Die Nationalratswahlen der 44. Legislaturperiode fanden am 20. Oktober 1991 statt. Auf dieser Seite findet sich eine Übersicht über die Resultate in den Kantonen (Parteien, Stimmen, Wähleranteil, Sitze, Gewählte).

Anmerkungen zu den Wählerzahlen In den Mehrpersonenwahlkreisen (bei den Wahlen 1991 waren dies 21 Kantone mit total 195 von 200 Sitzen) hat jeder Wähler so viele Stimmen, wie in seinem Kanton Sitze zu vergeben sind (im Kanton Zürich 34, im Kanton Jura 2). Diese Stimmen kann er an beliebige Kandidierende der sich zur Wahl stellenden Listen vergeben (Panaschieren). Eine Stimme für einen Kandidaten ist gleichzeitig eine Stimme für dessen Partei. Hat ein Wähler nicht alle seine Stimmen an Kandidierende vergeben, gehen diese Stimmen als sogenannte «Zusatzstimmen» an die von ihm gewählte Liste. Wenn der Wähler keine Liste auswählt, sondern einen so genannten «Wahlzettel ohne Parteibezeichnung» – auch Blankoliste genannt – verwendet, verfallen nicht benutzte Stimmen (sog. Leere Stimmen).

Um zu überkantonal vergleichbaren Ergebnissen zu kommen, muss zuerst die Anzahl fiktiver Wähler pro Kanton und Partei berechnet werden. Ein Aargauer «Wähler» kann aber auch aus 14 Personen bestehen, die nur je einen Kandidaten der betreffenden Partei auf ihrer Liste aufgeführt haben.

Das Bundesamt für Statistik benutzt daher den Begriff «fiktiver Wähler» für den Wähler, da ein effektiver Wähler auch nur ein Teilwähler sein kann. Die Zahl der Wähler entspricht der Anzahl gültiger Wahlzettel. Auf Kantonsebene ist die Summe aller Parteistimmen (Summe der Kandidatenstimmen von Kandidierenden einer Partei plus Zusatzstimmen = leere Felder einer Parteiliste) Berechnungsgrundlage. Beispiel: Partei A erzielt im Kanton X 12000, Partei B 27000 und Partei C 48000 von 87000 Parteistimmen. Die Anzahl gültiger Wahlzettel beträgt 25000. Somit hat Partei A in diesem Kanton 3448,28 (12000:87000 × 25000), Partei B 7758,62 (27000:87000 × 25000) und Partei C 13793,10 (48000:87000 × 25000) fiktive Wähler. Alle drei Parteien zusammen total 25000 Wähler.

Kanton Aargau (14 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSchweizerische Volkspartei24'97717,9 %+2,2 %30Maximilian Reimann Theo Fischer

Reinhard MüllerSozialdemokratische Partei24'31817,4 %−1,1 %2 −1Silvio Bircher Ursula MauchFreisinnig-Demokratische Volkspartei22'94216,4 %−3,9 %30Luzi Stamm Ulrich Fischer

Rolf MauchChristlichdemokratische Volkspartei20'22914,5 %−4,4 %2−1Anton Keller Peter BircherAuto-Partei18'48813,2 %+7,9 %2 +2Ulrich Giezendanner René MoserGrüne9'5466,8 %−0,0 %10Hanspeter ThürSchweizer Demokraten6'2464,5 %−0,0 %00Landesring der Unabhängigen6'0134,3 %−0,4 %10Samuel MeierEvangelische Volkspartei4'6123,3 %−0,1 %Eidgenössisch-Demokratische Union1'9361,4 %+0,3 %Liste eines Einzelnen3460,2 % +0,2 %Europa-Partei2290,2 %+0,0 % Listenverbindungen bestanden zwischen SVP, FDP, CVP und EDU, zwischen SP und Grünen, zwischen AP und SD sowie zwischen LdU und EVP. Die bürgerliche Listenverbindung führte dazu, dass die FDP trotz weniger Stimmen einen Sitz mehr erhielt als die SP, die EVP-LdU Listenverbindung dazu, dass der Landesring einen Sitz gewann und die Schweizer Demokraten keinen.

Kanton Appenzell Ausserrhoden (2 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteKomitee Herbert Maeder5'16236,7 %1 0Herbert MaederFreisinnig-Demokratische Partei4'33830,8 %10Hans-Rudolf FrühChristlichdemokratische Volkspartei2'35216,7 %Autopartei2'22215,8 % Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien. Kanton Appenzell Innerrhoden (1 Sitz) Im Kanton Appenzell Innerrhoden galt das Majorzsystem ohne stille Wahlen. Wählbar waren daher grundsätzlich alle Schweizer Stimmberechtigten, ob sie sich nun für die Wahlen im Kanton Appenzell Innerrhoden angemeldet hatten oder nicht. Der bisherige Nationalrat Rolf Engler war der einzige von einer offiziellen Partei nominierte Kandidat. Kandidat/inParteiStimmen%gewählt?Rolf EnglerCVP/GfI2'55667,3 %gewähltArthur LoepfeCVP/Gewerbe1'19231,4 %Vereinzelte491,3 %

Kanton Basel-Landschaft (7 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteFreisinnig-Demokratische Partei17'60524,8 %+2,8 %20Hans Rudolf Gysin Christian MieschSozialdemokratische Partei17'36224,4 %+1,6 %20Angeline Fankhauser Theo MeyerSchweizerische Volkspartei8'73112,3 %+0,3 %10Hans-Rudolf NebikerChristlichdemokratische Volkspartei8'21211,6 %−0,7 %0 −1Grüne Baselbiet7'82311,0 %−5,4 %1 0Ruth GonsethSchweizer Demokraten6'4499,1 %+2,9 %1 +1Rudolf KellerAuto-Partei3'0374,3 %+1,7 %Evangelische Volkspartei1'8782,6 %−0,6 % Listenverbindungen bestanden zwischen FDP, SVP und EVP, zwischen SP und Grünen sowie zwischen SD und AP. Eine Unterlistenverbindung bestand zwischen SVP und EVP. Aufgrund ihrer Listenverbindungen gewannen Grüne und SD je einen Nationalratssitz und die CVP keinen, obwohl sie leicht mehr Stimmen erhalten hatte. Die POCH, die 1987 noch einen Nationalratssitz gewonnen hatte, trat nicht mehr zu den Wahlen an. Kanton Basel-Stadt (6 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei14'85125,3 %−0,6 %2 0Helmut Hubacher Margrith von FeltenFreisinnig-Demokratische Partei9'28115,8 %+4,6 %10Paul WyssLiberal-Demokratische Partei7'80413,3 %+1,0 %10Christoph EymannChristlichdemokratische Volkspartei6'08810,4 %+0,4 %1 +1Hugo WickPOB Grüne4'5527,8 %−1,7 %0−1Landesring der Unabhängigen4'3457,4 %−2,0 %10Hansjürg WederGrüne Partei Basel-Stadt2'5864,4 %−2,7 %Vereinigung Evangelischer Wählerinnen und Wähler1'9183,3 %−1,3 %Unabhängige Volkspartei Basel-Stadt (vormals NA)1'8983,2 %−1,3 %Volks-Aktion gegen zu viele Ausländer und Asylanten in unserer Heimat1'710 2,9 %−0,5 %Schweizerische Volkspartei1'1672,0 % +2,0 %Neue Partei der Arbeit und parteilose Linke8441,4 %−0,5 %Partei der Arbeit Basel (gegr. 1944)6561,1 % +1,1 %Eidgenössisch-Demokratische Union5400,9 % +0,9 %Homosexuelle Liste Basel-Stadt3670,6 % +0,6 %Das Basel-Städtische himmelblaues Neuzeit Schamannen Beil 1000,2 % +0,2 % Listenverbindungen bestanden zwischen FDP, LDP und CVP, zwischen SP, POB und Neuer PdA sowie zwischen LdU, Grüner Partei und VEW. Eine Unterlistenverbindung bestand zwischen POB und Neuer PdA. Aufgrund seinen Listenverbindung konnte der Landesring seinen Sitz halten, während die POB ihren trotz leicht mehr Stimmen abgeben musste.

Kanton Bern (29 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSchweizerische Volkspartei82'59026,3 %−1,4 %8−1Elisabeth Zölch Walter Schmied

Albrecht Rychen

Heinz Schwab

Susanna Daepp-Heiniger

Paul Luder

Fritz Hari

Hanspeter SeilerSozialdemokratische Partei62'61220,0 %−2,3 %6 −1Gret Haller Peter Vollmer

Georges Eggenberger

Rudolf Strahm

Alexander Tschäppät

Ursula BäumlinFreisinnig-Demokratische Partei42'84113,7 %−2,4 %4−1Jean-Pierre Bonny François Loeb

Marc F. Sutter

Geneviève AubryFreie Liste25'1008,0 % +0,8 %4 +1Leni Robert Rosmarie Bär

Rudolf Hafner

Ruedi BaumannAuto-Partei21'4636,8 % +3,7 %2 +1Jürg Scherrer Peter JenniSchweizer Demokraten18'8216,0 % +2,8 %2 +1Markus Ruf Fritz StalderEidgenössisch-Demokratische Union10'7783,4 % +0,7 %1 +1Werner ScherrerEvangelische Volkspartei10'3793,3 %−0,1 %10Otto Zwygart juniorLandesring der Unabhängigen9'2412,9 %−0,6 %0−1Christlichdemokratische Volkspartei8'0652,6 %+0,2 %0 −1Grünes Bündnis6'2722,0 %−0,6 %0 0Grüne Partei Bern5'9101,9 %−0,2 %00Alliance jurassienne und CVP Süd-Jura5'2581,7 %+0,7 %1 +1Jean-Claude ZwahlenRentner sprechen auch mit! («Graue Panther» von Bern)1'1420,4 %+0,1 %«deshalb» (DE)9170,3 % +0,3 %Vertreter der Kleinverdiener (VK)8590,3 % +0,3 %Liste Frauen und Männer6090,2 % +0,2 %Fortschrittspartei der Schweiz3510,1 % +0,1 %Bürgerliste3320,1 % +0,1 %Schmid Jörg Wilhelm (821.57.463.116) (AHV)1070,0 % +0,0 % Listenverbindungen bestanden zwischen SVP und FDP, zwischen SP, FL, GB, GPB und «Frauen und Männern», zwischen CVP und Alliance jurassienne sowie zwischen SD, RSM, VK und Fortschrittspartei. Unterlistenverbindungen bestanden zwischen FL,GB, GPB und «Frauen und Männern», zwischen der Alliance jurassienne, der CVP des Laufentals und der JCVP sowie zwischen SD, VK und RSM. Unter-Unterlistenverbindungen (damals noch zulässig) bestanden zwischen FL und GPB sowie zwischen GB und «Frauen und Männern». Die Listenverbindung zwischen CVP und Alliance jurassienen sowie die innerhalb dieser Listenverbindung abgeschlossene Unterlistenverbindung führten dazu, dass die Alliance jurassienne einen Nationalratssitz gewann.

Kanton Freiburg (6 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteChristlichdemokratische Volkspartei23'39136,8 %−0,8 %2 −1Joseph Deiss Alexis GobetSozialdemokratische Partei11'82318,6 %−3,3 %10Cyrill BrüggerFreisinnig-Demokratische Partei10'24816,1 %−0,5 %10Jean-Nicolas PhiliponaSchweizerische Volkspartei6'1539,7 % +0,8 %10Bernard RohrbasserChristlich-soziale Partei4'8987,7 % +0,8 %1 +1Hugo FaselDemokratisch-Soziale Partei3'3775,3 % +5,3 %Grüne 2'6974,2 %−1,6 %Schweizer Demokraten9161,4 % +1,4 % Listenverbindungen bestanden zwischen FDP und SVP, zwischen SP und Grünen sowie zwischen CSP und DSP.

Kanton Genf (11 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteSozialdemokratische Partei20'67626,4 % +7,8 %3 +1Jean Ziegler Jean Nils de Dardel

Christiane BrunnerLiberale Partei17'31722,1 % +4,1 %30Jacques-Simon Eggly Jean-Michel Gros

Charles PoncetChristlichdemokratische Volkspartei11'35414,5 %−0,1 %20Jean-Philippe Maitre Dominique DucretFreisinnig-Demokratische Partei10'05412,8 %−5,2 %1−1Peter TschoppPartei der Arbeit6'0977,8 %−0,9 %10Jean SpielmannGrüne5'2636,7 %−4,8 %10Laurent RebeaudAuto-Partei2'3643,0 % +3,0 %Vigilance − Schweizer Demokraten1'6042,0 %−6,0 %Schweizerische Volkspartei8701,1 % +1,1 %Légalisons le cannabis6610,8 %−0,7 %Mouvement patriotique genevois5560,7 % +0,7 %Appel du 700e4580,6 % +0,6 %Parti anti-magouilles4350,6 % +0,6 %Pour une politique en faveur des travailleurs3050,4 % +0,4 %Jeunesse indépendante2690,4 % +0,4 % Listenverbindungen bestanden zwischen FDP, CVP und Liberalen, zwischen SP, PdA und Grünen sowie zwischen Auto-Partei, SVP und «Jeunesse indépendante».

Kanton Glarus (1 Sitz) Im Kanton Glarus galt das Majorzsystem ohne stille Wahlen. Wählbar waren daher grundsätzlich alle Schweizer Stimmberechtigten, ob sie sich nun für die Wahlen im Kanton Glarus angemeldet hatten oder nicht. Kandidat/inParteiStimmen%gewählt?Werner MartiSP5'48253,7 %gewähltHans RhynerSVP4'36942,8 %Christoph Zellwegerparteilos2662,6 %Vereinzelte930,9 %

Kanton Graubünden (5 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteChristlichdemokratische Volkspartei11'55025,5 %−3,0 %1−1Dumeni ColumbergSozialdemokratische Partei9'63521,3 % +1,7 %2 +1Martin Bundi Andrea HämmerleSchweizerische Volkspartei8'84319,5 %−0,5 %10Simeon BühlerFreisinnig-Demokratische Partei8'19418,1 %−0,2 %10Duri BezzolaChristlichsoziale und Unabhängige3'1416,9 % +6,9 %Autunna Verde1'9334,3 %−1,8 %Jung'918461,9 % +1,9 %Junge Bündner8221,8 % +1,8 %Partito Cattolico Conservatore Indipendente, Roveredo 3430,2 % +0,2 % Listenverbindungen bestanden zwischen CVP, SVP, FDP und «Jungen Bündner» sowie zwischen SP, Christlichsozialen, Autunna Verde, und Jung'91. Aufgrund der linken Listenverbindung gewann die SP zwei Sitze und die CVP nur einen, obwohl letztere mehr Stimmen erhalten hatte.

Kanton Jura (2 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteChristlichdemokratische Volkspartei7'11836,0 % +2,6 %10Gabriel TheubetFreisinnig-Demokratische Partei6'93835,1 % +1,7 %10Pierre EtiqueSozialdemokratische Partei5'69628,8 % +3,4 % Es bestanden keine Listenverbindungen zwischen verschiedenen Parteien.

Kanton Luzern (9 Sitze) ParteiStimmen%Sitze (+/-)Gewählte NationalräteChristlichdemokratische Volkspartei53'39248,6 % +1,6 %50Judith Stamm Rosmarie Dormann

Theodor Schnider

Theo Fischer

Josef LeuLiberale Partei Luzern (FDP)30'59227,9 %−1,9 %2 −1Karl Tschuppert