Peter Johannes Schulz (* 1958) ist ein Schweizer Kommunikationswissenschaftler und Philosoph. Er ist Professor für Kommunikationswissenschaften an der Università della Svizzera italiana in Lugano.
Werdegang Peter J. Schulz studierte an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg die Fächer Philosophie, Geschichte und Slawische Philologie, welche er 1986 mit dem Magister Artium abschloss. 1993 promovierte er an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt und wurde 1998 ebendort mit einer Arbeit über Freundschaft und Selbstliebe habilitiert.Schulz, Peter: Freundschaft und Selbstliebe bei Platon und Aristoteles: Semantische Studien zur Subjektivität und Intersubjektivität (= Praktische Philosophie. Band 64). Alber, Freiburg 2000, ISBN 3-495-47985-6.
Peter J. Schulz war persönlicher Assistent des Universitätspräsidenten Nikolaus Lobkowitz und Pressesprecher der Katholischen Universität Eichstätt.ANSPRACHE VON PETER J. SCHULZ BEIM REQUIEM FÜR NIKOLAUS LOBKOWICZ Danach wurde er Direktor des Instituts für Kommunikation und Gesundheit sowie Ordinarius für Kommunikationswissenschaften an der Universität Lugano. Von 2011 bis 2018 war er Mitglied des Forschungsrats im Schweizerischen Nationalfonds. Seit 2017 ist er Honorarprofessor an der National University in der australischen Hauptstadt Canberra.
Schulz war Gastprofessor u. a. an der Universität Nottingham, dem Health Communication Centre (2009), an der Medizinischen Fakultät der Universität Brescia (2004–2010), an der Medizinischen Fakultät der Universität Mailand (seit 2008), Gastwissenschaftler am Zentrum für Höhere Studien der Ludwig-Maximilians-Universität München (2012) sowie an der Universität La Sapienza in Rom (2013).
Herausgebertätigkeit
Peter J. Schulz war bzw. ist Herausgeber von:
Communication & Medicine, Mouton & de Gruyter (2003–2008), Studies in Communication & Media (SCM, 2001–2011). Online-journal of the German Communication Association (seit 2011); Journal of Medicine and the Person (Springer)(seit 2010). Journal of Public Health Research (seit 2011); COMET (Communication, Medicine & Ethics) conferences (seit 2003), Reihe Gesundheitskommunikation, Fischer Verlag, Studies in Communication Sciences.Member of the Centro Franscini, Switzerland (seit 2002). Subject Matters. A Journal of Communications and the Self (London: Routledge). Health Threats Newsletter, ASL di Brescia (seit 2011)
Forschungsansatz Schulz widmet sich dem Bestreben, Forschungserträge aus den Geistes-, Sozial- und Informationstechnologien zusammenzubringen, um wichtige Fragen der Gesundheitskommunikation zu untersuchen. Seine Forschung auf dem Gebiet der Gesundheitskommunikation konzentriert sich auf Gesundheitskompetenz und -ermächtigung (empowerment), Kommunikation zwischen Arzt und Patient sowie Medieneffekte im Gesundheitsbereich. Auswirkungen der Internetnutzung auf die Gesundheit von Jugendlichen (Cyber-Mobbing) ist ein besonders aktuelles Thema.
Publikationen und Werke Er hat mehr als 314 Publikationen veröffentlicht, darunter 170 Artikel zur Gesundheitskommunikation in Peer-Review-Publikationen. Zusammen mit Paul Cobley, London, ist er Herausgeber der Reihe Handbooks of Communication Science.
Schulz, PJ (2010, ed.): Theories of Communication Sciences. 4 vols. London: Sage (Sage Benchmarks in Communication). Rubinelli, S., Camerini, L. & Schulz, P.J. (2010). Comunicazione e salute. Milano: Apogeo. Schulz, Peter J., Uwe Hartung & Simone Keller (2009, Hg.): Identität und Vielfalt der Kommunikationswissenschaften. Konstanz: UVK. Saussure, L. de & P. Schulz (2005): Manipulation and Ideologies in the Twentieth Century, Amsterdam: John Benjamins. Schulz, P. (2001): Letture di semiotica.Perugia: Guerra Edizioni. Schulz, P. J., P. Ehlen, N. Lobkowicz, L. Luks (eds.): Gesammelte Werke Semen L. Franks. Bd. 1–8, Karl Alber Verlag, Freiburg; München. Schulz, P. (2000): Freundschaft und Selbstliebe bei Platon und Aristoteles. Semantische Studien zur Subjektivität und Intersubjektivität. Freiburg; München: Karl Alber Verlag (Reihe Praktische Philosophie). Fetz, R.L., R. Hagenbüchle & P. Schulz (1998): Geschichte und Vorgeschichte der modernen Subjektivität, 2 Vol., Berlin -New York: De Gruyter. Schulz, P. (1996): Introduction into Philosophical Anthropology. Novosibirsk: State University Press. Schulz, P. (1994): E. Steins Theorie der Person. Von der Bewußtseinsphilosophie zur Geistmetaphysik. Freiburg; München: Karl Alber Verlag. Fetz, R. L., M. Rath & P. Schulz (1991): Studien zur Philosophie von E. Stein. Symposion Eichstätt 1991(Phänomenologische Forschungen Bd. 26/27), Freiburg; München: Karl Alber Verlag.
Sonstiges
Peter J. Schulz wurde von einem amerikanischen Professor des Plagiats bezichtigt.NZZ: Hexenjagd im Reich der Vernunft.27.01.2017 Unter anderen soll der Kommunikationswissenschaftler Papst Johannes Paul II. plagiiert haben. Ein Aufsatz in Argumentation von 2008, wo eine Quellenangabe fehlte, wurde u. a. zurückgezogen. Nach einer eingehenden Prüfung, u. a. durch ein externes Rechtsgutachten, kam die Ethik-Kommission der Universität zum Schluss, dass Peter J. Schulz kein Plagiat begangen habe: „Von allen untersuchten Veröffentlichungen erwiesen sich nur zwei der acht berücksichtigten Fälle als geringfügige Urheberrechtsverletzungen, während die restlichen sechs auf falsche Methoden zur Zitierung von Quellen geringerer Schwere zurückzuführen waren.“Violazioni del diritto d'autore ma nessun dolo. Conclusa l'inchiesta per comportamento scientifico scorretto all'USI https://www.usi.ch/en/feeds/21339
Weblinks Eintrag Università della Svizzera italiana
Eintrag ORCID
Einzelnachweise
Kategorie:Kommunikationswissenschaftler Kategorie:Philosoph (21. Jahrhundert) Kategorie:Philosoph (20. Jahrhundert) Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1958 Kategorie:Mann Kategorie:Hochschullehrer (Università della Svizzera italiana, Campus Lugano) Kategorie:Hochschullehrer (Katholische Universität Eichstätt-Ingolstadt, Campus Eichstätt) Kategorie:Autor