Die A. H. Fox Gun Company war ein 1905 von Ansley H. Fox gegründeter US-amerikanischer Waffenhersteller, der Flinten für den Einsatz beim Wurftaubenschießen und für die Jagd entwickelte, produzierte und vertrieb.

Vorläufer mini|Doppelflinte ‚Grade E‘ der Philadelphia Arms Company, aus dem Katalog 1905 Der Gründer und Namensgeber des Unternehmens, Ansley H. Fox, hatte bereits 1893, mit achtzehn Jahren, eine verbesserte Spannvorrichtung für innenliegende Hähne einer Flinte patentieren lassen. 1896 erhielt er ein weiteres Patent für Verbesserungen des ersten.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 25–30. Den Erlös des Verkaufs von einem Anteil der Patentrechte steckte Fox 1897 in ein neu gegründetes Unternehmen, die National Arms Company in Baltimore, Maryland. Diese ging in die National Gun Company und dann in die Fox Gun Company über, die nur wenige hundert Flinten produzierte.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 30–32.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 41. 1900 verließ Fox das Unternehmen.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 32–35. 1902 erhielt Fox ein weiteres Patent für die Verriegelung der geschlossenen Flinte und für die automatische Sicherung beim Herunterklappen der Läufe. Damit gelang es ihm, neue Investoren zu gewinnen. Die Philadelphia Arms Company wurde Ende 1902 im Bundesstaat New Jersey gegründet, war aber in Philadelphia tätig. Im Sommer 1904 nahm sie in einer neu errichteten Fabrikhalle die Produktion der Doppelflinten mit der Bezeichnung The A.H. Fox Hammerless Gun auf.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 61–68. Bereits Ende Dezember 1904 trat Ansley Fox als Präsident und Geschäftsführer der Philadelphia Arms Company zurück. Er habe eine eigene Fabrik ausgestattet und werde eine verbesserte Doppelflinte mit innenliegendem Hahn produzieren. Die Philadelphia Arms Company schaltete zuletzt im Juni 1905 Anzeigen für ihre Produkte und wurde am 15. März 1907 aufgelöst.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 68–73.

Gründungsphase mini|Anzeige der A. H. Fox Gun Company, Fußzeile mit Hinweis auf die Philadelphia Arms Company 1905 wurde die A. H. Fox Gun Company mit einem von wohlhabenden Bürgern Philadelphias aufgebrachten Kapital von 100.000 US-Dollar gegründet. In der Anzeigenwerbung für sein neues Unternehmen wies Ansley Fox über einige Zeit darauf hin, dass keine Verbindung zur Philadelphia Arms Company besteht. Allerdings deutet eine Vielzahl von Indizien deutet darauf hin, dass Fox für die A. H. Fox Gun Company zunächst nur Büroräume angemietet hat, und trotz der gegenteiligen Beteuerungen gegenüber der Presse seine Geschäftsanteile der Philadelphia Arms Company behalten hat. Die ersten Flinten der A. H. Fox Gun Company sind wahrscheinlich in der Philadelphia Arms Company hergestellt worden, die nur bis zum Frühsommer 1905 Anzeigenwerbung für die eigenen Flinten veröffentlichte. Demgegenüber nahm die A. H. Fox Gun Company zum Jahreswechsel 1905/1906 die Anzeigenwerbung auf. Wahrscheinlich hatte Fox aufgrund früherer Erfahrungen, starke Nachfrage, keine Lagerbestände und geringe Produktionskapazität, zunächst Waffen auf Vorrat fertigen lassen. Demnach nahm die A. H. Fox Gun Company Mitte 1906 die eigene Produktion auf, und die Philadelphia Arms Company stellte ihre Geschäftstätigkeit ein. Deren Lagerbestände wurden durch Großhändler übernommen und in den folgenden Jahren mit erheblichen Nachlässen abverkauft.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 72–75. Anfang 1907 wurde die Fabrikhalle der Philadelphia Arms Company von der A. H. Fox Gun Company übernommen. Am 15. März 1907 wurde die Philadelphia Arms Company aus dem Firmenregister in New Jersey gelöscht. Am selben Tag wurde die A. H. Fox Gun Company in New Jersey neu gegründet, wahrscheinlich wurden das Vermögen der Philadelphia Arms Company dabei übernommen. Am 21. September 1907 wurde die A. H. Fox Gun Company in Philadelphia neu gegründet, wobei das Vermögen der Gesellschaft in New Jersey übernommen wurde. Die Gründe des undurchsichtigen Geschäftsgebarens sind nicht bekannt.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 84–85.

mini|hochkant|links|U.S. Patent No. 801.862 vom 17. Oktober 1905, für die Basküle der Fox Gun mit Schloss und Verriegelung Am 29. Dezember 1904, dem Tag, an dem er seinen Rückzug aus der Philadelphia Arms Company erklärte, meldete Ansley Fox ein Verriegelungssystem für Doppelflinten zum Patent an. Dieses System war bereits von der Philadelphia Arms Company verbaut worden. Am 1. August 1905 wurde Ansley H. Fox für die A. H. Fox Gun Company das Patent erteilt. 1905 und 1906 folgten einige weitere Patente, die die Grundlage für den Erfolg der A. H. Fox Gun Company waren. Das mit Abstand bedeutendste Patent betraf das Herzstück der Fox Guns, die Baskülen. Während Ansley Fox seine Flinten in der Werbung als die besten der Welt vorstellte, reichten sie tatsächlich nicht an die englischen Produkte heran. Ausgenommen waren lediglich die Baskülen mit dem Schloss zum Spannen und Auslösen der Waffe und der Verriegelung zum Öffnen und Schließen. Sie waren mit der geringen Zahl ihrer Bauteile und ihrer Zuverlässigkeit tatsächlich unübertroffen.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 77–81.

mini|Doppelflinte Fox ‚Grade F‘ im Katalog der A. H. Fox Gun Company, 1907 Im Januar 1906 teilte die A. H. Fox Gun Company dem Einzelhandel durch die Fachpresse mit, dass nunmehr die Belieferung aus dem Lager des Unternehmens aufgenommen werden konnte. Angeboten wurden ausschließlich Doppelflinten im Kaliber 12 in Qualitäten von ‚Grade A‘ für 50 US-Dollar, bis zum Spitzenmodell ‚Grade H‘ für 500 Dollar, oder mehr als einem Monatseinkommen bis zu mehr als einem Jahreseinkommen eines Industriearbeiters. Die Grade unterschieden sich äußerlich durch die Menge und Qualität der Gravuren auf den metallischen Oberflächen und das für den Schaft verwendete Holz. Es wurden Läufe von 28, 30 und 32 Zoll Länge angeboten, für die höherwertigen Modelle gab es optional bessere Stahlqualitäten. Für die Handelsvertreter wurden unterschiedliche Vorführmodelle produziert, bei denen Aussparungen im Gehäuse jeweils einen Teil der Mechanik offenlegten. Diese Flinten waren voll funktionsfähig.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 82–84. Die A. H. Fox Gun Company war in ihren ersten Jahren mit schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konfrontiert. Die Vereinigten Staaten befanden sich in einer Rezession und es kam im Rahmen der Panik von 1907 zu massiven Kurseinbrüchen an den Börsen.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 85–86. Die Nachfrage nach hochwertigen Jagd- und Sportwaffen sank stark und die A. H. Fox Gun Company konnte von 1907 bis 1909 nur etwa 2000 Flinten jährlich produzieren.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 103–106.

Der neue Vizepräsident A. W. Connor startete 1909 eine massive Marketingkampagne, mit deren Hilfe die Jahresproduktion 1910 verdoppelt werden konnte. Die Doppelflinten der A. H. Fox Gun Company waren schon früh auf Wettbewerben im Trapschießen vertreten.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 77–81. Ansley Fox war sich aufgrund seiner eigenen Erfahrungen als bezahlter Wettkampfschütze der Winchester Repeating Arms Company der Tatsache bewusst, dass sich der Käuferkreis für seine Flinten um solche Turniere konzentriert. Die bedeutendste Turnierserie im Trapschießen war der jährliche Grand American und die A. H. Fox Gun Company war im Jahr 1909 mit einem Verkaufsstand vertreten. Für diesen Stand sollten zwei Doppelflinten ‚Grade F‘ als Ausstellungsstücke hergestellt werden.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 97–101.

Theodore Roosevelt mini|hochkant|links|Anzeige von Fox Guns, 1921

Im Sommer 1908 wurde bekannt, dass der Präsident der Vereinigten Staaten Theodore Roosevelt nach dem Ende seiner Amtszeit, im März 1909, zu der einjährigen Smithsonian-Roosevelt African Expedition aufbrechen will. In ihrer Werbung hatte die A. H. Fox Gun Company, anders als ihre Wettbewerber, auf prominente Testimonials verzichtet. Doch während der Herstellung der beiden Ausstellungsstücke mit den Seriennummern 13291 und 13292 hatte Ansley Fox die Idee, Roosevelt eine der beiden Waffen zu schenken.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 99–101. Letztlich erhielt Roosevelt jene Flinte, deren Bau am weitesten fortgeschritten war. Wahrscheinlich wegen der Anforderung, die Waffe so schnell wie möglich auszuliefern, bleibt Roosevelts Flinte 13192 trotz identischer Qualitätsbezeichnung ‚Grade F‘ deutlich hinter dem Ausstellungsstück 13191 zurück. Diese hatte wesentlich umfangreichere Gravuren, auch auf den Läufen. Sie wurde mindestens bis 1914 als Ausstellungsstück genutzt und dann nach Kundenwunsch umgebaut und verkauft. Als Roosevelt 1913 und 1914 die Roosevelt-Rondon Scientific Expedition in das Amazonasbecken durchführte wurde die Mitnahme der Flinte, die ihm Ansley Fox 1908 geschenkt hatte, in der Werbung wieder aufgegriffen.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 162–163. Die Verbindung mit Theodore Roosevelt wurde von der A. H. Fox Gun Company bis in die 1920er Jahre gelegentlich in der Werbung herausgestellt.

Bis zum Ersten Weltkrieg mini|Fox Campfire Catalog, vor 1910 mini|hochkant|Anzeige für Flinten der Marke Fox Sterlingworth, Ende 1910 Dem ehrgeizigen Ziel von Ansley Fox folgend, die besten Flinten der Welt bauen zu wollen, hatte sich die A. H. Fox Gun Company mit Spitzenprodukten im Markt etabliert. Alle Flinten hatten Kaliber 12, obwohl das Kaliber 16 unter Sportschützen rasch an Popularität gewann. Das Einstiegsmodell ‚Grade A‘ war mit einem Preis von 50 US-Dollar keineswegs günstig. 1909 konnte Vizepräsident Connor durchsetzen, dass die Produktpalette um erschwingliche Flinten erweitert wird. Das geschah unter der Bedingung, dass der Name Ansley Fox nicht mit billigen Flinten in Verbindung gebracht wird. Aus diesem Grund wurden die preiswerten Flinten – The Finest $25 Hammerless Shotgun of the World – zum Schein von der Sterlingworth Company of Philadelphia produziert. Die Täuschung wurde dadurch offensichtlich, dass in der Anzeigenwerbung und in der Produktdokumentation mehrere Patente genannt wurden, die einmal der Philadelphia Arms Company gehörten. Bereits 1910 wurde die scheinbare Trennung aufgegeben und die Sterlingworth-Flinten unter der Marke Sterlingworth Fox verkauft.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 109–117.

Mit der Einführung der neuen Marke wurden auch andere Kaliber lieferbar, 16 und 20. Bedeutend für die Premium-Linie Fox ‚Grade A‘ und höher war die Umstellung der Gravuren. Die Flinten trugen bisher äußerst feine und detaillierte Gravuren, mit denen der Stil der englischen Hersteller kopiert wurde. Von 1910 bis 1914 wurden die Gravuren auf deutlich gröbere aber dennoch ansprechende Darstellungen umgestellt um die Kosten zu senken. Ausgenommen waren die Fox ‚Grade C‘, weil man das erfolgreichste Modell nicht verändern wollte, oder um weiterhin ein Modell im englischen Stil anbieten zu können.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 117–123. Weder die massiven Anzeigenkampagnen in zahlreichen Zeitschriften noch die zögerlichen Maßnahmen zur Kostensenkung konnten dem Missverhältnis zwischen Umsatz und Kosten abhelfen. Während der Jahre 1911 und 1912 musste Ansley Fox wiederholt Kredite aufnehmen, um die Betriebskosten zu tragen. Im März 1912 wurde ein Insolvenzverwalter eingesetzt, doch in einem wahrscheinlich von Fox vor der Insolvenz ausgehandelten Manöver kaufte der Textilunternehmer Edward H. Godshalk die A. H. Fox Gun Company. Ansley Fox verließ das Unternehmen und war nie wieder als Waffenhersteller tätig.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 127–130.

1912 begann die Auslieferung der Flinten in den Kalibern 16 und 20, die als die am perfektesten proportionierten der Welt angepriesen wurden.Michael McIntosh: A.H. Fox, S. 135–146. im Katalog des folgenden Jahres wurde erstmals eine neue Klasse angeboten, die ‚Grade XE‘, später ‚Grade X‘ und schließlich ‚Special Trap Gun‘. Die in einer Anzeige im September 1914 als