Monkey Safari ist ein deutsches Produzenten- und DJ-Duo aus Halle (Saale). Es besteht aus den Brüdern Lars Herzog und Sven Fröhlich, die beide unter dem Familiennamen Rühlemann geboren wurden. Neben ihrer gemeinsamen Arbeit als Monkey Safari veröffentlichen beide auch unter eigenen Aliasnamen: Lars Herzog als Borneo und Sven Fröhlich als DJ Island.
Die Musik des Duos bewegt sich im Bereich der elektronischen Tanzmusik und weist im Verlauf seiner Karriere Einflüsse aus House, Deep House, Progressive House, Breakbeat und melodischer elektronischer Musik auf. Monkey Safari veröffentlicht seit Ende der 2000er-Jahre eigene Produktionen und Remixe und war daneben an mehreren Labels und Clubprojekten in Halle beteiligt.
Geschichte
Frühe Jahre und Entstehung von Monkey Safari Lars und Sven wuchsen in Halle (Saale) auf und entwickelten zunächst unterschiedliche musikalische Interessen. Lars beschäftigte sich vor allem mit Hip-Hop und Soul, während Sven stärker von elektronischer Musik, UK Garage und Big Beat beeinflusst war. Als frühe musikalische Einflüsse nannten sie unter anderem Gang Starr, Fatboy Slim und The Chemical Brothers.
Bereits in jungen Jahren veranstalteten die Brüder eigene Partys in Halle und begannen unabhängig voneinander als DJs aufzulegen. Später verbanden sie ihre unterschiedlichen musikalischen Vorlieben in gemeinsamen Veranstaltungen. Zu diesen frühen Aktivitäten gehörte unter anderem die Veranstaltungsreihe Electric Ballroom, bei der Indie- und Alternative-Musik mit elektronischer Musik kombiniert wurde.
2008 gründeten Lars und Sven gemeinsam mit dem Künstler und Produzenten Mike Okay ihr erstes Plattenlabel What! What! Records. Mike Okay ist Mitglied des aus Halle und Berlin stammenden Künstlerkollektivs KLUB7.
Die Gründung des Labels markierte zugleich den Beginn einer intensiveren gemeinsamen Studioarbeit der Brüder. In späteren Interviews beschrieben sie die Labelgründung als den Ausgangspunkt für das gemeinsame Produzieren und damit für die Entstehung von Monkey Safari.
Das Projekt Monkey Safari entstand um 2008. Erste Veröffentlichungen erschienen auf What! What! Records. Dazu gehörten unter anderem die EPs Chocolate, Pencake, Zulu und Saturday Night Fish.
Charles Bronson und Halles Clubszene 2009 gründeten Lars und Sven gemeinsam mit ihrem Freund Robert Block den Club Charles Bronson in Halle. Der Club entstand in einem zuvor leerstehenden Gebäude eines ehemaligen KFZ-Teile-Handels in der Berliner Straße. Ausgangspunkt war eine Veranstaltung im Zusammenhang mit einer Diplomarbeit des Künstlers Ingo Albrecht; nach der anschließenden Party entstand die Idee, die Räumlichkeiten dauerhaft als Club zu betreiben.
Der Charles Bronson eröffnete im September 2009. Sven Fröhlich, Lars Rühlemann und Robert Block wurden als Betreiber des Clubs genannt. Das musikalische Programm konzentrierte sich auf elektronische Musik außerhalb des damaligen lokalen Mainstreams. Neben internationalen Gästen traten dort regelmäßig Musiker und DJs aus Halle und der Region auf.
Für Monkey Safari war der Club zugleich Veranstaltungsort, Treffpunkt der lokalen Szene und Möglichkeit, eigene Produktionen unmittelbar im Clubkontext zu erproben. Die Brüder beschrieben das Ziel des Charles Bronson später als die Schaffung einer Plattform für elektronische Musik, lokale Künstler und den Austausch mit internationalen Musikern.
Lars und Sven waren etwa zehn Jahre lang unmittelbar am Betrieb des Clubs beteiligt. Auch nach ihrem Rückzug als Betreiber blieb der Charles Bronson als eigenständiger Club bestehen.
Erste Veröffentlichungen und Happy Body Music In den Jahren nach der Gründung erschienen Veröffentlichungen von Monkey Safari unter anderem auf What! What! Records, Mambo, Sweat It Out!, Jackmode und Monaberry. 2011 gründeten die Brüder zusätzlich das Label Mambo Records.
Zu den frühen Produktionen gehörten Titel wie Those Dancing Days, Fat Papa, Monkey Slap, Liverpool, Big Mama und Kiss the Birds.
2012 veröffentlichte Monkey Safari mit Happy Body Music das erste Studioalbum. Es erschien auf Mambo und fasste die stärker von House, Disco und rhythmischer Clubmusik geprägte frühe Phase des Duos zusammen.
Hi Life und zunehmende internationale Aufmerksamkeit Ebenfalls 2012 erschien auf dem von Super Flu betriebenen Label Monaberry die EP Hi Life. Der gleichnamige Titel entwickelte sich zu einer der bekannteren frühen Produktionen von Monkey Safari. Der britische DJ Pete Tong spielte das Stück in seiner Sendung auf BBC Radio 1. Anschließend wurde es von Ministry of Sound lizenziert und 2013 als Coming Down (Hi-Life) erneut veröffentlicht.
Pete Tong stellte Monkey Safari 2013 zudem in seiner Rubrik Future Stars vor. In dieser Phase erschienen verstärkt Remixe des Duos für andere Künstler, darunter Versionen von Stücken von Kölsch, Animal Trainer und Marc Houle.
Mit zunehmender internationaler Tätigkeit spielte Monkey Safari häufiger außerhalb Deutschlands sowie auf Festivals. Dokumentierte Auftritte erfolgten unter anderem bei der Time Warp, Awakenings und Fusion.
Hommage 2013 gründeten Lars Rühlemann, Sven Fröhlich und Karl Friedrich das Label Hommage. Es entwickelte sich in den folgenden Jahren zur wichtigsten Plattform für die eigenen Veröffentlichungen von Monkey Safari und löste die früheren Labelprojekte What! What! und Mambo zunehmend ab.
Auf Hommage erschienen sowohl Produktionen von Monkey Safari als auch Veröffentlichungen und Remixe anderer Künstler. Das Label veröffentlichte unter anderem Musik von Künstlern aus dem internationalen House- und Techno-Umfeld.
2015 erschienen die EPs Cranes und Walls. Das Musikvideo zu Cranes entstand in Zusammenarbeit mit dem Medienkünstler Paul Arne Meyer. In dieser Phase veränderte sich der Klang von Monkey Safari zunehmend von der stärker groove- und houseorientierten frühen Produktion hin zu melodischeren und atmosphärischeren Arrangements.
Es folgten Veröffentlichungen wie On, Bernstein, Boris und Woo. Parallel entstanden Remixe unter anderem für Marc Houle, Moby und Guy Mantzur.
Odyssey Am 27. Oktober 2017 erschien auf Hommage das zweite Studioalbum Odyssey. Das Album war über einen Zeitraum von mehreren Jahren entstanden. Nach Aussagen der Brüder wurden während der Produktion verschiedene musikalische Ansätze und Albumkonzepte verworfen. Zahlreiche Stücke testeten sie zunächst während ihrer DJ-Auftritte und überarbeiteten sie anschließend im Studio.
2018 folgten mehrere Remix-Veröffentlichungen zu Odyssey. Dafür entstanden neue Versionen von Künstlern wie Carl Cox, Hernán Cattáneo und Tensnake.
HI 2019 veröffentlichte Monkey Safari das dritte Studioalbum HI. Das Album markierte eine weitere Verschiebung hin zu melodischeren und emotionaleren Produktionen. Die Brüder beschrieben die musikalische Ausrichtung zu dieser Zeit selbst als bewussten Gegensatz zu den teilweise dunkleren Klangbildern der vorherigen Jahre.
Das zehn Titel umfassende Album erschien erneut auf Hommage.
Solo-Aliase Borneo und DJ Island Neben Monkey Safari begannen die Brüder zunehmend auch getrennt voneinander Musik zu produzieren. Sven Fröhlich veröffentlicht unter dem Namen DJ Island, Lars Herzog unter dem Alias Borneo.
Die beiden Projekte unterscheiden sich stilistisch teilweise von Monkey Safari. Borneo orientiert sich stärker an Breakbeat und britisch beeinflusster elektronischer Musik, während DJ Island stärker klassischen House aufgreift. Beide Aliase wurden auch in den musikalischen Kosmos von Monkey Safari integriert.
So entstanden Veröffentlichungen, bei denen Monkey Safari gemeinsam mit DJ Island beziehungsweise Borneo als Künstler genannt werden. Beispiele sind Sometimes und For You mit DJ Island.
Love Will Set U Free Am 6. August 2021 erschien mit Love Will Set U Free das vierte Studioalbum von Monkey Safari auf Hommage.
Das Album entstand weitgehend während der COVID-19-Pandemie. Da in dieser Zeit kaum Auftritte möglich waren, konnten die Brüder das Material erstmals über längere Zeit nicht wie üblich während DJ-Sets vor Publikum testen. Nach eigenen Angaben führte die ausbleibende Reisetätigkeit zu deutlich mehr gemeinsamer Studiozeit.
Musikalisch verbindet Love Will Set U Free House mit Elementen aus Breakbeat, Garage und Pop. Auf dem Album tauchen auch die Solo-Aliase der Brüder im Zusammenhang mit einzelnen Produktionen auf.
Anjunadeep Ab 2020 arbeitete Monkey Safari außerdem mit dem britischen Label Anjunadeep zusammen.
Im November 2020 erschien dort Gravity / Daka, gefolgt von der Beach EP und der Talk To Me EP im Jahr 2021. Diese Veröffentlichungen führten die stärker melodische Seite des Duos fort.
Parallel erschienen weiterhin Produktionen auf anderen Labels. Dazu gehörte Safe auf Joris Voorns Label Spectrum.
Body Language Vol. 24 2022 veröffentlichte Monkey Safari auf Get Physical Music Body Language Vol. 24. Die Veröffentlichung entstand als 24. Ausgabe der seit 2005 bestehenden Body Language-Reihe des Berliner Labels.
Anders als bei einer herkömmlichen DJ-Compilation besteht das musikalische Material vollständig aus Produktionen von Monkey Safari. Die 18 Stücke setzen sich aus eigenen Kompositionen sowie aus von Monkey Safari neu produzierten Remixen von Titeln anderer Künstler zusammen.
Zu den eigenen Produktionen gehören unter anderem Ceremony, Universal Love, W, Deja, Siempre, Kami, Valencia, Light of Day und Hi & Low. Für die Veröffentlichung entstanden außerdem Monkey-Safari-Remixe von Produktionen unter anderem von Super Flu, DJ Pierre, Andhim, BLOND:ISH, Francesco Tristano, George Morel, Few Nolder und Djuma Soundsystem.
Nach Angaben des Duos war ursprünglich ausdrücklich keine klassische Compilation vorgesehen, bei der lediglich einzelne eigene Titel mit lizenziertem Material anderer Produzenten kombiniert werden. Stattdessen wurden Stücke aus dem Backkatalog von Get Physical ausgewählt und neu bearbeitet. Zusätzlich entstanden eigene Produktionen. Ziel war eine in sich geschlossene Veröffentlichung mit einer albumähnlichen Dramaturgie.
Aufgrund dieses Produktionsansatzes wird Body Language Vol. 24 in der Diskografie von Monkey Safari als eigenständige Albumveröffentlichung geführt.
Good Vibes From Paradise Nach rund zehn Jahren Hommage begann Monkey Safari 2023 einen neuen Abschnitt der eigenen Labelarbeit. Unter dem Namen Good Vibes From Paradise veröffentlicht das Duo seither einen großen Teil seiner eigenen Musik.
Zu den ersten Veröffentlichungen gehörten 2023 Candela, Push Me und One Touch. Im Jahr 2024 folgten unter anderem Are You Ready, Remedy, Dangerous, Oui, For You, Loud Enough, Not Too Late, Bana Waka und Go.
Ende 2024 wurden vierzehn Produktionen unter dem Titel Good Vibes From Paradise 24 zusammengefasst.
2025 folgten unter anderem Searching For Myself, Voices, Take My Soul, Tariq, Mendy, die EP Wudu Wudu sowie Oasis (Paradise Vocal Edit). Parallel veröffentlichte das Duo weiterhin auf anderen Labels und arbeitete mit anderen Künstlern zusammen.
2026 erschienen unter anderem Otherside mit AWEN, Okonokwa, Future sowie Confused gemeinsam mit Super Flu.
Musikalischer Stil Die Musik von Monkey Safari lässt sich keinem einzelnen elektronischen Genre durchgehend zuordnen. Die frühen Veröffentlichungen waren stärker durch House, Disco, Funk und Tech House geprägt. Im weiteren Verlauf kamen zunehmend Einflüsse aus Progressive House, Deep House, Breakbeat und melodischer elektronischer Musik hinzu.
Lars und Sven führen ihre stilistische Offenheit auf ihre unterschiedlichen musikalischen Hintergründe zurück. Während Lars ursprünglich vor allem Hip-Hop und Soul hörte und auflegte, beschäftigte sich Sven stärker mit Big Beat, UK Garage und elektronischer Musik.