Emma Joos (* 20. Februar 1882 in Weinsberg;Evangelisches Kirchenbuch Weinsberg, Taufen, Nr. 17/1882. Scan des Original-Dokuments eingesehen auf ancestry.de am 16. Februar 2021.Das Geburtsjahr wird in der Literatur teilweise mit 1970, als Geburtsort wird auch Stuttgart angegeben. Beides ist laut Geburtsurkunde und Grabinschrift falsch. † 20. Juli 1932 in Jena oder Stuttgart)Als Sterbeort wird in der Literatur auch Jena angegeben. Vermutlich ist Emma Joos in Jena gestorben, was noch nicht 100%ig belegt werden konnte. Ihr Grab befindet sich jedoch in Stuttgart. war eine deutsche Malerin und Grafikerin des Spätimpressionismus, besonders bekannt durch zahlreiche Bilder und Grafiken von Landschaften und Bäumen.
Leben Emma Joos war die Tochter des Stuttgarter Notars Georg Joos und seiner Ehefrau Magdalene Sofie geb. Steinhilber. Sie wuchs im „traditionellen Milieu des altwürttembergischen Protestantismus“ auf. Große Bescheidenheit, fast Askese, prägte ihren Lebensweg. Ihre Mutter verstarb früh, der Vater heiratete ein zweites Mal. Emma Joos selbst blieb ledig.
Von 1899 bis 1903 studierte Joos an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart. Nach dem Sommersemester 1903 studierte sie im Künstlerinnenverein in München, insbesondere bei Christian Landenberger. Im Wintersemester 1905/1906 schloss Joos ihre Ausbildung an der Akademie der Bildenden Künste in Stuttgart ab, wo Landenberger Professor geworden war.
Von 1906 bis zu ihrem Tod war sie Mitglied im Württembergischen Malerinnenverein, von 1915 bis 1927 im Frauenkunstverband, Ortsgruppe Stuttgart sowie im Künstlerbund Stuttgart. Sie verbrachte zahlreiche Sommer in Abtsgmünd, einem kleinen Dorf im Ostalbkreis, wo sie insbesondere Kaltnadelradierungen vom Landleben (Bäume, Ernte etc.) anfertigte.
Nach dem Ersten Weltkrieg konnte sich Joos nur mit sehr sparsamem Verhalten über Wasser halten.
Von 1928 bis zu ihrem Tod im Jahre 1932 bewohnte Joos eine Atelierwohnung in dem Vereins-, Atelier- und Ausstellungsgebäude des Württembergischen Malerinnenvereins in der Eugenstraße 17 in Stuttgart. Sie starb vermutlich in Jena, wurde aber auf dem Pragfriedhof in Stuttgart im Familiengrab beerdigt.
Emma Joos war die ältere Halbschwester des Physikers Georg Joos.
Werk Ganz im Sinne des Impressionismus malte Joos häufig in der freien Natur vor dem Motiv und nicht im Atelier. In ihren Arbeiten waren Landschaften ein zentrales Thema. Der momentane Eindruck, die Lichtverhältnisse und „das, was man sieht“ waren wichtig. Joos erlernte Lithografie bei Alexander Eckener und schuf zahlreiche Bäume – ein Lieblingsmotiv der Künstlerin – in Schwarzweiß.
Werke von Emma Joos befinden sich im Kunstmuseum Stuttgart, der Staatsgalerie Stuttgart, sowie in der Kunstsammlung des Bundes Bildender Künstlerinnen Württembergs (Nachfolgeorganisation des Württembergischen Malerinnenvereins), außerdem in Familienbesitz der Nachkommen ihrer Halbgeschwister. Die Kupferplatten ihrer Stiche wurden im Zweiten Weltkrieg vernichtet.
Staatsgalerie Stuttgart: verschiedene Landschaften und Ansichten, Kaltnadelradierungen Pflügender Bauer, ohne Jahr, Bleistift und Kohle Landschaft, ohne Jahr, Kohle Bootshafen von Lindau, 1927, Bleistift und Kohle Schafstudien, 1926, braune Kreide Schafe im Pferch III, ohne Jahr, Bleistift Durchbrechende Sonne, ohne Jahr, Kohle Blühende Wiese, ohne Jahr, Bleistift und Kohle Zwei Karren, ohne Jahr, Bleistift Waldwiese, ohne Jahr Obstbaum am Feldrand, ohne Jahr Weiden am Bach, ohne Jahr, Druckgrafik Bächlein I, ohne Jahr, Kaltnadelradierung Bächlein II, ohne Jahr, Kaltnadelradierung Bächlein III, ohne Jahr, Kaltnadelradierung
Kunstmuseum Stuttgart: Birken im Sonnenlicht, ohne Jahr, Öl auf Leinwand Obstbäume, ohne Jahr, Radierung Ernte, ohne Jahr, Radierung Parktor in Obermarchtal, ohne Jahr, Öl auf Leinwand Zwei Kinder mit Blumen, ohne Jahr, Öl auf Leinwand
Bund Bildender Künstlerinnen Württembergs: Kolleginnen im Atelier, ohne Jahr, Öl auf Leinwand Junge Frauen in der Kirche, ohne Jahr, Öl auf Leinwand Feldblumenstrauß, ohne Jahr, Öl auf Leinwand Alte Scheune, ohne Jahr, Radierung Ernte, ohne Jahr, Radierung Bei Abtsgmünd, ohne Jahr, Radierung Emma Joos, Selbstbildnis, ohne Jahr, Kaltnadelradierung
Ausstellungen zu Lebzeiten der Künstlerin 1909: Stuttgart, Atelierhaus-Galerie (Ausstellung des Württembergischen Malerinnen-Vereins) 1912 und 1914: Stuttgart, Württembergischer Kunstverein 1915, 1924, 1927: Ausstellungen des Frauenkunstverbandes, Württembergischer Kunstverein, Stuttgart 1915: Stuttgart (Ausstellung zu Gunsten württembergischer Künstler im Kgl. Kunstgebäude am Schlossplatz) 1916: Stuttgart, Kunstgebäude („Württembergische Kunst 1891 bis 1916“) 1925: Stuttgart, Kunstgebäude („Große Schwäbische Kunstschau des Künstlerbundes Stuttgart“) 1927: Jubiläumsausstellung des Frauenkunstverbandes im Württembergischen Kunstverein 1931: Stuttgart (Ausstellung des Künstlerbundes) posthum 1963: Ausstellung zum 70-jährigen Bestehen des Bundes Bildender Künstlerinnen Württembergs mit Werken von Maria Hiller-Foell, Helene Wagner, Clara Rühle und Emma Joos, Atelierhaus, Stuttgart 1966: Stuttgart, Kunstgebäude am Schlossplatz (Ausstellung des Bundes Bildender Künstlerinnen Württembergs) 1982: Handzeichnungen und Kleinplastik, Städt. Museum im Kornhaus, Kirchheim unter Teck. 2019: Böblingen, Städtische Galerie: „Netzwerkerinnen der Moderne – 100 Jahre Frauenkunststudium“
Ehrungen In einem Neubaugebiet im Stadtteil Stuttgart-Stammheim wurden Straßen u. a. nach Künstlerinnen des Württembergischen Malerinnenvereins benannt. Darunter gibt es seit 2018 eine Emma-Joos-Straße.
Literatur
Hartmut Härer: Emma Joos. In: Michael C. Maurer, Isabell Schenk-Weininger (Hrsg.): Schwäbische Impressionistinnen. Katalog der Ausstellungen in Schloss Achberg und der Städtischen Galerie Bietigheim-Bissingen. Kulturhäuser Landkreis Ravensburg, Kunst und Kultur Schloss Achberg, Ravensburg 2024, ISBN 978-3-944685-20-5, S. 106–111, Biografie: S. 157.
Weblinks
Joos Emma - Detailseite - Leo-BW
Einzelnachweise
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