Stedesand (friesisch: Stääsönj) ist eine Gemeinde im Kreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.
Geografie Geografische Lage Das Gemeindegebiet von Stedesand ist Teil des Naturraums Nordfriesische Marsch. Es erstreckt sich im Nordwesten teilweise bis über die Lecker Au hinaus, welche sich wenig unterhalb mit der Soholmer Au beim Bottschlotter See zum Bongsieler Kanal vereinigt. Der historische Bachlauf der heutigen Alten Soholmer Au markiert teilweise die südliche Gemeindegrenze, im Westen jedoch auch in Teilen der nördliche Gewässerrand des heute ihn ersetzenden weiter südlich verlaufenden abgedämmten Flusslaufs.Vgl. Topographische Karte des Digitalen Atlas Nord
Gemeindegliederung Neben dem Dorf gleichen Namens befinden sich auch der Störtewerkerkoog (, ) und Wester Schnatebüll (, Nordfriisk Instituut: Nordfriesland Karte, Bräist/Bredstedt 2011Videnskabernes Selskab: Kaart over den sydlige del af Slesvig, Kopenhagen 1864) im Gemeindegebiet, das in seiner heutigen Form seit 1974 besteht.
Nachbargemeinden Angrenzende Gemeindegebiete von Stedesand sind:
Geschichte Im Jahr 1551 erfolgte die Eindeichung des 1403 ha großen Störtewerker Kooges. Dieser ist südwestlich dem Geestrand bei der Rantzauhöhe im Gebiet des Langenberger Forsts vorgelagert. Im Zusammenhang mit der Eindeichung des Marschgebietes kam es zu einer Verlagerung der ehemaligen Nordgrenze der Nordergoesharde.
Am 1. Februar 1974 wurden die damaligen Gemeinden Störtewerkerkoog und Wester Schnatebüll eingegliedert.
Politik Gemeindevertretung
Bei der Kommunalwahl am 14. Mai 2023 waren insgesamt 11 Sitze zu vergeben. Von diesen erhielt die AWG 5 Sitze, die KWS 4 Sitze und die AWS zwei Sitze.
Sehenswürdigkeiten
Die Stedesander Kirche wurde vermutlich im 16. Jahrhundert gebaut. Das heutige Altarbild stammt von Carl Ludwig Jessen. Der Taufstein aus gotländischem Kalkstein gleicht dem der Emmelsbüller Kirche.
An der Abzweigung des Trollebüller Wegs von der Klinkerstraße im Gebiet des Störtewerker Koogs befindet sich ein Denkmal zur Erinnerung an historische Sturmfluten.
In der Liste der Kulturdenkmale in Stedesand stehen die in der Denkmalliste des Landes Schleswig-Holstein eingetragenen Kulturdenkmale.
Wirtschaft und Infrastruktur Wirtschaftsstruktur Die Wirtschaft ist ländlich strukturiert. Das bedeutendste Wirtschaftsunternehmen dürfte ein im Ort ansässiger Landmaschinenvertrieb und -Reparaturbetrieb sein. Er vertreibt u. a. Produkte des Landmaschinenkonzerns CNH Industrial. Zumeist außerhalb der Dorflage gelegen, sind verschiedene Landwirtschaftsbetriebe in der Gemeinde ansässig.
Verkehr Durch die östliche Dorflage von Stedesand führt die Bundesstraße 5 im Abschnitt zwischen Niebüll und Bredstedt. In Parallellage direkt am südlichen Dorfrand führt die Marschbahnstrecke vorbei. Die ehemalige Bahnstation wurde am 31. Mai 1987 geschlossen. Die nächstgelegenen Bahnstationen sind der Bahnhof Niebüll und der Haltepunkt in der Gemeinde Langenhorn. Beide werden vom Regionalexpress 6 im Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein angefahren. In Niebüll besteht darüber hinaus auch ein Fernverkehrsanschluss an einzelne Züge der von Hamburg nach Westerland auf Sylt durchgebundenen Intercity-Linien 26, 27 und 30.
Persönlichkeiten Christian Feddersen (1786–1874), Pastor und Begründer der „friesischen Bewegung“ Hans Peter Feddersen (1848–1941), Landschaftsmaler Johannes Hansen (1930–2010), evangelischer Pfarrer, Evangelist und Schriftsteller Jens Carsten Jantzen (* 1948), Mathematiker Moritz Momme Nissen (1822–1902), friesischer Dichter und Sprachforscher Rudolf Muuß (1892–1972), lutherischer Geistlicher, Heimatforscher, Politiker (CDU, später FDP) und Autor, 1931–1957 Pastor in Stedesand
Weblinks
Website der Gemeinde Stedesand Gemeinde Stedesand beim Amt Südtondern
Einzelnachweise
Kategorie:Ort im Kreis Nordfriesland Kategorie:Ort in Südschleswig