mini|hochkant|Stolperstein für Selma Lipschütz am Marktberg 3 in Prenzlau vor der Marienkirche In der Liste der Stolpersteine in Prenzlau werden die vorhandenen Gedenksteine aufgeführt, die im Rahmen des Projektes Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig bisher in der Kreisstadt Prenzlau im brandenburgischen Landkreis Uckermark verlegt worden sind.
Im Bereich der historischen Uckermark in Brandenburg wurden außerdem noch Stolpersteine in Angermünde, im Boitzenburger Land, in Gartz (Oder), in Joachimsthal, in Schwedt/Oder und in Zehdenick verlegt.
Verlegte Stolpersteine In Prenzlau wurden bisher 23 Stolpersteine an fünfzehn Adressen verlegt.
Stolperstein Inschrift Verlegeort Name, Leben 120px HIER WOHNTE SANNY ABRAHAMSOHN JG. 1922 DEPORTIERT 1941 ŁODZ / LITZMANNSTADT ERMORDET 12.5.1942 Geschwister-Scholl-Straße 41 (vormals Prinzenstraße 545/546) wurde am 23. Juli 1922 in Prenzlau geboren. Ihre Eltern waren der Kaufmann Paul Abrahamsohn und Margarethe geborene Ehrlich, die am 23. März 1920 in Schloppe (heute Człopa in Polen) geheiratet hatten. Ihr Bruder Erich wurde am 3. Dezember 1920 in Prenzlau geboren, er starb im Alter von nur einem Tag am 4. Dezember 1920. Ihr jüngerer Bruder Alfred wurde am 10. März 1927 ebenfalls in Prenzlau geboren. Sanny wurde am Beginn der Deportationen mit dem II. Transport am 24. Oktober 1941 von Berlin aus in das Ghetto Litzmannstadt deportiert.Transport 2 von Berlin, Berlin (Berlin), Stadt Berlin, Deutsches Reich nach Lodz, Getto, Polen am 24/10/1941 In: Datenbank und Forschungsindex zu den Deportationen auf collections.yadvashem.org Alle Deportierten wurden zuvor vom Sammellager in der Synagoge Levetzowstraße in Berlin-Moabit zum Bahnhof Berlin-Grunewald gebracht. Nicht-gehfähige Menschen wurden auf Lastwägen dorthin gebracht, während alle anderen die ca. sieben Kilometer öffentlich sichtbar durch die Stadt gehen mussten. Am Bahnhof standen in einem Zug Passagierwaggons dritter Klasse bereit, der Transport kam am 25. Oktober 1941 in Lodz (heute Łódź in Polen) an. Sanny musste im Ghetto als Schneiderin Zwangsarbeit leisten und kam dort durch mangelhafte Ernährung und fehlende medizinische Versorgung am 12. Mai 1942 zu Tode.Samy Abrahamsohn Lfd. Nr. 15 auf Liste der „Eingesiedelten“. In: Archiwum Państwowe w Łodzi, 278, Nr. 1171 (Kopie des USHMM, RG-15.083, Reel 263) Ihr Bruder Alfred Abrahamsohn wurde zusammen mit den Eltern Paul und Margarethe Abrahamsohn am 13. April 1942 aus Prenzlau sehr wahrscheinlich über Potsdam ebenfalls in das Sammellager in der Synagoge Levetzowstraße in Berlin-Moabit gebracht. Auf diesem Transport befanden sich insgesamt 16 Jüdinnen und Juden aus Prenzlau, u. a. auch aus den Familien Arndt, Hermannsohn, Jacobsohn und Sinasohn.Rekonstruierte Transportliste Lfd. Nr. 202, 203 und 204 bis Nr. 217 auf statistik-des-holocaust.de Am 14. April 1942 erfolgte ihre Deportation mit dem XIII. Transport vom Bahnhof Berlin-Grunewald in das zu dem Zeitpunkt völlig überfüllte Warschauer Ghetto, wo der Transport am 16. April 1942 ankam.XIII. Transport Abfahrtsdatum: 14.04.42, Deportierte: 65 (nur Berlin, Gesamtstärke: 938), Deportationsziel: Warschau auf statistik-des-holocaust.deTransport von Berlin, Berlin (Berlin), Stadt Berlin, Deutsches Reich nach Warsaw, Getto, Polen am 14/04/1942 In: Datenbank und Forschungsindex zu den Deportationen auf collections.yadvashem.org Ab dem 22. Juli 1942 wurde dieses Ghetto durch die SS in der „Großen Aktion“ im Rahmen der Aktion Reinhardt schrittweise aufgelöst, fast alle Ghettobewohner wurden in Vernichtungslager geschickt, die meisten von ihnen in das KZ Treblinka. Danach war das Ghetto kein Wohnbezirk mehr, sondern nur noch ein großes Lager mit Zwangsarbeitern, von den Deutschen als Restghetto bezeichnet. Von Alfred, Paul und Margarethe Abrahamsohn ist kein Todesdatum bekannt, sie kehrten nicht zurück. 120px HIER WOHNTE LOTTE ADAM GEB. MAMLOK JG. 1919 DEPORTIERT 1943 ERMORDET IN AUSCHWITZ Scharrnstraße 7 und 9 (vormals Haus Nr. 192) , geborene Mamlok, wurde am 18. März 1919 in Schroda (heute Środa Wielkopolska in Polen) in der Provinz Posen geboren. Ihre Eltern waren Nathan Mamlok (siehe unten) und Helene geborene Ostrowski, ihr älterer Bruder Heinz wurde am 29. September 1915 ebenfalls in Schroda geboren. Kurz nach der Geburt von Lotte muss die Familie nach Prenzlau gezogen sein, wahrscheinlich nach dem erfolgreichen polnischen Posener Aufstand und dem Versailler Vertrag, als der größte Teil der Provinz Posen 1919 zur wiedererrichteten Republik Polen gelangte. 1922 steht ihr Vater als Kaufmann mit der Adresse Steinstraße 415 im Prenzlauer Adreßbuch. Ihre Mutter Helene Mamlok starb am 29. Dezember 1938 im Alter von 54 Jahren in Prenzlau, sie wurde auf dem Jüdischen Friedhof am Süßen Grund beerdigt. Zur Volkszählung im Deutschen Reich 1939 wohnte Lotte noch mit ihrem Vater in Prenzlau,Lotte Adam, geborene Mamlok auf mappingthelives.org danach muss ihr Umzug nach Berlin erfolgt sein. 1941 heiratete sie in Berlin-Mitte den 16 Jahre älteren Martin Adam.Martin Adam. mappingthelives.org In Berlin wohnten beide zwangsweise wie Nathan Mamlok, der Vater von Lotte, in einem Zimmer als Untermieter bei Dr. Bruno Rosenberg in der Motzstraße 79 in Berlin-Wilmersdorf,DocID: 11220349 (LOTTE ADAM) AJDC Berlin Kartei (Deportationen) In: Arolsen ArchivesDocID: 11220352 (MARTIN ADAM) AJDC Berlin Kartei (Deportationen) In: Arolsen Archives der mit seiner Frau Julie am 3. Oktober 1942 in das Ghetto Theresienstadt deportiert worden ist.36A (II) 31525 Vermögenserklärung Rosenberg, Bruno auf Seite 80, In: BLHA Potsdam Lotte und Martin Adam wurden Ende Februar 1943 im Rahmen der Fabrikaktion in Berlin verhaftet, am 1. März 1943 wurde Lotte mit dem 31. Ostransport in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert,Lotte Adam geb. Mamlok Lfd. Nr. 1366 auf der Transportliste, Welle 45 - 31. Osttransport in das KL Auschwitz, 01.03.1943 In: Arolsen Archives ihr Todesdatum ist nicht bekannt. Martin wurde am 2. März getrennt von Lotte nach Auschwitz deportiert,Martin Adam Lfd. Nr. 52 auf der Transportliste, Welle 46 - 32. Osttransport in das KL Auschwitz, 02.03.1943 In: Arolsen Archives dort kam er innerhalb von zwei Monaten durch Zwangsarbeit, Mangelernährung, katastrophale hygienische Verhältnisse und fehlende medizinische Versorgung am 7. Mai 1943 zu Tode oder wurde nach einer Selektion wegen Arbeitsunfähigkeit in der Gaskammer ermordet. Heinz Mamlok, der Bruder von Lotte, überlebte den Holocaust durch eine frühzeitige Flucht nach Palästina, wo er mit seiner Frau Dora geborene Kantorowitz (geboren am 7. Oktober 1917 in Memel) am 18. August 1936 ankam und am 26. Dezember 1939 eingebürgert worden ist.