Der Deutsche Damen Automobil Club e.V. (DDAC) wurde am 18. Mai 1926 in Gatow, Berlin, von 7 Damen gegründet. Am 10. Juni 1926 wurde der DDAC in das Vereinsregister des Amtsgerichts Berlin-Charlottenburg eingetragen. - Seit 1949 ist der Sitz in Hannover.75 Jahre Deutscher Damen Automobil Club e.V. im Automobilclub von Deutschland;1926-2001; Festschrift Portraits der Präsidentinnen Der DDAC hat zurzeit rund 300 Mitglieder und sich dem Motorsport, der Kultur und der Gemeinschaft verschrieben. Er ist ein Automobilclub für sportlich aktive Frauen, welche in mehreren Landesclubs aktiv sind.

Organisation und Struktur Das Präsidium ist überregional tätig und vertritt den Club nach außen. Intern ist der DDAC in acht Landesclubs organisiert. Jeder Landesclub hat einen eigenen Vorstand.

Geschichte Gründung Gegründet wurde der Deutsche Damen Automobil Club in Berlin. Dort wurde am 18. Mai 1926 das Gründungsprotokoll von sieben Damen unterzeichnet. Gründungspräsidentin war Lucy Freifrau von Linsingen (1887–1961). Ihr gelang es, sechs weitere Damen von ihrer Idee zu überzeugen. Das Berlin der 1920er Jahre war aufgeschlossen für alles Neue und das automobilgeschichtlich innovative Jahr 1926 (z. B. Daimler und Mercedes-Benz schlossen sich zusammen) war prädestiniert, die Idee eines Damen Automobil Clubs zu verwirklichen.

Ziel von Freifrau von Linsingen war es, motorsportliche Veranstaltungen für Damen zu organisieren und ein gesellschaftliches und kulturelles Clubleben aufzubauen. In der Gründungsphase gelang es ihr in Hannover die Sportfahrerin Liliane Roehrs für die Mitgliedschaft und Gründung der Ortsgruppe Hannover zu gewinnen. Dieses stellte sich später als sehr wichtig für das Überleben in der NS-Zeit und die Neugründung im Jahr 1949 heraus. Es bildeten sich schnell auch Gruppen in Königsberg, Dresden, Leipzig und Stettin.Deutscher Damen Automobil Club e.V. im Automobilclub von Deutschland; Festschrift 80 Jahre DDAC 1926–2006;Artikel: Der DDAC im Wandel der Zeit von Dr. Sylvia Thießen-Lüders;Seite 4 1927 wurde der DDAC Kartellclub beim AvD.

Bekannte DDAC-Mitglieder waren u. a. Hedda Adlon, Charlotte Bahr, Elinor Sachs von Opel, Margret Jay von Opel und Hilde Ullstein (verh. Pribram).

Margarete von Hindenburg, die Schwiegertochter des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg, und Bertha Benz, die Ehefrau des Automobilerfinders Carl Benz, wurden Ehrenmitglieder.

Im April 1929 legte Lucy von Linsingen das Präsidentenamt nieder und verließ den Club. Zur Nachfolgerin wurde Katharina von Kardorff-Oheimb (1879–1962) gewählt, eine bekannte Politikerin in der Zeit der Weimarer Republik.

Autosport In den Jahren ab 1928 veranstaltete der DDAC Zuverlässigkeitsfahrten. Es wurden schon damals Strecken zwischen 400 und 750 km zurückgelegt. Auch Geschicklichkeits- und Geländeprüfungen wurden abgelegt. Die motorsportlichen Aktivitäten wurden durch die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er stark beeinträchtigt.

Die Zeit ab 1933 Schon kurz nach der nationalsozialistischen "Machtergreifung" im Januar 1933 wurden die jüdischen Damen aus dem Club gedrängt. Die meisten von ihnen lebten in Berlin.

Seitdem waren dem Club auch alle motorsportlichen Aktivitäten unmöglich geworden. Die Eingliederung in den nationalsozialistischen Einheitsclub „Der Deutsche Automobil-Club“, welcher die Abkürzung „DDAC“ übernahm, konnte abgewehrt werden. Der Deutsche Damen Automobil Club wandelte sich in den "Deutschen Damen Club von 1926" um, einen reinen Traditionsclub mit nur noch gesellschaftlichen Aufgaben.

Katharina von Kardorff-Oheimb war zunächst weiter Präsidentin des Clubs. Da sie nicht Mitglied der NSDAP war, wurde sie 1938 aus dem Amt gedrängt. Als "Vereinsführerin" folgte ihr zunächst Lolita Lahmann (1892–1940) aus Friedrichsthal bei Dresden. An deren Stelle trat im Juni 1939 das Parteimitglied Liliane Roehrs (1900–1975) aus Hannover.

Die letzte Versammlung des "Deutschen Damen Clubs von 1926" war im Juni 1939 in Karlsbad, wenige Wochen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Während des Krieges fanden Aktivitäten des Clubs nur noch auf regionaler Ebene statt, z. B. in Hannover.

Die Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg Liliane Roehrs konnte zehn Damen aus Hannover erfolgreich zum Durchhalten motivieren. Im Januar 1946 rief sie eine Mitgliederversammlung mit dem Ziel ein, die Tradition des alten Clubs wieder aufleben zu lassen und den Club zukunftsorientiert neu zu organisieren. Es wurde die Neugründung des Clubs mit Sitz in Hannover und die Wiederannahme des traditionsreichen Namens „Deutscher Damen Automobil Club e.V.“ beschlossen. 1949 schloss sich der DDAC dem AvD als Kooperativclub an.

Deutsche Damen Rallye 1953 fand die erste Zuverlässigkeitsfahrt über 750 km nach Bad Pyrmont statt. Die „Deutsche Damen Rallye“ war geboren. Ihr folgten noch 19 weitere, bevor 1970 die Umfirmierung in „Orientierungsfahrten“ aufgrund neuer ONS-Bestimmungen stattfand. Außerdem oblag nun die Organisation dieser Veranstaltung den Landesclubs im jährlichen Wechsel.

DDAC seit 1971 Heute besteht der DDAC aus rund 300 Mitgliedern in 8 Landesclubs. Regelmäßig finden sich Damen im Alter von 19 bis 98 Jahren aus ganz Deutschland zu kulturellen, kulinarischen aber auch sportlichen Aktivitäten zusammen. Es werden Tischrallyes oder gefahrene Orientierungsfahrten, Museums- und Konzertbesuche, aber auch im persönlichen Bereich stattfindende gesellschaftliche Unternehmungen organisiert. Auch die Erste Hilfe und fahrerisches Können werden geübt.

Prominente Mitglieder und Ehrenmitglieder Bertha Benz (1849–1944) Elly Beinhorn (1907–2007) Margarete von Hindenburg (1897–1988) Liliane Roehrs (1900–1975)

Literatur 40 Jahre Deutscher Damen Automobil Club im Automobilclub von Deutschland 1926–1966. Chronik, Mitglieder-Verzeichnis, Satzungen, o. O. u. J. Chronik 70 Jahre Deutscher Damen-Automobil-Club im Automobil-Club von Deutschland 1926–1996. Festschrift anlässlich des 70jährigen Bestehens, [Bad Soden 1996] 75 Jahre Deutscher Damen-Automobil-Club im Automobilclub von Deutschland 1926–2001. Festschrift. Portraits der Präsidentinnen, [Bad Soden 2001] Festschrift 80 Jahre DDAC 1926–2006 Caspers, Regina: Aus der Gründungszeit: Eine kleine Kulturgeschichte der Dame im Motorsport, in: 90 Jahre Deutscher Damen Automobil Club (DDAC). Festschrift anlässlich der 58. Deutschen Damen-Rallye, ausgerichtet vom LC Berlin am Schwielowsee 2016, [Berlin], S. 8–75

Weblinks

https://www.ddac.de/ – Offizielle Webseite des Deutschen Damen Automobilclubs

Einzelnachweise

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