Reinhardt und Duke Ellington (1946) mini|Dardanelle (1946) mini|Henry Allen (1946) mini|Josh White (1946) mini|Lilyann Carol (1946) mini|Sam Donahue (1946) mini|Baby Dodds (1946) mini|Bertha Hill (1946) mini|Eddie Condon (1946) mini|George Brunies und Tony Parenti (1946) mini|Herman Chittison (1946) mini|Leadbelly (1946) mini|Mezz Mezzrow (1946) mini|Muggsy Spanier (1946) mini|Stuff Smith (1946) mini|Tony Parenti (1946) mini|Frank Sinatra (1946) mini|Choo Choo Ch’Boogie – Louis Jordan mini|Favorite Hawaiian Songs, Vol. Two – Bing Crosby mini|Don’t Fence Me In – Bing Crosby mini|Blue Skies – Bing Crosby mini|Favorite Hawaiian Songs, Vol. One – Bing Crosby mini|What We So Proudly Hail – Bing Crosby mini|I Got Rhythm – Coleman Hawkins / Lester Young / Charlie Parker mini|I’m a little piece of leather – Stella Brooks mini|Musical Annie Get Your Gun
Ereignisse Amerika Vereinigte Staaten von Amerika 6. Januar: Das Musical Show Boat von Jerome Kern und Oscar Hammerstein II wird in einer überarbeiteten und optimierten Version am Ziegfeld Theatre wieder aufgenommen, dem gleichen Theater, in dem die ursprüngliche Produktion 1927 gespielt wurde. Die Produktion enthält neu gestaltete Sets und Kostüme, eine erweiterte Choreografie und mit Nobody Else But Me ein neues Lied von Kern und Hammerstein. 24. Januar: Die Sinfonie in drei Sätzen von Igor Strawinsky wird – gespielt von den New Yorker Philharmonikern unter Leitung des Komponisten – in New York City uraufgeführt. Im gleichen Jahr erscheint als Nachproduktion der Uraufführung eine erste Schallplatteneinspielung bei Columbia/CBS. 8. Februar: Die Uraufführung des 3. Klavierkonzerts von Béla Bartók findet in Philadelphia unter Leitung von Eugene Ormandy statt; Solist ist der Bartók-Schüler György Sándor. Februar: Hanns Eisler erhält eine ordentliche Professur an der University of Southern California (USC) im Fach Kontrapunkt und Komposition. 5. April: Etwa 40 Jahre nach ihrer Entstehung wird die 3. Sinfonie von Charles Ives in New York uraufgeführt (und der Komponist im Folgejahr dafür mit dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet). 8. Mai: Uraufführung der Oper The Medium von Gian Carlo Menotti am Brander Matthews Theater der Columbia University in New York City. 16. Mai: Die Uraufführung des Musicals Annie Get Your Gun von Irving Berlin über das Leben der Kunstschützin Annie Oakley findet am New Yorker Imperial Theatre statt. Die bekannteste Nummer daraus ist das Lied There’s No Business Like Show Business. 6. August: Leonard Bernstein dirigiert die erste Aufführung der Oper Peter Grimes von Benjamin Britten in den Vereinigten Staaten im Berkshire Music Center in Tanglewood. August: Die Sängerin Doris Day verlässt die Band von Les Brown und startet ihre Solokarriere. 10. Oktober: Das Biopic The Jolson Story über die Lebensgeschichte von Al Jolson kommt in die Kinos. Der Schauspieler Larry Parks spielt Jolson, die Songs werden jedoch von Al Jolson persönlich gesungen. The Jolson Story wird der mit Abstand kommerziell erfolgreichste Film des Jahres in den USA und zieht mit dem Film Jolson Sings Again (1950) noch eine Fortsetzung nach sich. Jolson erlebt ein einzigartiges Comeback. 18. Oktober: Die im September 1946 in Massachusetts nahe Tanglewood vollendete 3. Sinfonie (Copland) von Aaron Copland wird mit dem Boston Symphony Orchestra in der Boston Symphony Hall unter Leitung von Sergei Kussewizki uraufgeführt. 26. Dezember: Frank Sinatra ist Entertainer auf der Havanna-Konferenz der Mafia und mit ihr assoziierter Gangster, zu der Lucky Luciano und Meyer Lansky eingeladen hatten. Louis Armstrong gewinnt den Esquire Jazz Award. Chet Atkins tritt zum ersten Mal in der Hörfunksendung Grand Ole Opry auf. Tex Beneke wird 1946 von der Witwe von Glenn Miller gebeten, die Leitung der nach wie vor sehr gefragten Band ihres verstorbenen Mannes zu übernehmen (mit 19 Musikern und bis 1948 auch einer zusätzlichen Streicher-Sektion). Bing Crosby spielt in Die Glocken von St. Marien, Blue Skies und Der Weg nach Utopia die Hauptrolle. Es sind drei der fünf kommerziell erfolgreichsten Filme des Jahres. Für Die Glocken von St. Marien erhält er 1946 sogar eine Oscar-Nominierung als bester Hauptdarsteller. Leo Fender gründet die Firma Fender Electrical Instrument Co. Charles Ives wird in die American Academy of Arts and Letters gewählt. B. B. King startet seine Karriere als Musiker in Memphis, Tennessee. Bill Haley startet seine Musikerkarriere als Mitglied der Band The Down Homers. Django Reinhardt tritt 1946 auf einer Tournee in den Vereinigten Staaten mit dem Duke Ellington Orchestra auf. Charlie Parker komponiert mit dem Trompeter Benny Harris den späteren Jazzstandard Ornithology. Gemeinsam mit Dizzy Gillespie und Joe Bishop entsteht das Jazzstück Anthropology. John Serry Sr. tritt als Akkordeonsolist in Gordon MacRae Radiohit Star of Stars auf. Igor Strawinsky erhält die Staatsbürgerschaft der Vereinigten Staaten. Capitol Records zeichnet 1946 mit Künstlern wie Paul Whiteman, Ella Mae Morse, Stan Kenton, Jo Stafford, Nat King Cole und Margaret Whiting bereits für ein Sechstel aller in den USA verkauften Schallplatten verantwortlich. Der KLRA Arkansas Jamboree Barndance geht in Little Rock, Arkansas, erstmals auf Sendung. Der WRVA Old Dominion Barn Dance geht in Richmond, Virginia, erstmals auf Sendung.
Europa Deutschland Amerikanische Besatzungszone Februar: Unter dem Namen Drahtfunk im amerikanischen Sektor (DIAS) laufen die ersten Sendungen der nach dem Zweiten Weltkrieg von der US-amerikanischen Militärverwaltung gegründeten Rundfunkanstalt RIAS (Rundfunk im amerikanischen Sektor) mit Sitz im West-Berliner Bezirk Schöneberg. Hans Werner Henze setzt ab 1946 sein Studium bei Wolfgang Fortner am damaligen Kirchenmusikalischen Institut in Heidelberg und in Fortners Domizil in der Villa Braunbehrens fort. Gründung der Bamberger Symphoniker. Nach dem Aufbau des Klangkörpers findet im März 1946 der erste öffentliche Auftritt der Bamberger Symphoniker, damals noch unter dem Namen „Bamberger Tonkünstlerorchester“, im Bamberger Zentralsaal statt. Die musikalische Leitung dieses Konzertes liegt bei Bertil Wetzelsberger, Generalmusikdirektor der Bayerischen Staatsoper in München. Das Kranichsteiner Musikinstitut – 1963 umbenannt in Internationales Musikinstitut Darmstadt – veranstaltet erstmals die Darmstädter Ferienkurse, offiziell „Internationale Ferienkurse für Neue Musik“.
Britische Besatzungszone 26. Januar: Die Erstaufführung des Films Befreite Musik findet in einer Interessentenvorführung der Demo-Film in der Kammer der Kunstschaffenden in der Schlüterstraße 45 statt. Die Hamburgische Staatsoper nimmt – obwohl der Zuschauerraum bei einem Bombenangriff in der Nacht vom 2. auf den 3. August 1943 völlig zerstört wurde und lediglich das Bühnenhaus verschont blieb – ihren Spielbetrieb wieder auf. Der Zuschauerraum wird erst provisorisch ins Bühnenhaus integriert, später in die Ruine des Vorderhauses erweitert, sodass wieder 1.200 Zuschauer Platz finden. Anneliese Rothenberger wagt 1946 unter dem Intendanten Günther Rennert ihre ersten Soloschritte in der Hamburgischen Staatsoper.
Französische Besatzungszone 1. Februar: Das SWR Sinfonieorchester Baden-Baden und Freiburg wird in Baden-Baden unter dem Namen Philharmonisches Orchester des Südwestfunks gegründet und noch im selben Jahr in Großes Orchester des Südwestfunks umbenannt. Chefdirigent von 1946 bis 1948 ist Gotthold Ephraim Lessing. 31. März: Der Südwestfunk geht für die gesamte französische Besatzungszone, ausgenommen ihrer Sonderzone Saarland, in Baden-Baden auf Sendung. Intendant ist Friedrich Bischoff.
Sowjetische Besatzungszone mini|Ernst Busch (1946) 12. August: Ernst Busch, der 1945 in die KPD und 1946 in die SED eingetreten ist, erhält von der Sowjetischen Militäradministration in Deutschland die Lizenz zur Gründung der Schallplattenfirma Lied der Zeit.
Estland Juhan Aavik: 1. Sinfonie d-moll
Frankreich Pierre Boulez studiert 1945/1946 bei Andrée Vaurabourg, der Gemahlin Arthur Honeggers, und René Leibowitz. Von 1946 bis 1956 ist er musikalischer Leiter des Ensembles Madeleine Renaud/Jean-Louis Barrault im Théâtre Marigny in Paris.
Italien 11. Mai: Die Mailänder Scala, die nach der schweren Beschädigung im Zweiten Weltkrieg (1943) in Rekordzeit wieder aufgebaut wurde, wird mit einem Konzert unter Arturo Toscanini wiedereröffnet. Generalintendant in den Jahren 1946–1972 ist Antonio Ghiringhelli. 12. Oktober: l Canto degli Italiani wird die inoffizielle Nationalhymne Italiens.
Norwegen 1. September: Gründung des Kringkastingsorkestret (norwegisches Radioorchester). Der Jazzclub Kristiansands Rytmeklubb wird in Kristiansand eröffnet.
Österreich 1. Januar: Das sechste Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker findet im Wiener Musikverein statt. Dirigiert wird es zum ersten Mal von Josef Krips. 12. Januar: Herbert von Karajan gibt in Wien sein erstes Konzert nach Kriegsende, wird jedoch daraufhin von der sowjetischen Besatzungsmacht wegen seiner NSDAP-Mitgliedschaft mit Berufsverbot belegt. Herbert von Karajan startet durch Vermittlung von Walter Legge bei der britischen Columbia (EMI) eine erste große Serie von Schallplattenaufnahmen mit dem neu gegründeten Philharmonia Orchestra. Walter Legge ist ab 1946 einer der Direktoren der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien. Ernst Lothar kehrt als Theater- und Musikbeauftragter des US Departements of State (Office of War Information) im Range eines Oberstleutnants nach Österreich zurück. In dieser Funktion ist er u. a. am Entnazifizierungsverfahren von Herbert von Karajan beteiligt und betreibt die Rückkehr von Helene Thimig nach Österreich. Marika Rökk wird – wegen ihrer Tätigkeit in Propagandafilmen wie Wunschkonzert (1940) und angeblicher Spionage für die Nationalsozialisten – zeitweilig ein Auftrittsverbot in Deutschland und Österreich erteilt.
Schweden 21. März: Premiere der Oper Peter Grimes von Benjamin Britten in Stockholm. Es ist die erste Aufführung der Oper außerhalb des Vereinigten Königreichs.
Schweiz 25. Februar: Uraufführung der Metamorphosen für 23 Solostreicher von Richard Strauss in Zürich. 26. Februar: Das Konzert für Oboe und kleines Orchester D-Dur von Richard Strauss wird in der Tonhalle in Zürich uraufgeführt. Es ist dem Tonhalle-Orchester Zürich und dessen Leiter Volkmar Andreae gewidmet. Solist der Uraufführung ist der Solo-Oboist des Tonhalle-Orchesters, Marcel Saillet. Arthur Honegger stellt seine 3. Sinfonie und 4. Sinfonie fertig. In Langenthal finden erstmals die Kammermusik-Konzerte Langenthal statt.
Sowjetunion 12. Juni: Uraufführung der Oper Krieg und Frieden (Orig.: Woina i mir) von Sergei Sergejewitsch Prokofjew in Leningrad 23. August: Sergei Sergejewitsch Prokofjew gibt die Arbeit an seiner Oper Khan Buzay endgültig auf, an der er 1943 und 1946 gearbeitet hatte. 23. Oktober: Die Sonate Nr. 1 f-Moll für Violine und Klavier von Sergei Sergejewitsch Prokofjew wird im Kleinen Saal des Moskauer Konservatoriums uraufgeführt.
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