Die Götter von Molenbeek (Originaltitel: Aatos ja Amine) ist ein Dokumentarfilm der finnischen Regisseurin Reetta Huhtanen aus dem Jahr 2019. Er handelt vom 6-jährigen Aatos und seinen Freunden aus dem Brüsseler Stadtteil Molenbeek, die auf der Suche nach dem Sinn des Lebens sind und mit den Bedrohungen durch die Erwachsenenwelt zurechtkommen müssen.
Handlung
Das Brüsseler Viertel Molenbeek gilt seit den Pariser Anschlägen als gefährliches Zentrum des Dschihadismus. Aber für die drei Sechsjährigen Aatos, Amine und Flo bedeutet es Heimat. Hier lauschen sie den Spinnen, entdecken schwarze Löcher und streiten sich darüber, wie man einen fliegenden Teppich steuert. Gemeinsam suchen sie so nach den Antworten auf die großen Fragen des Lebens. Aatos beneidet Amine um seinen muslimischen Glauben und ist auf der Suche nach seinen eigenen Göttern. Seine Klassenkameradin Flo jedoch ist der festen Überzeugung, dass jeder, der an einen Gott glaubt, eigentlich nur verrückt sein kann. Als es einen terroristischen Bombenangriff in der Nähe gibt, macht sich die Gewalt der Erwachsenen auch in der verträumten Kinderwelt bemerkbar.
Produktion
In die Zeit der Dreharbeiten fielen die Terroranschläge in Brüssel am 22. März 2016, deren Auswirkungen im Film thematisiert werden. Der Film wird vom Real Fiction Filmverleih e.K. vertrieben und startete am 21. November 2019 in den deutschen Kinos.
Rezeption
Das Lexikon des internationalen Films lobt die originellen Einstellungen im Film. Mit viel Gefühl fürs Szenische und Gestische lasse die Regisseurin den Zuschauer an der kindlichen Perspektive teilhaben: „Reetta Huhtanen wechselt in der Begleitung der Kinder zwischen sehr nahen, immersiven Einstellungen, in denen die Präsenz der Kamera völlig zurücktritt, und solchen, die offensichtlich gescriptet sind. Die stärker inszenierten Momente werden als gemeinsames Fabulieren, auch mit der Filmemacherin, erkenntlich und verstärken den Zauber, der von den kindlichen Imaginationen ausgeht.“ Dass die Regisseurin die einzigartig enge Beziehung der beiden Jungen mit der Kamera begleitet hat, sei „ein Glücksfall fürs dokumentarische Kino“.
Auszeichnungen Jahr Veranstaltung Kategorie/AuszeichnungErgebnis 2019 FEST New Directors/New Films Festival Golden Lynx for Best Feature Documentary Helsinki DocPoint Film Festival Audience Award rowspan="2" Critic’s Choice Award Tampere Film Festival Church Media Foundation Prize rowspan="2" Over 30 Minutes – Special Prize
Weblinks
Website des deutschen Verleihs Website der Filmproduktion. Archiviert vom Original am 29. Juni 2022; abgerufen am 25. August 2025. Vorstellung des Films im Projekt „Zusammenhalt in Vielfalt“ von Vision Kino
Einzelnachweise
Kategorie:Filmtitel 2019 Kategorie:Finnischer Film Kategorie:Dokumentarfilm Kategorie:Sozialer Brennpunkt im Film