mini|hochkant|Drei-Faszien-Architrav (Ionische Ordnung) Faszie () bezeichnet in der antiken Architektur die drei, seltener zwei übereinander liegenden, von unten nach oben leicht vorspringend waagerechten Streifen, die den Architrav der ionischen Ordnung und der korinthischen Ordnung gliedern.Hans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (, abgerufen am 11. August 2024), S. 169: Faszien. Das zugehörige Adjektiv lautet fasziert (z. B. ein faszierter Architrav).

Verwendung Architrave der dorischen Ordnung kennen dieses Gestaltungselement nicht; deren vortretende obere Abschlussleiste wird Taenia genannt. Davon wurde in der nachantiken Architektur teilweise abgewichen, so beispielsweise im 16. Jahrhundert in Palladios ArchitekturtraktatVgl. Andrea Palladio: I Qvattro Libri Dell'Architettvra (...). Venedig, 1581, S. 27. (Digitalisat) und auch der barocke Architekturtheoretiker Johann Friedrich Penther 1744 beschreibt Faszien bei der toskanischen Ordnung.Johann Friedrich Penther: Ausführliche Anleitung zur bürgerlichen Bau-Kunst (Band 1): Enthaltend ein Lexicon Architectonicum oder Erklärungen der üblichsten Deutschen, Frantzösischen, Italiänischen Kunst-Wörter der Bürgerlichen Bau-Kunst (…). Johann Andreas Pfeffel, Augspurg 1744, S. 66: Fascia, Streiffen (Digitalisat), Tab 1 (Digitalisat) und Tab. XXI (Digitalisat). Zudem wurden teilweise schon in der Antike, aber erst recht in den nachantiken Baustilen Renaissance, Barock, Klassizismus und den entsprechenden Neostilen, Faszien auch bei Rahmungen von Fenstern und Türen verwendet, öfters jedoch in Variationen der zuvor schlicht gestuften Profile mit zusätzlichen Rundprofilen gegliedert.

Auch ein gebogener Architrav, eine antike Archivolte und eine Arkade können an der Stirn Faszien aufweisen, sodass ein FaszienbogenHans Koepf, Günther Binding: Bildwörterbuch der Architektur. Mit englischem, französischem, italienischem und spanischem Fachglossar (= Kröners Taschenausgabe. Bd. 194). 4., überarbeitete Auflage. Kröner, Stuttgart 2005, ISBN 3-520-19404-X (Digitalisat auf moodle.unifr.ch, abgerufen am 11. August 2024), S. 169: Faszienbogen. entsteht.

Die Bezeichnung Faszie wurde auch auf andere Architekturelemente übertragen. So spricht man auch u. a. bei abgetreppten Tür- und Fensterumrahmungen von Faszien, bzw. fälschlich von „architravierten“ Rahmen. Im Fachwerkbau des 18. und 19. Jahrhunderts wurden faszierte Bohlen als Gurtgesims verwendet, um die gestalterisch oft nicht mehr erwünschten Balkenköpfe zu verdecken.

Weblinks Faszien, auf archipendium.com Faszie, auch arch-forum.ch

Einzelnachweise

Kategorie:Decke Kategorie:Dach Kategorie:Bauteil aus Holz Kategorie:Bauteil aus Stein Kategorie:Architektur (griechische Antike)