Die Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine waren Marineverbände, welche ab August 1914 eingerichtet wurden und bis Kriegsende existierten. Ihr Einsatzgebiet waren die Küstengebiete der Nord- und Ostsee.

Neben den Vorpostenverbänden existierten zeitgleich noch Küstenschutzdivisionen, welche später in Küstenschutzflottillen überführt wurden.

In der Kriegsmarine der Wehrmacht wurden später auch entsprechende Vorpostenflottillen gebildet.

Aufgaben mini|Auslaufende Vorpostenflottille, zwischen 1914 und 1918 Die Aufgaben der Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine waren in den jeweiligen Einsatzgebieten den Schiffsverkehr zu überwachen. Hierunter fiel auch feindliche Kriegsschiffe zu melden und Handelsschiffe durch Minensperren zu leiten.

Anfangs wurden für diese Aufgabe Fischdampfer eingesetzt, später kamen extra Vorpostenboote dazu. Der Vorteil der Fischdampfer bestand darin, dass diese seetauglich und mit einsatzerprobten Maschinen ausgestattet waren. Nachteilig wirkte sich die geringe Geschwindigkeit und der große Tiefgang, welcher bei der Minensuche gefährlich war, aus. Für den Einsatz wurden zur Mobilmachung 40 Fischdampfer bewaffnet.

Vorpostenverbände Nordsee Flottille der Nordseevorpostenboote mini|100x100px|Siegelmarke der NordseevorpostenflottilleDie Flottille der Nordseevorpostenboote wurde als erste Flottille der Vorpostenverbände der Kaiserlichen Marine Mitte August 1914 mit Sitz in Wilhelmshaven aufgestellt. Die Flottille wurde später in Nordseevorpostenflottille umbenannt. Das Sicherungsgebiet der Flottille war die deutsche Bucht. Die Flottille bestand 1914 aus 14 Torpedoboote und 88 Fischdampfern.

1916 existierte bei dieser Flottille eine Sondergruppe, welche zur Bekämpfung von U-Booten und zur Durchführung von nachrichtendienstlichen Operationen und Sabotageaktionen eingesetzt wurde. Weitere Sondergruppen wurden bei der Flottille gebildet, wobei sie immer aus drei Booten bestanden.

Mit der Aufstellung des Befehlshaber der Sicherung der Nordsee im August 1918 wechselte die Unterstellung unter diesen Befehlshaber.

Ende 1918 wurde die Flottille aufgelöst.

Einheiten (Auswahl) Kehdingen: von der Aufstellung bis zum Untergang im November 1917 Silvana: von der Aufstellung bis November 1914 Bismarck: von der Aufstellung bis zum Untergang im März 1917, in einer Sondergruppe eingesetzt Nordsee: von der Aufstellung bis Kriegsende Dithmarschen: von Oktober 1914 bis Anfang 1916, in einer Sondergruppe eingesetzt Rastede: von März 1915 bis Juni 1917, ehemals bei der Hafenflottille Jade-Weser und dann zur Vorpostenflottille West Großadmiral von Tirpitz: von der Indienststellung 1917 bis 1918 Fuchs: von Herbst 1917 bis Kriegsende, von der Vorpostenflottille der Elbe und später in die Reichsmarine übernommen Admiral von Knorr (1918): von der Indienststellung 1918 im Mai 1918 bis zur Auflösung Hay: 1918, von der Vorpostenflottille der Jade-Weser und später in die Reichsmarine übernommen Von Schönberg, im Oktober 1918 übernommen, 1919 an die Fischereiwirtschaft übergeben Fritz Reuter, von April 1917 bis zur Übergabe an die Fischereiwirtschaft 1919 Island, von August 1916 bis zur Übergabe an die Fischereiwirtschaft Ende 1918

Gliederung Mitte Oktober 1914: Führungsboot Silvana I. Gruppe mit 14 Booten II. Gruppe mit 12 Booten inkl. der Bismarck III. Gruppe mit 14 Booten inkl. der Kehdingen IV. Gruppe mit 11 Booten

Mai 1916: Führungsboot Nordsee Führungsboot der I. Nordsee-Vorposten-Halbflottille S 127 (Großes Torpedoboot) Führungsboot der II. Nordsee-Vorposten-Halbflottille S 128 (Großes Torpedoboot) I. Gruppe mit 11 Booten II. Gruppe mit 13 Booten III. Gruppe mit sieben Booten IV. Gruppe mit 11 Booten V. Gruppe mit 13 Booten VI. Gruppe mit sieben Booten inkl. der Rastede

Ende des Krieges 1918: Führungsboot Nordsee (später in die Reichsmarine übernommen) Führungsboot der I. Nordsee-Vorposten-Halbflottille Fuchs Führungsboot der II. Nordsee-Vorposten-Halbflottille Hay Äußere Bewachung: I. Sondergruppe mit drei Booten inkl. Dithmarschen II. Sondergruppe mit drei Booten III. Sondergruppe mit drei Booten IV. Sondergruppe mit drei Booten inkl. Admiral von Knorr (1918) V. Sondergruppe mit drei Booten VI. Sondergruppe mit drei Booten Gruppe Nord mit 12 Booten Gruppe Mitte mit neun Booten 7 Reserveboote Innere Bewachung: Außengruppe mit vier Booten Amrum–Gruppe mit vier Booten Helgolandgruppe mit vier Booten I. Nordsee-Vorposten-Halbflottille: Innengruppe mit vier Booten Elbegruppe mit vier Booten Jade/Wesergruppe mit drei Booten Nordernetzgruppe mit drei Booten, ein Vorpostenboot und ein Reserveboot II. Nordsee-Vorposten-Halbflottille: Innengruppe mit vier Booten Elbegruppe mit vier Booten Jade/Wesergruppe mit drei Booten Nordernetzgruppe mit drei Booten, ein Vorpostenboot und ein Reserveboot

Chef der Flottille Korvettenkapitän Max Forstmann, zugleich bis Dezember 1914 Kommandant der Silvana

Bekannte Personen Carl Kircheiß: von August 1914 bis Dezember 1916 Kommandant eines Vorpostenbootes Karl Loewenstein: während des Ersten Weltkriegs als Signaloffizier bei der Flottille Hafenflottille Jade-Weser mini|100x100px|Siegelmarke der Vorpostenflottille der Jade-WeserAnfang August 1914 wurde die Hafenflottille Jade-Weser aufgestellt. Später erfolgte erst die Umbenennung in Hafenflottille der Jade und Weser, dann im Juni 1917 in Vorpostenflottille der Jade-Weser. Ende 1918 wurde die Flottille aufgelöst.

Einheiten (Auswahl) Hay: von August 1914 bis 1918, dann zur Nordseevorpostenflottille Niobe: von August 1914 bis September 1915 Rastede: von August 1914 bis zum Untergang im Oktober 1914, anschließend zur Nordseevorpostenflottille und dann zur Vorpostenflottille West Drache: von August 1914 bis Kriegsende Zieten: von August 1914 bis 1918, dann zur Vorpostenflottille der Elbe Siegfried: von August 1915 bis Dezember 1915, später ab Februar 1918 bei der Vorpostenflottille der Ems Ägir: von September 1915 bis zur Außerdienststellung Mitte Januar 1916

Gliederung August 1914: Führungsboot Ariadne (Ende August 1914 gesunken) Hay, Zieten, Berlin (im Oktober 1914 zur IV. Aufklärungsgruppe der Hochseestreitkräfte), Alice Roosevelt, Drache, D 5 (Torpedodivisionsboot) Zwei große Torpedoboote Vier kleine Torpedoboote (2 Fischereiboote, 2 Minensuch-Boote) Hilfsminensuchdivision für Wilhelmshaven Hilfsminensuchdivision für Jade Mitte Oktober 1914:

Führungsboot Siegfried Niobe, Hay, Zieten, Alice Roosevelt, Drache Große Torpedoboote: T 91, T 93, T 94, T 95, T 107 Kleine Torpedoboot: T 61, T 66, T 68 Vorpostenboote: 10 Fischdampfer Hilfsminensuchdivision Wilhelmshaven mit 11 Booten Hilfsminensuchdivision Jade mit acht Booten inkl. Rastede Sperrfahrzeugdivision Jade mit 10 Booten Kriegslotsendampfer: drei Boote Kriegsfeuerschiffe: vier Boote Sperrfahrzeugdivision Weser mit 11 Booten Kriegslotsendampfer: zwei Boote Mai 1916: Führungsboot Niobe Zieten, D 2 (Alice Roosevelt) (Torpedodivisionsboot), Drache, Hay Große Torpedoboote: T 93, T 110, S 131 Vorpostenboote mit Großen Torpedobooten als Führungsboote: 1. Gruppe mit Führungsboot T 106 und sechs Booten 2. Gruppe mit Führungsboot T 97 und sechs Booten 3. Gruppe mit Führungsboot T 105 und fünf Booten 4. Gruppe mit Führungsboot G 135 und fünf Booten Hilfsminensuchdivision Wilhelmshaven mit acht Booten Sperrfahrzeugdivision der Jade mit drei Dampfern Oldenburg, Möwe vier Wachtschiffe drei Sperrverkehrsfahrzeuge Kriegslotsendampfer: drei Boote Kriegsfeuerschiffe: vier Boote Sperrfahrzeugdivision der Weser mit neun Booten Poseidon Ende des Krieges 1918: Führungsboot Frisia D 2 (Alice Roosevelt), Kaiser, Drache, Köhlbrand, August Pieper, Dr. Ziegner–Gnüchtel, Weser, Stella Sperrfahrzeugdivision der Jade mit drei Fahrzeugen Oldenburg Schiffssperre der Jade mit Möwe 10 Fahrzeuge 35 leichte Schlepper drei weitere Boote Kriegslotsendampfer: zwei Boote Kriegsfeuerschiffe: vier Boote Sperrfahrzeugdivision der Weser mit sechs Booten Triton

Chefs der Flottille Kapitän zur See Hans Seebohm: August 1914, zugleich Kommandant der Ariadne Fregattenkapitän Max Kühne: von August 1914 bis Mai 1915, zugleich Kommandant der Niobe Kapitän zur See Ernst Ewers: von Mai 1915 bis September 1915, zugleich Kommandant der Niobe; vormals Chef der Hafenflottille der Elbe und später Chef der Küstenschutzdivision der Ems unbekannt Kapitän zur See Hans Bene: von Januar 1916 bis November 1916, zugleich Kommandant der Niobe Fregattenkapitän/Kapitän zur See Carl Fürst zu Ysenburg und Büdingen: von Juli 1917 bis zur Auflösung, zugleich Kommandant des Wasserabschnitts Wilhelmshaven

Bekannte Personen

Leutnant zur See Friedrich Frisius: von Oktober 1914 bis Juni 1916 Wachoffizier auf der Drache

Vorpostenflottille der Ems mini|100x100px|Siegelmarke der Vorpostenflottille der Emsmini|Vorpostenboot Nürnberg, 1914 Anfang Oktober 1915 wurde die Vorpostenflottille der Ems aufgestellt. Anfang Februar 1918 sollte die Flottille die U-Boote UB 65 und U 104 durch die deutschen Minensperren bei Hornsriff leiten. Dies scheiterte und vier Boote gingen verloren. Ende 1918 wurde die Flottille aufgelöst. Die Flottille musste eine hohe Anzahl von mehr als sechs Verlusten von Booten hinnehmen.

Neben der Vorpostenflottille der Ems existierte auch noch eine Küstenschutzdivision der Ems, welche im Mai 1918 aufgelöst wurde und in die Vorpostenflottille der Ems eingegliedert wurde. mini|Auf dem Borkumriff gestrandetes Vorpostenschiff der Vorpostenflottille der Ems, 1918.

Einheiten (Auswahl) D 9: von der Küstenschutzflottille der Ems, von der Aufstellung der Flottille bis kurz vor Kriegsende Nürnberg: von der Aufstellung bis Juli 1915, dann zur Vorpostenhalbflottille Ost Lister Tief: nach der Indienststellung Mitte November 1916 bis zur Strandung Anfang Januar 1918 Bürgermeister Pauli: nach der Indienststellung Mitte Dezember 1916 bis zur Strandung Anfang Januar 1918 Weddigen: von Mai 1917 bis zum Untergang Februar 1918 Rheinfels: bis zum Untergang Februar 1918 Anneliese: bis zum Untergang Februar 1918 Brockeswalde: bis zum Untergang Februar 1918 Arcona: von der Küstenschutzflottille der Ems, von Herbst 1917 bis Kriegsende und später in die Reichsmarine übernommen Heimdall: von Dezember 1917 bis Kriegsende Siegfried: von Februar 1918 bis Kriegsende, ehemals bei der Hafenflottille der Jade und Weser Scharnhorst Seefahrt ist Not

Gliederung Mai 1916: Führungsboot D 9 (Torpedodivisionsboot) I. Vorposten-Halbflottille der Ems: Führungsboot S 138 (Großes Torpedoboot) 1. Gruppe mit drei Booten 3. Gruppe mit drei Booten 5. Gruppe mit drei Booten II. Vorposten-Halbflottille der Ems: Führungsboot D 6 (Torpedodivisionsboot) 2. Gruppe mit drei Booten inkl. Brockeswalde 4. Gruppe mit drei Booten 6. Gruppe mit drei Booten

Ende des Krieges 1918: Führungsboot Arcona Beischiffe Heimdall und Siegfried I. Vorposten-Halbflottille der Ems: Führungsboot Poseidon 12 Boote II. Vorposten-Halbflottille der Ems: Führungsboot Uranus 12 Boote

Chefs der Flottille Korvettenkapitän Georg Brandes: von der Aufstellung bis Januar 1917 Korvettenkapitän Erich Heyden: von Januar 1917 bis Februar 1918, zugleich Kommandant der Arcona Korvettenkapitän Carlo Peucer: von Februar 1918 bis Kriegsende, zugleich Kommandant der Arcona

Hafenflottille der Elbe mini|101x101px|Siegelmarke des Chefs der Hafenflottille Elbemini|100x100px|Siegelmarke des Chefs der Vorpostenflottille Elbe Anfang August 1914 wurde die Hafenflottille der Elbe aufgestellt. Mitte Juni 1917 erfolgte die Umbenennung in Vorpostenflottille der Elbe. Ende 1918 wurde die Flottille aufgelöst.

Einheiten (Auswahl) Nymphe: von der Aufstellung bis September 1915 Medusa: von der Aufstellung bis September 1915, später zur Küstenschutzdivision der Ostsee Fuchs: von der Aufstellung bis Herbst 1917, dann zur Nordseevorpostenflottille Pfeil: von der Aufstellung bis Juni 1915