mini|hochkant=1.3|Stolpersteine in Fürstenwalde Die Liste der Stolpersteine in Fürstenwalde/Spree umfasst jene Stolpersteine, die vom Kölner Künstler Gunter Demnig in der brandenburgischen Stadt Fürstenwalde/Spree verlegt wurden. Stolpersteine erinnern an das Schicksal der Menschen, die von den Nationalsozialisten ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden. Die Stolpersteine wurden vom Kölner Künstler Gunter Demnig konzipiert und werden in der Regel von ihm vor dem letzten selbstgewählten Wohnsitz des Opfers verlegt.

Die erste Verlegung in Fürstenwalde/Spree erfolgte am 30. November 2005.

Verlegte Stolpersteine In Fürstenwalde wurden bis Mai 2022 insgesamt 75 Stolpersteine vor 25 ehemaligen Wohnhäusern verlegt. Weitere vier Stolpersteine befinden sich im Museum Fürstenwalde.

Vor Wohnhäusern Stolperstein Inschrift Verlegeort (und -datum)Name, Kurzbiographie 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137383230 HIER WOHNTEEUGEN BRANDTJG. 1880'SCHUTZHAFT' 1938SACHSENHAUSENDEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Mühlenstraße 5c (Verlegt am 03.12.2019) Eugen Brandt kam am 8. Juni 1880 in Birnbaum zur Welt. 1912 heiratete er Rosa Hoffmann. Der Ehe entstammten drei Kinder. 1920 zog die Familie nach Fürstenwalde und betrieb in ihrem Wohnhaus ein Geschäft. Während der Novemberpogrome 1938 wurde er verhaftet und war bis zum 14. Dezember 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen inhaftiert. Nach einem kurzen Aufenthalt in Berlin wurde das Ehepaar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137383272 HIER WOHNTEGERDA BRANDTJG. 1914FLUCHT 1938BRASILIEN Mühlenstraße 5c (Verlegt am 03.12.2019)Gerda Philippine Villemor Amaral Brandt kam am 21. September 1914 in Rathenow zur Welt. 1939 floh sie nach Brasilien. Sie starb 2013 in Salvador da Bahia im Kreise ihrer Familie. Sie sprach nie mit ihren Nachfahren über ihre jüdische Vergangenheit. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137383269 HIER WOHNTEROSA BRANDTGEB. HOFFMANNJG. 1891DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Mühlenstraße 5c (Verlegt am 03.12.2019)Rosa Hoffmann kam am 27. Januar 1891 in Birnbaum zur Welt. Ihr jüngster Sohn Werner Brandt wurde in Fürstenwalde geboren. Nach der Haft ihres Mannes zogen sie nach Berlin. Von dort wurde das Ehepaar am 12. Januar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137383270 HIER WOHNTERUDOLPH BRANDTJG. 1913FLUCHT 1938FRANKREICHMIT HILFE ÜBERLEBT Mühlenstraße 5c (Verlegt am 03.12.2019)Rudolph Brandt kam am 14. August 1913 in Rathenow zur Welt. 1920 zog die Familie nach Fürstenwalde. Unmittelbar nach der Inhaftierung seines Vaters Eugen Brandt, verließ er Deutschland. Er lebte versteckt bis Kriegsende in Frankreich und starb am 05. Februar 1989 in Andorra. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137383273 HIER WOHNTEWERNER BRANDTJG. 1923DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Mühlenstraße 5c (Verlegt am 03.12.2019)Werner Brandt kam am 15. Mai 1923 in Fürstenwalde zur Welt. Nach der Freilassung seines Vaters Eugen Brandt zog er mit seinen Eltern nach Berlin. Werner teilte das Schicksal seiner Eltern, und wurde am 26. Februar 1943 in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deponiert und ermordet. Sein genaues Todesdatum ist nicht bekannt. 120px HIER WOHNTESOPHIEDAVIDSOHNGEB. DAVIDSOHNJG. 1874DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Fischerstraße / Ecke Eisenbahnstraße (Verlegt am 29.09.2006)Sophie Davidsohn kam im Jahr 1874 in Kletzko zur Welt. In Fürstenwalde lebte sie als Witwe, bis sie am 2. März 1993 mit dem 32. Transport im Rahmen der „Fabrik-Aktion“ mit weiteren 1756 Menschen in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet wurde. 120px HIER WOHNTEFRIEDA EISIGGEB. ROSENTHALJG. 1881GEDEMÜTIGT / ENTRECHTETFLUCHT IN DEN TOD18.5.1935 Friedrich‑Engels‑Straße / Ecke Otto‑Nuschke‑Straße (Verlegt am 03.12.2019) Frieda Eisig kam im Jahr 1881 in einer jüdischen Familie zur Welt. Nach dem Boykott-Aufruf gegen jüdische Mitbürger im Jahr 1933 liefen die Geschäfte immer schlechter. Sie nahm sich am 18. März 1935 das Leben und ist auf dem jüdischen Friedhof in Fürstenwalde beerdigt. 120px HIER WOHNTEGEORG EISIGJG. 1877DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Otto-Nuschke-Straße / Ecke Friedrich-Engels-Straße (Verlegt am 03.12.2019) Georg Eisig kam am 19. Januar 1877 in Posen zur Welt. Zusammen mit seiner Frau Frieda führte er ein Geschäft für Weißwaren in Fürstenwalde. Nach der Auswanderung seines Sohnes, versuchte er ihm nach Neuseeland zu folgen. Doch seine Flucht gelang ihm nicht und er wurde am 26. Februar 1943 nach Auschwitz deportiert und ermordet. 120px HIER WOHNTEHEINZ EISIGJG. 1908FLUCHT 1936NEUSEELAND Otto-Nuschke-Straße / Ecke Friedrich-Engels-Straße (Verlegt am 03.12.2019) Heinz Eisig kam am 13. Juli 1908 in Schmiegel zur Welt. Er war Lehrling in einer Import-Export-Firma in Berlin. Nach der Machtübernahme Hitlers und dem Suizid seiner Mutter immigrierter er nach Neuseeland zu fliehen. Er starb im Jahr 1953 in Neuseeland infolge eines Krebsleidens. 120px HIER WOHNTEDR. HERBERTFLATAUERJG. 1893DEPORTIERT 1942THERESIENSTADT? ? ? Eisenbahnstraße 8 (Verlegt am 30.11.2005) Dr. Herbert Flatauer kam am 7. März 1893 in Fürstenwalde zur Welt. Seine Eltern betrieben ein großes Kaufhaus im Zentrum der Stadt. Er promovierte in Medizin. 1939 wurde er verhaftet. Am 26. Juni 1942 wurde er über Königsberg nach Maly Trostinec bei Minsk deportiert und ermordet. 120px HIER WOHNTEFRITZ JULIUSFRIEDLÄNDERJG. 1901'SCHUTZHAFT' 1938SACHSENHAUSEN1938-45 ZWANGSARBEITVERSTECKT / ENTDECKTBEFREITVERSEHENTLICH ERSCHOSSEN23.4.1945 Karl-Liebknecht-Straße 60 (Verlegt am 06.09.2017) Fritz Julius Friedländer kam am 26. August 1901 in Weißenfels zur Welt. 1932 heiratete er Klara Charlotte Werwinski und zog nach Fürstenwalde. 1938 wurde er verhaftet und ins KZ Sachsenhausen gebracht. Er leistete Zwangsarbeit Berlin und Fürstenwalde. Am 23. April 1945 wurde er durch sowjetische Soldaten versehentlich erschossen. 120px HIER WOHNTEALBERT GENZJG. 18821933 SCHUTZHAFTGESTAPOHAFTZWANGSARBEITTOT 27.2.1938 August-Bebel-Straße 32 (Verlegt am 30.11.2005)Albert Friedrich Karl Genz kam am 10. April 1882 in Anklam zur Welt. Als Vorsitzender der Ortsgruppe der SPD, wurde er 1933 durch die Nationalsozialisten in Sonnenburg inhaftiert. Er wurde zur Zwangsarbeit bei der Firma Pintsch verurteilt und starb 1938 infolge einer Rippenfellentzündung. 120px HIER WOHNTEJOHANNA GERBERGEB. LEWINJG. 1873MEDIZINISCHE HILFEVERWEIGERTTOT 24.3.1942 Eisenbahnstraße 122 (Verlegt am 17.11.2009)Johanna Gerber kam am 8. März 1873 in Krumfließ zur Welt. Zusammen mit ihrem Mann führte sie in der Eisenbahnstraße ein Geschäft für Damenkonfektion. Aufgrund eines Oberschenkelhalsbruchs war sie bettlägerig. Medizinische Hilfe wurde ihr verwehrt. Sie verstarb 1942 im Jüdisches Krankenhaus Berlin. 120px HIER WOHNTEMAX GERBERJG. 1874DEPORTIERT 1942THERESIENSTADTTREBLINKAERMORDET Eisenbahnstraße 122 (Verlegt am 17.11.2009)Max Gerber kam am 30. November 1874 in Zempelburg zur Welt. Zusammen mit seiner Frau führte er ein Geschäft für Damenkonfektion in der Eisenbahnstraße. Einige Monate nach dem Tod seiner Frau 1942, wurde er zunächst ins Ghetto Theresienstadt und anschließend ins Vernichtungslager Treblinka deportiert, wo er ermordet wurde. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137389473 HIER WOHNTEBETTY HEYMANNGEB. WEINKRANTZJG. 1882DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET Reinheimer Straße 11(Verlegt am 17.11.2009)Betty Heyman kam am 5. September 1882 in Bartenstein zur Welt. Sie heiratete David Heymann und zog mit ihm im Jahr 1911 nach Fürstenwalde. Nach der Pogromnacht 1938 wurde das Geschäft der Familie zerstört. Sie zogen daraufhin nach Berlin. Das Ehepaar wurde am 13. Juni 1942 in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137389755 HIER WOHNTEDAVID HEYMANNJG. 1878DEPORTIERT 1942SOBIBORERMORDET Reinheimer Straße 11(Verlegt am 17.11.2009)David Heymann kam am 27. Februar 1878 in Körlin an der Persante zur Welt. Im Jahr 1911 zog er zusammen mit seiner Frau nach Fürstenwalde. Am 9. November 1938 wurde sein „Hamburger Engros-Lager“ mit Kurz- und Wirkwaren zerstört. Am 13. Juni 1942 wurde er zusammen mit seiner Frau in das Vernichtungslager Sobibor deportiert und ermordet. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137389763 HIER WOHNTEERICH HEYMANNJG. 1912DEPORTIERT 1943AUSCHWITZERMORDET Reinheimer Straße 11(Verlegt am 17.11.2009)Erich Heymann kam am 8. August 1912 in Fürstenwalde zur Welt. Er machte in Berlin eine Ausbildung zum Karikaturisten, die er jedoch nach der nationalsozialistischen Machtübernahme abbrechen musste. Am 1. März 1943 wurden Erich und Fanni in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137389770 FANNI HEYMANNGEB. KLAPPHOLZJG. 1914DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Reinheimer Straße 11 (Verlegt am 07.05.2012)Fanni Klappholz kam am 2. Dezember 1914 in Berlin in einer jüdischen Familie zur Welt. Im Jahr 1939 wohne sie in der Linienstraße 125. Sie heiratete den aus Fürstenwalde stammenden Erich Heymann. Am 1. März 1943 wurden Erich und Fanni in das Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau deportiert und dort ermordet. 120pxweitere Bilder | 16px|verweis=d:Q137389777 HIER LEBTEILSE HEYMANNVERH. PAULLJG. 1917FLUCHT 1937USAÜBERLEBT Reinheimer Straße 11 (Verlegt am 07.05.2012)Ilse Heymann kam am 1. Januar 1917 in Berlin in einer jüdischen Familie zur Welt. Am 16. Juni 1937 flüchtete Ilse über Southampton in England auf dem Dampfer „Paris“ in die USA. Sie starb am 7. Mai 1999 an den Folgen eines Schlaganfalles. 120px HIER WOHNTEHILDE RUTH HIRSCHGEB. STORCHJG. 1913FLUCHT 1939ENGLAND Eisenbahnstraße 147 (Verlegt am 06.09.2017)Hilde Storch kam am 6. Januar 1913 in Bukowitz zur Welt. Sie zog 1929 nach Fürstenwalde und führte dort mit ihrer Familie ein Geschäft für Damen- und Herrenkonfektion. Am 18. August 1937 heiratete sie in Fürstenwalde Werner Hirsch. Sie floh zusammen mit ihrem Mann 1939 nach England und verstarb 1999 dort. 120px WERNER HIRSCHJG. 1907'SCHUTZHAFT' 1938SACHSENHAUSENFLUCHT 1939ENGLAND Eisenbahnstraße 147 (Verlegt am 09.09.2017)Werner Hirsch kam am 9. März 1907 in Dortmund zur Welt. Am 18. August 1937 heiratete er in Fürstenwalde Hilde Storch. Während der Novemberpogrome in der Nacht vom 9. November 1938 wurde Werner Hirsch verhaftet und im KZ Sachsenhausen in „Schutzhaft“ genommen. Nach seiner Haft bekam er die Auflage, Deutschland unverzüglich zu verlassen. Er floh 1939 nach England. Seine Frau folgte ihm später nach. Er verstarb 1991 in London. 120px HIER WOHNTEFRIEDAKLOPSTOCKGEB. BÜTOWJG. 1890DEPORTIERT 1943ERMORDET INAUSCHWITZ Dr. Wilhelm-Kürz-Straße 45 (Verlegt am 29.09.2006)Frieda Bütow kam am 5. Juli 1890 in Soldau im Kreis Allenstein zur Welt. Am 27. August 1921 heiratete sie den Chemiker Dr. Hans Klopstock. Hans starb am 12. Dezember 1938 im Konzentrationslager Sachsenhausen. Nach seinem Tod musste Frieda die Wohnung in der Dr.-Wilhelm-Külz-Straße 45 verlassen und zog am 1. März 1939 mit Hanna Ruth zur Untermiete nach Berlin. Am 3. Februar 1943 wurde sie von Berlin mit dem Osttransport Nr. 28 nach Auschwitz-Birkenau deportiert und ermordet. 120px HIER WOHNTEDR. HANSKLOPSTOCKJG. 1879VERHAFTET 9.11.1938SACHSENHAUSENTOT 12.12.1938 Dr. Wilhelm-Kürz-Straße 45