Der Sauerlandring war eine Ende der 1960er-Jahre geplante Motorsport-Rennstrecke im Sauerland. Betreiber der Pläne war der im nahen Gevelinghausen ansässige Freiherr, Gutsbesitzer und damals erfolgreiche Rennfahrer Karl von Wendt. Die Planungen wurden 1971 durch die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen endgültig verhindert, obwohl sie „vor allem die örtliche und regionale Politik aus wirtschaftlichen Gründen stark unterstützte“.

Die oberste Naturschutzbehörde des Landes hatte den Bau gemeinsam mit der Landesplanungsbehörde abgelehnt und mehr naturnahe Erholung in der Region befürwortet. Von Wendt hatte damals bereits erhebliche Mittel in die Planung investiert und konnte als Ausgleich für die nicht genehmigte Rennstrecke ab 1972 den Freizeitpark Fort Fun Abenteuerland realisieren. Auch dagegen hatten regionale Naturschützer Vorbehalte; sie konnten sich aber, trotz Unterstützung in Teilen der Landesregierung gegen den Park „nach amerikanischen Vorbildern“, nicht durchsetzen, weil die oberste Naturschutzbehörde ihn als „kleineres Übel“ akzeptierte.

Die etwa 5,3 Kilometer lange Strecke sollte auf dem Gebiet der Gemeinde Gevelinghausen südwestlich des Dorfes gebaut werden. Die Errichtung der Anlage sollte rund fünf Millionen Deutsche Mark kosten.Literatur Frank Uekötter: 4. Der „Rennbaron“ und seine Freunde: Die Geschichte des Sauerlandrings, S. 81. 1967 zeigte die Rennwagenschau der Westfalenhallen Dortmund ein Modell der Strecke und verloste für die 20.000. und 25.000. Besucher der Schau je eine Jahreskarte für alle Veranstaltungen dort, die dann nie einzulösen waren. Wendt lud sogar den damaligen Vorsitzenden der SPD-Fraktion im Bundestag Helmut Schmidt und seine Frau Loki Schmidt mit Erfolg ins Sauerland ein, um ihnen seine Pläne zum Sauerlandring zu erläutern. Die Fläche von 24,57 ha des geplanten Sauerlandrings kaufte die Freizeitpark Hochsauerland GmbH. Diese GmbH gehört zu 50 Prozent dem Hochsauerlandkreis und zu je 25 Prozent die Gemeinde Bestwig und der Stadt Olsberg. Sie wird 2021 immer noch als Grünlandfläche genutzt. 2021 gab es Überlegungen dort ein Industriegebiet anzulegen. Das Gebiet der geplanten Rennstrecke gehört seit 2004 zum Naturschutzgebiet Elpetal bei Gevelinghausen, Landschaftsschutzgebiet Elpetal unterhalb von Gevelinghausen und Landschaftsschutzgebiet Kulturlandschaftskomplex Gevelinghausen-Helmeringhausen-Bigge-Olsberg/Südost.Jürgen Henrichs: Mehr Fläche für die Industrie? Westfalenpost am 23. Mai 2021

Literatur

Weblinks Karl von Wendt (links) hinter dem Modell seiner Rennstrecke. Fotografie zu Monika Loerchners Artikel im Regionalmagazin Woll (560 × 760 Pixel, 80 KB) Karl von Wendt als Gastgeber Loki und Helmut Schmidts. Fotografie zu Monika Loerchners Artikel im Regionalmagazin Woll (567 × 768 Pixel, 103 KB)

Einzelnachweise Deutschsprachiges Sportwagenforum: Beitrag vom 18. Januar 2007 (Mitglied Enrico, LMP-Pilot)

Kategorie:Nicht realisiertes Bauprojekt Kategorie:Rennstrecke in Deutschland Kategorie:Bauwerk in Olsberg Kategorie:Sport (Olsberg) Kategorie:Sportstätte in Nordrhein-Westfalen