Abarth & C. ist ein italienischer Automobilhersteller sowie Automobiltuner mit Sitz in Turin. Das Unternehmen wurde 1949 in Bologna gegründet und gehört seit 1971 zu Fiat. Nach der Fusion von FCA und PSA zu Stellantis stellt Abarth eine der Marken im neuen Konzern dar.

Die Bezeichnung Abarth wird heute als Marke für besonders leistungsstarke Modelle der Fiat-Pkw verwendet. Das Firmenlogo zeigt einen Skorpion als Anlehnung an das Sternzeichen des Firmengründers Carlo Abarth.

Geschichte Das Unternehmen Abarth & C. wurde 1949 in Bologna von Carlo Abarth, einem in Italien lebenden österreichischen Motorradrennfahrer und Unternehmer, und Armando Scagliarini gegründet. Der Firmensitz wurde bald nach Turin verlegt.

Beim Bau eigener Modelle spezialisierte Abarth sich auf Sportwagen mit kleinem Hubraum. In den Anfängen entstanden diverse Einzelstücke und Fahrzeuge in kleinsten Serien mit speziellen Karosserien unterschiedlichster Designer und Karosseriebauer, darunter Allemano, Beccaris, Bertone, Boano, Luigi Colani, Ellena, Francis Lombardi, Ghia, Giorgio Giugiaro, Pininfarina, Sibona-Basano, Vignale, Viotti und Zagato. Bekannt wurde die Firma Abarth aber als Automobiltuner.

In den 1950er- und 1960er-Jahren wurden Fahrzeuge von Fiat, Simca und Alfa Romeo renntauglich gemacht. Für den Rennstall Abarth fuhren Fahrer wie:

Johann Abt Kurt AhrensAbarth Legenden – Teil 2: Kurt Ahrens Derek Bell Friedrich Bryzmann Ernst Furtmayr Hans Herrmann Arturo Merzario Engelbert Möll Jochen Neerpasch Hans Ortner Franco Patria Walter Röhrl

mini|Fiat 600 Multipla Abarth mini|Abarth 500 (1973) mini|Fiat Ritmo Abarth 125 TC (1983)

1971 verkaufte Carlo Abarth das Unternehmen und die Namensrechte an den Fiat-Konzern. Die Motorsport-Abteilung übernahm dagegen Abarths ehemaliger Mitarbeiter Enzo Osella, der auf dieser Grundlage seinen Rennstall Osella Squadra Corse aufbaute.David Hodges: Rennwagen von A bis Z nach 1945, S. 203. Die Übernahme der Automobilsparte durch Fiat brachte einige Änderungen mit sich. Bis dahin hatten Abarths Autos auf Grund der enormen Bandbreite der Modellpalette jährlich bis zu 600 Renn- und Klassensiege eingefahren. Mit dem auch in Italien spürbaren Trend zu mehr Hubraum sank der Erfolg seines Geschäftsmodells. Hinzu kam, dass die Basisfahrzeuge für die getunten Modelle nicht mehr produziert wurden.

Im Jahr 1976 wurden die Motorsportaktivitäten von Fiat und Lancia zusammengelegt. Bis dahin hatten die Firmen etwa mit dem Lancia Stratos und dem Fiat 124 Spider in Konkurrenz zueinander gestanden, ab diesem Zeitpunkt sollten die Aktivitäten im Konzern besser koordiniert werden.

Unter dem Namen Abarth Corse wurde eine gemeinsame Motorsportabteilung gegründet, die ihren Sitz in alten Hallen am Corso Marche in Turin hatte. Leiter war Aurelio Lampredi, Entwicklungsingenieur war Sergio Limone und Tester Giorgio Pianta, Abarth hatte dort etwa 100 Mitarbeiter.

Ab jetzt wurden Serienprodukte nur noch gefertigt, soweit es die Homologation für den Motorsport erforderlich machte, ansonsten konzentrierte sich Abarth ausschließlich auf die Sportaktivitäten.

In dieser Zeit entwickelte Produkte waren der SE030, ein Fahrzeug auf Basis des Fiat 131 mit dem Motor des 130 und extremen Karosseriemodifikationen für den Giro d’Italia, der Fiat 131 Abarth Rally für den Rally-Einsatz, der Lancia Rally 037 auf Basis des Lancia Beta Montecarlo, ebenfalls ein reines Rally-Fahrzeug und der Lancia Delta S4.

Nach dem Ende der Rally-Gruppe B wurde der SE043 Lancia Delta HF 4WD aus einem reinen Serienprodukt entwickelt, das ursprünglich nicht für Wettbewerbe vorgesehen war und von Abarth wettbewerbstauglich weiterentwickelt wurde. Daraus wurden mit den SE044, SE045 und SE050 Lancia Delta Integrale (8V, 16V und Evo) in unterschiedlichen Entwicklungsstufen von Abarth primär wettbewerbsorientierte Fahrzeuge entwickelt, die dann in Serie gefertigt wurden.

Heute wird die Bezeichnung Abarth von Fiat für die sportlichen Ableger der Modellreihen des Konzerns verwendet, die mit leistungsgesteigerten Motoren ausgestattet werden; man orientiert sich dabei an ähnlichen Verfahrensweisen anderer Automobilhersteller. In den achtziger Jahren waren dies der Ritmo Abarth 125TC und 130TC, die mit einem Hubraum von 2000 cm³ serienmäßig auf und gebracht wurden. Die Ableger der Fiatmodelle Cinquecento, Seicento, Punto, Bravo und Stilo hingegen waren jedoch nur als Ausstattungslinie präsent. Für Tipo und Tempra gab es nur Abarth-Zubehörteile. Seit Ende 2007/Anfang 2008 waren die Modelle Fiat Grande Punto und Fiat 500 (2007) als Abarth Ausführungen erhältlich. Der neue 500 leistet als Abarth und als Abarth esseesse . Der Grande Punto wurde als Abarth mit und als Abarth esseesse mit angeboten.

Ab Mitte 2010 war der überarbeitete Fiat Punto Abarth Evo erhältlich. Dieser leistet 163 PS.

Modelle Eigenkonstruktionen Diese Gruppe umfasst Autos mit einem eigenständigen Erscheinungsbild. Abarth griff, falls möglich, auf Serienteile zurück. Monomille GT Dieses nicht mehr von Zagato entworfene Coupé war straßentauglich. Der Hubraum betrug 1000 cm³. „Mono“ stand für eine Nockenwelle.

Straßenautos mini|Abarth Scorpione (1969) Fiat Abarth 750 GT Zagato 1956 Fiat Abarth 1300 Scorpione,home.planet.nl/~fredr079/alg/alg001de.html genannt Scorpione. Die selbsttragende Karosserie (auf der Bodengruppe des Fiat 850) stammte vom Lombardi Grand Prix, der Motor war aus dem Fiat 124, wurde von Abarth auf 55 kW (75 PS) gebracht und mit einer Kupplungsglocke versehen, die auf das Getriebe des 850ers passte. Die Karosserie bot zwei Personen Platz, hatte Klappscheinwerfer und einen Einzelwischer. Bei einem Leergewicht von 670 kg lag das Leistungsgewicht bei 8,9 kg/PS. Die Höchstgeschwindigkeit betrug 185 km/h. Vorgestellt wurde das Modell in Paris 1968.

Rennwagen mini|Abarth 2000 Sport Spider beim Solitude Revival 2019 mini|Abarth 1300 OT (Omologato Turismo) "Periscopio", Bj. 1968, 1300 cm³. Dies ist die späte Version mit dem von Abarth selbst gebauten Motor, nachdem die Zusammenarbeit mit Simca endete Abarth Simca 1300: Nur die Bodengruppe stammte vom Simca 1000, der Motor wurde von Ing. Luciano Fochi konstruiert. Die Stückzahl erreichte knapp die zur Homologation erforderlichen 50 Fahrzeuge. Daten: 1288 cm³, 94–102 kW (128–139 PS), Höchstgeschwindigkeit 230–250 km/h. 207A Spider Boano 1955 Fiat Abarth 750 (1957) 1000 P (1963) Fiat Abarth 1300 Spider Tubolare 1963. Dieses Modell gab es auch mit 1000 cm³ Hubraum. Die Namen Spider Sport 1000, Spider Sport Tubolare und Abarth 1000 Sport waren gebräuchlich. Von der Version mit 1000 cm³ wurden vier Exemplare gebaut. Die 74 kW (100 PS) des Motors in Verbindung mit einem Gesamtgewicht von 420 kg reichten aus, bei engen, kurvenreichen Bergrennen Gesamtsiege gegen weitaus stärkere Konkurrenz zu erringen, so mit dem Schweizer Tommy Spychiger beim Bergpreis La Bolzano-Mendola 1963. Die Karosserie war offen und hatte eine flache Windschutzscheibe, die fast nahtlos in die noch niedrigeren Seitenscheiben überging. Die Gesamthöhe betrug 103 cm. Abarth 2000, 1964 Fiat Abarth OT 2000 1966 1300 OT (1967) Abarth 2000 Sport Spider 1968 1000 Spider (1969)

Das Spektrum der nicht nur modifizierten, sondern selbst hergestellten Fahrzeuge erscheint für die Größe der Firma und die kurze Firmengeschichte sehr breit. Kleine, leichte Modelle mit (auch für zeitgenössische Vorstellungen) wenig Hubraum waren bei Automobilrennen oft nicht nur in ihrer Klasse, sondern auch im Gesamtklassement erfolgreich.

Nach dem Verkauf der Marke Abarth an Fiat im Jahr 1971 wurde das Abarth-Rennteam von Vincenzo „Enzo“ Osella übernommen, der es unter dem Namen Osella Squadra Corse in Turin und später in Atella weiterführte und mit ihm sowohl bei Sportwagenrennen als auch im Formel-Sport bis hin zur Formel 1 (1980 bis 1990) antrat.

Fremdfabrikate Diese Aufstellung umfasst die Modelle mit Karosserie von Großserienherstellern.

Simca mini|Motorraum eines Fiat Abarth 1000 Abarth tunte bzw. baute folgende Modelle auf Chassis von Simca: 1962–1966: Abarth-Simca 1300 mit 101 kW (138 PS) aus 1288 cm³ 1963–1964: Abarth-Simca 2000 GT Corsa mit 141 kW (192 PS) aus 1946 cm³ 1963–1965: Abarth-Simca 1150 (getunter Simca 1000) mit 40 kW (55 PS) aus 1138 cm³

Fiat mini|Abarth TC bei einem Slalom mini|Fiat Abarth 1000 TC, Baujahr 1970, beim Oldtimer Festival des DAMC 05 Fiat Nuova 500 Fiat-Abarth 595: 594 cm³ Hubraum, 20 kW (27 PS), Vmax 120 km/h. Fiat-Abarth 595 SS: 23 kW (32 PS), zwei verschiedene Übersetzungen. Fiat-Abarth 695 Fiat-Abarth 695 SS: 690 cm³, 28 kW (38 PS), 140 km/h, homologiert in Gruppe 2 Fiat-Abarth 695 SS Corsa, homologiert in der Gruppe 5

Das Gewicht der Modelle lag zwischen 470 und 484 kg. Allerdings standen diese Modelle etwas im Schatten von Steyr-Puch. Zur Marktorientierung: der Fiat 500 wog um 520 kg und hatte 13 kW (18 PS).

Fiat 600 Fiat-Abarth 850 bzw. Fiat-Abarth 1000, beide als TC, der 1000er auch TCR Dieses war, gemessen an den Stückzahlen, das erfolgreichste Modell, wobei der Preis von damals eine Homologation in der Gruppe 1 verhinderte. Im Motorsport mit Tourenwagen der Gruppe 2; Seite 1 von 38 waren der 850er und der 1000er erdrückend überlegen. Die überwiegende Mehrzahl war nicht zum Verkehr zugelassen, sondern diente allein dem Rennbetrieb. Vielfach stammen die heute (2006) präsentierten Wagen nicht von Abarth selbst, sondern sind nachträglich modifizierte Fiats. Charakteristisch ist ab 1965 der vordere Wasserkühler. Fiat-Abarth 850 TC Corsa Dieses ab 1961 in der damaligen Gruppe 2 homologierte Modell wog 583 kg und hatte einen getunten 847-cm³-Motor im Heck, der aus der Baureihe Fiat 850 stammte. Wohlgemerkt, nur der Motor; die Karosserie entsprach der des Fiat 600 und hatte je nach Baujahr erst hinten, später vorn angeschlagene Türen. Bei einer Kompression von 12,5:1 betrug die Leistung 57 kW (78 PS). Weitere technische Daten: hängende Ventile (acht), seitliche, über Kette angetriebene Nockenwelle, Leichtmetall-Zylinderkopf, dreifach gelagerte Kurbelwelle, Zentrifugal-Ölfilter im Hauptstrom, ein Fallstrom-Doppelvergaser Weber 36 DCD 7, elektrische Bendix-Benzinpumpe, Fünfgang-Getriebe mit wählbaren Untersetzungsverhältnissen für Achsantrieb und die Gänge 2,3,4 und 5, Girling-Vierrad-Scheibenbremse, ø vorn 21,1 cm, hinten 22 cm, Benzintank 31 l, auf Wunsch 40, 50, 60 oder 70 l, Höchstgeschwindigkeit 180 km/h.

Dem Basismotor merkt man an, dass Wirtschaftlichkeit das primäre Entwicklungsziel war, nicht die Leistung. Die letztlich erreichte Leistung ist erstaunlich und war für das leichte Auto die Basis der zahlreichen Erfolge in der 850-cm³-Klasse. Die anspruchsvollen technischen Details führten dazu, dass der Preis etwa vier- bis fünfmal höher war als derjenige des Basismodells. Fiat 850 Coupé verschiedene Typen bis 136 kW (185 PS) Fiat Abarth OTSS 1000 (1965), auch basierend auf dem Fiat 850 Coupé Fiat 124 Spider Abarth Fiat 131 Rally Abarth

Autobianchi mini|Autobianchi A112 Abarth Autobianchi A112 In den 1970er und 1980er Jahren wurden Abarth-Versionen des Autobianchi A112 hergestellt. Der kurze Radstand, das geringe Gewicht (700 kg) und die ebenso kraftvollen wie drehfreudigen Motoren (51 kW/70 PS) sorgten für überdurchschnittliche Fahrleistungen.

Ferrari 1953 diente auch ein Ferrari als Basisfahrzeug.

Lancia Lancia 037 (Rally) (reines Wettbewerbsfahrzeug mit kleiner Homologationsserie) Lancia Delta S4 (reines Wettbewerbsfahrzeug mit kleiner Homologationsserie) Lancia Delta Integrale (aus einem Serienprodukt abgeleitetes, straßentaugliches Wettbewerbsfahrzeug)

Einzelheiten zu den Abarth-Automobilen