Joseph Huppmann, später Joseph Freiherr von Huppmann-Valbella (* 26. August 1814 in Olesko, Galizien; † 2. Juni 1897 in Meran, Tirol)Weimarer historisch-genealoges Taschenbuch des gesamten Adels jehudäischen Ursprunges. Kyffhäuser, Weimar 1912, S. 150. war ein deutscher Unternehmer und gilt als Begründer der deutschen Zigarettenindustrie.
Leben Huppmann betrieb seit 1852 eine Zigarettenfabrik in Sankt Petersburg. 1862 eröffnete er in Dresden die erste deutsche Zigarettenfabrik unter der Firma Compagnie Laferme als Zweigniederlassung seines gleichnamigen Petersburger Unternehmens. Er begründete diesen Schritt mit der hohen Tabaksteuer in Russland. Weitere Vorteile waren die gute Verkehrsanbindung Dresdens und das für die Lagerung von Rohtabak geeignete Klima.Leman Bilgic, Maike Fabian, Corinna Schwetasch, Robert Stock: Dresdner Orientalismus. In: Rolf Lindner (Hrsg.): Dresden. Ethnografische Erkundungen einer Residenzstadt. Leipziger Universitäts-Verlag, Leipzig 2006, ISBN 3-86583-118-4, S. 223. (eingeschränkte Vorschau auf Google Bücher) Die Produktion in Dresden fand zunächst in Handarbeit in einem Raum im Haus Ostra-Allee 10 statt. Dafür stellte Huppmann einen russischen Tabakschneider, zwei russische und vier deutsche Arbeiterinnen ein.Compagnie Laferme, Tabak- und Cigaretten-Fabriken Dresden. Ecksteins Biographischer Verlag, Berlin 1912, S. 6. (online) Im ersten Geschäftsjahr produzierte die Compagnie Laferme rund 1,8 Millionen Zigaretten.Blauer Dunst aus Dresden. In: Sächsische Zeitung vom 28. Juli 2012. Abgerufen am 26. März 2021. Davon wurde ein großer Teil exportiert, unter anderem nach Italien.
1864 bezog das Unternehmen sieben Zimmer in einem Haus an der Kreuzkirche. Im Folgejahr wurden die ersten Handmaschinen eingesetzt und die Zahl der Arbeiterinnen stieg auf 20 bis 30, später über 100.Compagnie Laferme, Tabak- und Cigaretten-Fabriken Dresden. Ecksteins Biographischer Verlag, Berlin 1912, S. 22. (online) Die Marke Laferme entwickelte sich zu einem Synonym für die Zigarette. Andere Unternehmer wurden von Huppmann beeinflusst, so arbeitete Georg Anton Jasmatzi zunächst 1868 als technischer Werkführer für ihn, bevor er sich selbständig machte.
1874 verkaufte Huppmann das Unternehmen Compagnie Laferme an Wilhelm Stucken und Robert Spies. Es wurde in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und war danach im Gebäudekomplex Große Plauensche Straße 10 und Kleine Plauensche Gasse 7 ansässig.
Huppmann wurde 1868 in Florenz zum Baron geadelt. 1894 folgte die königlich sächsische Anerkennung in Dresden und zwei Jahre später eine Ausdehnung des Titels auf seine Nachkommen.Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser. Julius Perthes, Gotha 1917, S. 430.
Familie mini|Wohnhaus von Huppmann-Valbella in Berlin Im Juni 1850 heiratete Joseph Huppmann in Sankt Petersburg Katharina Seemann (* 25. November 1818; † 1890). Das Paar hatte fünf Kinder:
Joseph, geb. 30. April 1851 in St. Petersburg, 1885 in New York vermählt mit Marie JEANNE O'Tard de la Grange (* 1864) Marie, geb. 4. April 1852 in St. Petersburg, 1874 in Dresden vermählt mit Rudolf Künsberg, Freiherr von Fronberg (1844–1914) Sergius, geb. 24. Juni 1854 in St. Petersburg Josephine Katharine, geb. 19. August 1856 in Paris, 1877 in Solnitz vermählt mit Fernand d'Orval, französischer Rittmeister a. D. Nadine Marie, geb. 6. August 1858 in Paris, † 1942, 1884 in New York vermählt mit Fideikommissherr und Reichsrat Leopold Kolowrat-Krakowsky (1852–1910), eines ihrer Kinder war der Filmproduzent Sascha Kolowrat-Krakowsky
In den 1870er Jahren gehörte der Familie ein viergeschossiges, im historistischen Stil errichtetes Eckhaus an der Berliner Mittelstraße, das nicht erhalten ist.
Einzelnachweise
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