Die LK-60Ja-Klasse (, in der Entwicklung als Projekt 22220, , bezeichnet) ist eine russische Atomeisbrecherklasse, die für Arbeiten in Polarregionen konstruiert wurde und in der Sankt Petersburger Werft Baltisches Werk für Rosatom gebaut wird. Die Schiffe dieser Klasse sind die größten Atomeisbrecher der Welt. Das erste Schiff der Klasse wurde im Herbst 2020 in Dienst gestellt.
Geschichte Um in der arktischen Polarregion Schiffsverkehr zu ermöglichen, verfügt Russland über eine Flotte an leistungsstarken Eisbrechern, die entweder nuklear- oder dieselgetrieben sind. Die Schiffe sollen traditionell im westlichen aber zunehmend auch im östlichen Teil der Nordostpassage den Schiffsverkehr angesichts der dort vorhandenen Öl- und Gasvorkommen unterstützen. Die leistungsstärksten Eisbrecher waren bisher die sechs Schiffe der Arktika-Klasse, die ab den 1970er Jahren gebaut wurden. Die Nachfolge ist die LK-60Ja-Klasse, deren Konstruktion unter der Projektbezeichnung 22220 in den 1990er Jahren begann. Der Auftrag zum Bau der ersten drei Schiffe ging 2012 an die Werft Baltisches Werk in Sankt Petersburg. Die Maschinenleistung der neuen Generation wurde auf 60 MW gesteigert, die Vorgängerklasse verfügt über 49 MW. Das erste Schiff der neuen Baureihe hat den Namen Arktika, es wurde 2020 in Dienst gestellt.
Das technische Nachfolgeprojekt unter der Bezeichnung „10510“ wurde von Ministerpräsident Medwedew am 15. Januar 2020 genehmigt. Es ist geplant, dass die Leistung dieser Schiffe auf 120 MW erhöht wird. Der Stapellauf des ersten Eisbrechers der nächsten Generation ist für 2027 geplant.
Technik Die Schiffe sind 173,3 m lang und 34 m breit. Die Breite ist auf 100.000-t-Tankschiffe abgestimmt, denen sie den Weg frei machen soll. Durch die Aufnahme von Ballastwasser kann der Tiefgang von 8,65 auf 10,5 m verändert werden. Entsprechend verändert sich die Verdrängung von 25.540 bis 33.530 t. Dies ermöglicht den Einsatz sowohl im offenen Meer als auch in Flachgewässern wie z. B. den Mündungsgebieten arktischer Zuflüsse. Der nuklear-turboelektrische Antriebsstrang besteht aus zwei 175-MWtherm.-RITM-200-Druckwasserreaktoren und zwei 36-MWel.-Turbogeneratoren. Der RITM-200 ist ein von OKBM entwickelter Druckwasserreaktor.
Der Antrieb erfolgt über drei 6,2-Meter-Vierblattpropeller, die von 20-Megawatt-Elektromotoren (27.000 PS) angetrieben werden. Mit einer Gesamtantriebsleistung von 60 Megawatt (80.000 PS) können die Schiffe bei voller Leistung im Tiefwassereinsatz 2,8 bis 2,9 m dickes Eis mit einer kontinuierlichen Geschwindigkeit von 1,5 bis 2 Knoten brechen.
Die Zahl der Besatzungsmitglieder ist mit 53 Personen deutlich geringer als bei den Vorgängerschiffen der Arktika-Klasse, bei denen 106 Personen an Bord waren. Es gibt auch Quellen, die von 75 Besatzungsmitgliedern sprechen.
Einheiten Bis zum 18. November 2025 wurden 7 Schiffe auf Kiel gelegt, wovon 5 bereits vom Stapel liefen. Nach der Arktika 2020 wurden die Sibir 2021 und die Ural 2022 in Dienst gestellt. Im November 2022 folgte der Stapellauf der Jakutia. Die sechsten und siebten Schiffe sollen nun nicht Kamtschatka und Sachalin heißen, sondern Stalingrad und Leningrad.https://thebarentsobserver.com/en/arctic/2023/11/shadow-strife-and-aggression-descends-arctic-putin-names-new-icebreaker-stalingrad
Name Bild Baunummer/Projektnummer IMO-Nr. KiellegungStapellauf Indienststellung Bemerkung Arktika150px 05706 9694725 5. November 201316. Juni 2016 21. Oktober 2020 Das Schiff erreichte am 3. Oktober 2020 während der Abnahmefahrten den geografischen NordpolSibir150px 05707 9774422 26. Mai 201522. September 2017 24. Dezember 2021 Ural 150px 05708 9658642 25. Juli 201625. Mai 2019 22. November 2022 Jakutia 05709 9911202 26. Mai 202022. November 2022 Dezember 2024 (geplant) Tschukotka 05712 16. Dezember 2020Juni 2024 Dezember 2026 (geplant) Leningrad 1022952 26. Januar 2024 Stalingrad 1022964 18. November 2025
Weblinks
Website des Betreibers Rosatom zum Projekt 22220 (russisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Schiffsklasse mit Nuklearantrieb