mini|Friedhof und Kirche St. Jakob

Custenlohr (fränkisch: KusdloaE. Fuchshuber: Uffenheim, S. 37. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „kʰusdlōɘ“.) ist ein Gemeindeteil der Stadt Uffenheim im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim (Mittelfranken, Bayern). Die Gemarkung Custenlohr hat eine Fläche von 6,650 km². Sie ist in 659 Flurstücke aufgeteilt, die eine durchschnittliche Fläche von 10.091,41 m² haben. In ihr liegen neben dem namensgebenden Ort die Gemeindeteile Hinter- und Vorderpfeinach.

Lage Das Kirchdorf liegt auf einer kleinen Anhöhe, die zu allen Seiten außer dem Süden abfällt, und ist unmittelbar von Acker- und Grünland umgeben. Es entspringt dort der Schellenbach, ein rechter Zufluss des Hainbachs. Im Norden befindet sich das Hochholz, im Süden das Buchheimer Holz. Die Kreisstraße NEA 49 führt zur Anschlussstelle der Staatsstraße 2252 an die Bundesstraße 13 bei Neuherberg (2,8 km östlich) bzw. zur Staatsstraße 2419 (2,5 km westlich), die etwas weiter westlich zur Anschlussstelle 106 der Bundesautobahn 7 verläuft. Die Kreisstraße NEA 43 führt nach Uffenheim zur St 2419 (3 km nördlich) bzw. nach Mörlbach (4 km südlich).

Geschichte 1103 wurde ein „Sigeloch de Custulare“ urkundlich erwähnt. Dies ist zugleich die erste Erwähnung des Ortes. Das Grundwort des Ortsnamens ist „lār“ (mhd. für Hürde, Gatter). Die Bedeutung des Bestimmungswortes ist unklar.E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 38f.

Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Custenlohr 27 Anwesen. Das Hochgericht übte das ansbachische Oberamt Uffenheim aus. Das Kasten- und Stadtvogteiamt Uffenheim war Grundherr über 26 Anwesen.J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 1, Sp. 569. Von 1797 bis 1808 unterstand Custenlohr dem preußischen Justiz- und Kammeramt Uffenheim.

1806 kam der Ort an das Königreich Bayern. Mit dem Gemeindeedikt (frühes 19. Jahrhundert) wurde Custenlohr dem Steuerdistrikt Ermetzhofen zugewiesen. Wenig später entstand die Ruralgemeinde Custenlohr, zu der Hinter- und Vorderpfeinach gehörten. Sie war in Verwaltung und Gerichtsbarkeit dem Landgericht Uffenheim zugeordnet und in der Finanzverwaltung dem Rentamt Uffenheim (1919 in Finanzamt Uffenheim umbenannt). Ab 1862 war das Bezirksamt Uffenheim für die Verwaltung der Gemeinde zuständig (1939 in Landkreis Uffenheim umbenannt). Die Gerichtsbarkeit blieb beim Landgericht Uffenheim (1879 in Amtsgericht Uffenheim umbenannt), seit 1973 ist das Amtsgericht Neustadt an der Aisch zuständig. Die Gemeinde hatte 1964 eine Gebietsfläche von 6,657 km². Am 1. Juli 1972 wurde Custenlohr im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Uffenheim eingegliedert.

Baudenkmäler In Custenlohr gibt es fünf Baudenkmäler, darunter die Kirche St. Jakob

Bodendenkmäler In der Gemarkung Custenlohr gibt es sechs Bodendenkmäler.

Einwohnerentwicklung Gemeinde Custenlohr Jahr 1818 1840 1852 1855 1861 1867 1871 1875 1880 1885 1890 1895 1900 1905 1910 1919 1925 1933 1939 1946 1950 1952 1961 1970Einwohner 249 281 270 269 283 306 282 269 275 272 278 253 262 253 253 261 246 237 218 311 345 327 223 210HäuserEs sind nur bewohnte Häuser angegeben. 1818 werden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser, 1871 bis 1987 als Wohngebäude. 53 53 56 55 56 56 52 49 52 Quelle Für die Gemeinde Custenlohr zuzüglich der Einwohner und Gebäude von Pfainach (S. 71).

Ort Custenlohr Jahr 1818 1840 1861 1871 1885 1900 1925 1950 1961 1970 1987Einwohner 176 201 218 213 192 187 181 252 170 153 149Häuser 36 39 40 41 38 35 37 42Quelle

Religion Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und gehört bis heute zur Pfarrei Heiligkreuz (Ermetzhofen).E. Fuchshuber: Uffenheim, S. 37.

Literatur

Weblinks

Fußnoten

Kategorie:Geographie (Uffenheim) Kategorie:Ort im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Ersterwähnung 1103 Kategorie:Kirchdorf (Siedlungstyp) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) Kategorie:Gemarkung im Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim Kategorie:Gemeindeauflösung 1972