Rodenäs (dänisch: Rødenæs, nordfriesisch: Runees oder Rornees, südjütisch: Rånæjs) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein. Sie markiert den nördlichsten Punkt des deutschen Festlands.

Geografie Geografische Lage Das Gemeindegebiet von Rodenäs erstreckt sich im Norden des Naturraums Nordfriesische Marsch. Weiter nördlich mündet die Wiedau () im Bereich des dänischen Ortes Hoyer in den Watten­bereich vom dänischen Nationalpark Vadehavet.

Gemeindegliederung Oldorf (, ), Neudorf (, )Generalstabens Kort over Slesvigs Fastland og Als, Kjøbenhavn 1858Nordfriesland-Karte, Bredstedt/Braist 2011, ISBN 978-3-88007-371-5, Markhäuser (), Ophusum (), Kixbüll (, ) und das Naturschutzgebiet Rickelsbüller Koog (, ) liegen im Gemeindegebiet. Bei der Volkszählung 1987 wurden darüber hinaus auch folgende Höfesiedlungen im amtlichen Wohnplatzverzeichnis erfasst: Kixbüllhof (, ) Krummhusum () Onkelsgabe Osterwarf Sibbershusum (M. Mørk Hansen: Kirkelig Statistik over Slesvig Stift: Med historiske og topografiske bemærkninger, 2. Bd., Kjøbenhavn 1863, S. 273, ) Tevelum

Nachbargemeinden Direkt angrenzende Gemeindegebiete sind:

Geologie Der Boden im Gemeindegebiet ist Marschland. Es ist Bestandteil der nachfolgend aufgeführten Köge (Bedeichungsjahr):Entnommen aus: Harry Kunz, Albert Panten: Die Köge Nordfrieslands. Verlag Nordfriisk Instituut, Bräist/Bredstedt 1999, 2. Auflage.

Wiedingharder Alter Koog (nördlicher Abschnitt) (1465) Brunottenkoog (Teile im Westen) (1618) Dreieckskoog (nördlicher Teil) (1925) Rickelsbüller Koog (1982)

Der Boden wird, aufgrund des jeweiligen Alters seit Eindeichung, heute überwiegend als Kleimarsch klassifiziert. Aufgrund des absolut flachen Reliefs, ebenso wie aufgrund der niedrigen Lage in Küstennähe auf oder knapp unter der Meeresspiegelhöhe im Hinterland des Nordfriesischen Wattenmeeres, ist am Ort eine aktive Entwässerung des Gemeindegebiets eine grundlegende Notwendigkeit für die landwirtschaftliche Nutzung im Bereich des Ackerbaus. Für die Entwässerung sind ordnungsrechtlich sogenannte Sielverbände verantwortlich. Für das Gemeindegebiet sind dies im Einzelnen:

Sielverband Wiedingharder Alter Koog Norden Sielverband Brunottenkoog

Beide sind Mitglieder im übergeordneten Deich- und Hauptsielverband Südwesthörn-Bongsiel.

Klima In Rodenäs herrscht ein Seeklima vor. Auf Basis der Klimaklassifikation nach Köppen und Geiger wird der Standort der Klasse CfB zugeordnet.

Geschichte 1436 wurde der Goldene Ring genannte erste Deich um die Wiedingharde errichtet.

Der Westteil der auf einer Warft im Ortsteil Oldorf stehenden spätromanischen Kirche wurde aus Resten der untergegangenen Kirche zu Rickelsbüll errichtet, die in der Großen Schadensflut vom 1. Dezember 1615 mitsamt dem Dorf untergegangen war.

Der Rickelsbüller Koog ist nach diesem Dorf benannt.

Politik Gemeindevertretung Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 kam die Allgemeine Wählergemeinschaft Rodenäs (AWR) auf 52,7 Prozent Stimmen und fünf Sitze in der Gemeindevertretung, die Wählergemeinschaft I (WG I) erhielt 47,3 Prozent der abgegebenen Stimmen und vier Sitze.

Wappen Blasonierung: „Von Rot und Blau durch einen goldenen Bogen zum Schildhaupt geteilt. Oben ein goldener, zunehmender Halbmond, rechts und links je ein sechszackiger Stern. Unten eine silberne Windmühle.“[ Kommunale Wappenrolle Schleswig-Holstein]

Kultur Liste der Kulturdenkmale in Rodenäs Liste der Stolpersteine in Rodenäs

Sprache

Bei einer Untersuchung in den 1970er Jahren hat die Universität Kopenhagen herausgefunden, dass 28 % der Bewohner hochdeutsch, plattdeutsch, friesisch, standarddänisch und südjütisch sprachen und somit fünfsprachig waren. Schon damals zeichnete sich allerdings ein Bedeutungsverlust aller Sprachen außer dem Hochdeutschen ab: 24 % der Jahrgänge vor 1915, 43 % der Jahrgänge zwischen 1915 und 1945 aber 93 % der Jahrgänge ab 1945 hatten Hochdeutsch als Muttersprache.Alastair G. H. Walker: Nordfriesisch - eine sterbende Sprache? In: P. Sture Ureland (Hrsg.): Akten des 1. Symposions über Sprachkontakt in Europa. Mannheim 1977, S. 131. Inzwischen setzt sich allmählich die hochdeutsche Einsprachigkeit durch.Internetauftritt der Gemeinde Rodenäs, abgerufen am 14. November 2014 Dennoch werden weiterhin alle fünf Sprachen gesprochen; der Anteil derjenigen Einwohner, die alle Sprachen beherrschen, ist aber nach einem kurzen Fernsehbericht aus dem Jahre 2024 mittlerweile so gut wie verschwunden."Kiek an": Rodenäs - das Sprachendorf, In: Schleswig-Holstein-Magazin vom 24. Mai 2024

Wirtschaft und Infrastruktur Struktur Rodenäs ist überwiegend eine (Aus)pendlergemeinde. Im Jahr 2020 betrug der Pendlersaldo -115. Die meisten Auspendler gingen ihrer (sozialversicherungspfligen) Beschäftigung in Sylt, Niebüll, Husum und Flensburg nach. Am Wohnort beschäftigt waren 13.

Die Wirtschaft in der Gemeinde Rodenäs wird von der landwirtschaftlichen Urproduktion geprägt. Ergänzt wird dieser Bereich durch die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energieträgern. Der Solarpark Rodenäs ist in der Gemeinde ansässig.

Verkehr Individualverkehr Die Gemeinde Rodenäs wird im Motorisierten Individualverkehr auf der Landesstraße 271 erreicht. Sie zweigt im Ortsbereich der Nachbargemeinde Neukirchen von der Landesstraße 6 ab.

Rufbus Nordfriesland Die Gemeinde ist in den Rufbusbereich Nord in die Linie KXS:Klanxbüll ←→ Süderlügum einbezogen. Es besteht Anschluss an den SPNV am Bahnhof Klanxbüll sowie die Station in Süderlügum.

Siehe auch Liste der Grenzorte in Deutschland

Weblinks

Gemeinde Rodenäs Gemeinde Rodenäs beim Amt Südtondern

Einzelnachweise

Kategorie:Ort im Kreis Nordfriesland Kategorie:Ort in Südschleswig