Der No Hijab Day findet seit 2018 am 1. Februar des Jahres statt. Der Aktionstag wurde erstmals durch die kanadische Aktivistin Yasmine Mohammed begangen. Der No Hijab Day ist eine Reaktion auf den World Hijab Day. Das Ziel ist nach eigenen Angaben, den Mut der Frauen zu feiern, die familiäre, gesellschaftliche und religiöse Zwänge überwunden haben und sich dazu öffentlich bekennen, den Hidschāb abzulegen.
Sinn Menschen, die zum No Hijab Day aufrufen, sehen in der Verschleierung von Frauen ein kulturelles Machtinstrument, das vor allem im Iran und in Afghanistan dazu genutzt wird, Frauen zu unterdrücken. Yasmine Mohammed sagte zu dem Tag:
Vorgeschichte Im Jahr 2013 wurde der erste World Hijab Day ausgerufen. Dieser richtet sich zum einen gegen die Diskriminierung von Frauen, die einen Hijab tragen, zum anderen soll er Frauen dazu ermuntern, sich zu verschleiern. Auch Frauen, die keine gläubigen Muslima sind, wird geraten, den Hijab für einen Tag auszuprobieren. Der World Hijab Day wurde von vielen Seiten stark kritisiert, da der repressive Charakter, der einem Hijab ebenfalls anhaften könne, ausgeblendet würde.
So kritisierte etwa Maryam Namazie den World Hijab Day in ihren Blogbeiträgen scharf. Sie verglich ihn mit einem „Female Genital Mutilation Day“ oder „World Child Marriage Day“. An anderer Stelle schrieb sie:
Im Jahr 2014 rief Maryam Namazie zu Solidarität mit „Frauen, die der Verschleierung widerstehen und sich weigern“ auf.
Im Dezember 2015 veröffentlichte die Washington Post einen Kommentar von Asra Nomani und Hala Arafa mit dem Titel „Als muslimische Frauen bitten wir Sie ausdrücklich, keinen Hijab im Namen interreligiöser Solidarität zu tragen“. Sie sagten, der World Hijab Day würde die „irreführende Interpretation“ unterstützen, dass die Kopfbedeckung immer freiwillig getragen werden würde und hijab „nur“ Kopftuch bedeute.
In einem eigenen Kommentar bezog sich Maajid Nawaz auf den Artikel von Nomani & Arafa und beschrieb den World Hijab Tag als „schlimmer als gedacht“ und schlug vor, den Namen in „Hijab-ist-eine-Freie-Entscheidung-Tag“ zu ändern.
Ensaf Haidar, die Frau des nach wie vor inhaftierten säkularen Bloggers Raif Badawi, bezeichnete den World Hijab Day in einem Tweet als „islamische Propagandakampagne“ und rief dazu auf, für „die Opfer, die darunter leiden, den Hijab oder Niqab tragen zu müssen“, einzutreten.https://twitter.com/miss9afi
Medienecho Besonders der erste No Hijab Day im Jahr 2019 sorgte für ein breites Medienecho. Im Frauenmagazin Emma berichtete Alexandra Eul über den Aktionstag und schrieb:
Auch der Humanistische Pressedienst berichtete über den ersten No Hijab Day. In der Zeitung Die Welt fragte Martin Niewendick in einem Artikel: „Verharmlost der ‚World Hijab Day‘ die Unterdrückung von Frauen?“
Bei heutigen Medienberichten stehen vor allem die konfligierenden Ansichten der verschiedenen Gruppen, die jeweils zum World Hijab Day und zum No Hijab Day aufrufen, bezüglich des Hijab im Vordergrund. Der No Hijab Day ist zudem immer wieder Anlass für Fachvorträge, die sich kritisch mit der Verschleierung von Frauen aus religiösen Gründen auseinandersetzen.
Organisatoren und Unterstützer In Deutschland wird der #NoHijabDay unter anderem unterstützt und organisiert von: Zentralrat der Ex-Muslime Terre des Femmes
Einzelnachweise
Kategorie:Religiöse Kleidung (Islam) Kategorie:Frauen und Islam Kategorie:Gedenk-, Feier- oder Aktionstag im Februar