Holzhausen ist ein Ortsteil der Stadt Kyritz. Es war bis 2002 eine eigenständige Gemeinde, zunächst bis 1952 im Landkreis Ostprignitz, danach im Kreis Kyritz im Bezirk Potsdam der DDR, von 1990 bis 1993 im Landkreis Kyritz und ab 1993 im Landkreis Ostprignitz-Ruppin des Landes Brandenburg. Holzhausen wurde zum 31. Dezember 2002 in die Stadt Kyritz eingemeindet.

Orts- und Gutsgeschichte Im Jahre 1345 ersterwähnt entwickelte sich nachfolgend Holzhausen zu einem Gutsdorf mit teils nicht nur in der Anfangszeit mehreren Rittersitzen. Die Gutsbesitzer übten zugleich das Patronat über die Dorfkirche Holzhausen aus. In der Mitte des 14. Jahrhunderts kommt das Adelsgeschlecht von Rohr, mit einigen namhaften Gütern in der Prignitz ausgestattet, in die Ortshistorie. Der Freyensteiner Pfandherr Alard von Rohr-Meyenburg, bezeugt 1339 und 1364, sowie dessen Sohn Klaus von Rohr, Vogt in der Prignitz. Zeitweilig bildet die Adelsfamilie einen eigenen Familienzweig Holzhausen, beginnend mit Philipp von Rohr auf Holzhausen, gestorben 1555, heraus. Holzhausen ist damals sogar Hauptgut der Meyenburger Rohr und wird in der Besitzesfolge zuerst erwähnt. Dessen Nachfahre Otto, beurkundet 1555 und 1603, nennt sich Herr auf Holzhausen I, und auf Meyenburg.

Holzhausen geht mit dem Gut Meyenburg an die Rohr’sche Familienlinie Ganzer I. Georg von Rohr (1726–1808), liiert mit einer entfernten Cousine Ilsabe von Rohr-Penzlin, führt mehrere Besitzungen, so auch Meyenburg I. und II, Holzhausen und das Nebengut Zernitz. Mit dem Hofgerichtsrat Heinrich von Rohr und seinem Sohn Hauptritterschaftsdirektor am Kur- und Neumärkisches Ritterschaftliches Kreditinstitut Hermann Karl Julius von Rohr (1799–1849) besitzen auch andere Rohr’s Anteile in Holzhausen. Die letzten Vertreter auf Holzhausen waren Christoph von Rohr (1766–1846), verheiratet mit Wilhelmine von Wahlen-Jürgass, respektive ihr Sohn, der sich in der Namensfusion Otto von Rohr genannt von Wahlen-Jürgass (1810–1892) nannte und das Erbe an den ersten Sohn Theodor von Rohr-Meyenburg gab. Dann übernahm der zweite Sohn Otto von Rohr-Meyenburg, verheiratet mit Katharine Witt. Sie hinterließen zwei nicht erbberechtigte Töchter und so ist er der letzte Rohr auf Holzhausen. Bereits zwischen 1882 und 1888 wurden Lehnabfindungssummen für die Rittergüter Meyenburg, Holzhausen und Zernitz hinterlegt. Die Verwandtschaft wiederum nutzt dann nur noch die großen Güter Meyenburg und Ganzer und veräußern Holzhausen vor 1907.

So gelangt das Rittergut Holzhausen in bürgerliche Hände der Familie von Hermann Weule, Fabrikbesitzer in Nauen. Gut Holzhausen hatte 1914 einen Umfang von 432 ha, das Nebengut Zernitz des Weiteren 228 ha. 1929 wird als Gutsherrin Helene Weule, geborene Hille, geführt. Zernitz wiederum gehört im Minorat Hans Hermann Weule (1908–1979), hinzugenommen das Vorwerk Leppinsplan. Als Verwalter agierte dort der Major a. D. Rud. Hille. Hans Hermann Weule blieb nach der Bodenreform in der DDR und lebte in Flecken Zechlin.

Im Ort Holzhausen gab es vor der großen Wirtschaftskrise 1929/1930 sieben weitere landwirtschaftliche Betriebe, zwischen 41 und 73 ha in der Größe, der Familien Blume, Borchert, Granzow, Schönemann, Seyer und Wagnitz.

Bevölkerungsentwicklung mini|Bevölkerungsentwicklung von 1875 bis 2001|links Holzhausen:Bevölkerungsentwicklung in den letzten selbständigen Grenzen Jahr Einwohner 1875 338 1890 343 1910 430 1925 460 1933 431 Jahr Einwohner 1939 385 1946 664 1950 602 1964 459 1971 419 Jahr Einwohner 1981 298 1985 302 1989 293 1990 301 1991 296 Jahr Einwohner 1992 279 1993 280 1994 294 1995 291 1996 275 Jahr Einwohner 1997 284 1998 294 1999 304 2000 305 2001 301

Literatur Ingrid und Walter Reisinger: Bekannte, unbekannte und vergessene Herren- und Gutshäuser im Land Brandenburg. 1. Auflage. Stapp Verlag, Berlin 2013, ISBN 978-3-87776-082-6. Holzhausen. In: Hans Friedrich von Ehrenkrook, Friedrich Wilhelm Euler: Genealogisches Handbuch der Adeligen Häuser A (Uradel), Band II, Band 11 der Gesamtreihe GHdA, C. A. Starke, Glücksburg (Ostsee) 1955, S. 355–360. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser 1941 A (Uradel). Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft, Jg. 40, Justus Perthes, Gotha 1940, S. 451.

Weblinks

Fünftes Gesetz zur landesweiten Gemeindegebietsreform betreffend die Landkreise Barnim, Märkisch-Oderland, Oberhavel, Ostprignitz-Ruppin, Prignitz, Uckermark (5.GemGebRefGBbg) vom 24. März 2003. In: Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 05, S. 82; geändert durch Gesetz vom 1. Juli 2003, Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenburg, I (Gesetze), 2003, Nr. 10, S. 187. Hauptsatzung der Hansestadt Kyritz vom 1. Oktober 2014. (PDF; 0,2 MB) 19.10 Landkreis Ostprignitz-Ruppin. (PDF) In: Historisches Gemeindeverzeichnis, Beitrag zur Statistik Landesbetrieb für Datenverarbeitung und Statistik, Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Eingliederung der Gemeinde Holzhausen in die Stadt Kyritz. Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 23. August 2002. (PDF; 0,1 MB) In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 13. Jahrgang, Nummer 38, 11. September 2002, S. 839.

Einzelnachweise

Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Ostprignitz-Ruppin) Kategorie:Ortsteil von Kyritz Kategorie:Gemeindeauflösung 2002 Kategorie:Ort im Landkreis Ostprignitz-Ruppin Kategorie:Ersterwähnung 1345