Die Liste der Stolpersteine in Bad Lausick enthält sämtliche Stolpersteine, die im Rahmen des gleichnamigen Kunst-Projektes von Gunter Demnig in Bad Lausick im Landkreis Leipzig verlegt wurden.
Hintergrund Die bisher verlegten Stolpersteine in Bad Lausick gehen auf die Recherche von Schülern der dortigen Werner-Seelenbinder-Oberschule in Zusammenarbeit mit dem Erich-Zeigner-Haus e. V. Leipzig zurück.
Verlegung im Mai 2016 Seit 2015 hatte eine zehnte Klasse recherchiert, unter anderem im Stadtarchiv und dem Sächsischen Staatsarchiv. Anfangs waren nur drei Familienmitglieder bekannt, später neun. Drei davon konnten rechtzeitig in den 1930er Jahren ins Ausland fliehen. An der Zeremonie nahm auch der damalige stellvertretende Bürgermeister Manfred Hönig teil.
Verlegung im Mai 2017 Der darauf folgende Jahrgang der zehnten Klasse recherchierte ebenfalls im Staatsarchiv sowie beim örtlichen Geschichtsverein und einer Synagoge. Die Schüler warben mit einem Flyer um Spenden, um den Stolperstein zu finanzieren.
Verlegung im Juni 2018 Schüler einer achten Klasse recherchierten im Staatsarchiv und beim Internationalen Suchdienst in Bad Arolsen und trafen den Enkel von Friedrich Kaubisch, der auch bei der Verlegung anwesend war. Das Projekt wurde gefördert von der F.-C.-Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz.
Verlegung im Mai 2019 Auch dieses Rechercheprojekt einer neunten Klasse wurde von der F.-C.-Flick-Stiftung gegen Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Intoleranz gefördert.
Verlegung im April 2021 Die Recherche durch Schüler einer zehnten Klasse begann bereits im Herbst 2019. Die ursprünglich für November 2020 geplante Verlegung durch Gunter Demnig wurde wegen der COVID-19-Pandemie in Deutschland abgesagt. Die Stolpersteine wurden stattdessen nach Bad Lausick versandt, damit sie vor Ort in Eigenregie verlegt werden können. Dies wurde zunächst für Januar geplant und fand erst am 19. April 2021 statt.
Verlegung im Juni 2023 Schülerinnen und Schüler der Werner-Seelenbinder-Oberschule verlegten am 21. Juni 2023 gemeinsam mit Gunter Demnig einen Stolperstein für den Sozialdemokraten Karl Köppel.Stolpersteinverlegungen im Leipziger Umland. Erich Zeigner-Haus e. V., 2023.
Liste der Stolpersteine Bild Adresse Verlegedatum Person, Inschrift Kurzvita/Anmerkungen 150px 16px|verweis=d:Q125660300 120px Bruno Ernst Hönig (* 21. Juli 1907 in Bad Lausick, † März 1967 in Bad Lausick), eines von insgesamt 10 Geschwistern, 1926 Rotem Jungsturm beigetreten, 1929 KPD beigetreten, 1933 zum Stadtverordneten von Bad Lausick gewählt, am 26. März 1933 erstmals verhaftet, am 21.3.1936 in Hubertusburg zwangssterilisiert, 1944 im Rahmen von „Aktion Goerdeler“ zehn Wochen im KZ Sachsenhausen, 1946 als Opfer des Faschismus und 1950 als Verfolgter des Naziregimes anerkannt, Hochzeit am 16. Dezember 1950 150px 16px|verweis=d:Q125919441 120px Friedrich August Kaubisch (* 4. August 1895 in Meißen, † 1954), Zeuge Jehovas, zunächst als Opfer des Faschismus anerkannt, von der DDR wieder aberkannt 150px weitere Bilder | 16px|verweis=d:Q125925826 (damals Straße des 9. Mai) 120pxrowspan="2" Walter Erich Otto Baunack (* 18. Februar 1905 in Leipzig), eines von insgesamt drei Geschwistern, Mechaniker, 1923 Gründer einer Ortsgruppe des kommunistischen Jugendverbands, Eintritt in die KPD, mehrfach verhaftet und im KZ Colditz und KZ Sachsenburg interniert, nach dem Krieg als Opfer des Faschismus und Kämpfer gegen den Faschismus anerkannt 150px weitere Bilder | 16px|verweis=d:Q125925840 Dora Baunack, geb. Müller (* 29. Oktober 1907 in Bad Lausick), gemeinsames Engagement mit ihrem Mann, ähnliche Verfolgung und spätere Anerkennung 150px weitere Bilder | 16px|verweis=d:Q125925851 Leipziger Straße 13 120px Karl Köppel (* 29. Dezember 1893 in Plauen, † 8. Oktober 1960) 1935 verhaftet und wegen Hochverrat verurteilt, danach im KZ Sachsenhausen, überlebte Todesmarsch vom 01. Mai 1945 und starb 1960 infolge einer Lungenentzündung.Recherche zum Schicksal von Karl Köppel auf "erich-zeigner-haus-ev.de" 150px 16px|verweis=d:Q125933934 120px Max Lohmann (* 11. Januar 1896 in Stein, 24. Mai 1971 in Borna) eine Schwester, evangelisch-lutherische Konfession, Elektromonteur, im Ersten Weltkrieg durch einen Lungenschuss verwundet (später Eisernes Kreuz II. Klasse), Juni 1927 Hochzeit, seit 6. Juni 1933 verwitwet, bis 1. Januar 1933 SPD-Mitglied, Januar bis 15. Juni 1938 in „Schutzhaft“, anschließend im KZ Buchenwald, im April 1940 freigelassen, 1946 als Opfer des Faschismus anerkannt 150px 16px|verweis=d:Q125925865 120pxrowspan="7" Siegmund/Sigismund Hirsch (* 26. Januar 1860 in Guben, † 9. Dezember 1942 im Ghetto Theresienstadt) 150px 16px|verweis=d:Q125925887 Sophie/Sofie Hirsch (* 1. Februar 1894 in Kamenz), am 10. Mai 1942 ins Ghetto Bełżyce deportiert und ermordet 150px 16px|verweis=d:Q125925888 Fanny Hirsch (* 1900) 150px 16px|verweis=d:Q125925890 Margarethe Hirsch (* 1902) 150px 16px|verweis=d:Q125925892 Else/Elsa Hirsch (* 10. November 1903), am 10. Mai 1942 ins Ghetto Bełżyce deportiert und dort ermordet 150px 16px|verweis=d:Q125925896 Max Hirsch (* 1908) 150px 16px|verweis=d:Q125925898 Johanna Charlotte Michaelis, geb. Hirsch (* 6. März 1899 in Bad Lausick) wurde am 9. Dezember 1942 zusammen mit ihrem Mann Erich Michaelis mit dem 24. Osttransport24. Osttransport – Abfahrtsdatum: 09.12.42, Deportierte: 1000, Deportationsziel:Auschwitz. statistik-des-holocaust.de ins KZ Auschwitz deportiert und ermordet, in Berlin ist ebenfalls ein Stolperstein für sie verlegt
Weblinks
Website des Künstlers Gunter Demnig
Einzelnachweise
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