Die Esparsetten (Onobrychis) sind eine Pflanzengattung in der Unterfamilie der Schmetterlingsblütler (Faboideae) innerhalb der Familie der Hülsenfrüchtler (Fabaceae). Die etwa 130 Arten sind in Europa, Nordafrika, Zentralasien und Kleinasien verbreitet. Manche Arten werden als Futterpflanzen für Nutztiere verwendet.

Das Wort Esparsetten kommt von Esparcette (französisches Wort, das sich von provenzalisch esparceto ableitet, weitere Herkunft unsicher). Esparcet(te) bedeutet Süßklee.Wahrig: Deutsches Wörterbuch, 6., neu bearbeitete Auflage. Auf der Grundlage der neuen amtlichen Rechtschreibregeln, Bertelsmann Lexikon Verlag, Gütersloh 1997, ISBN 3-577-10677-8. Esparsetten werden auch gesundes Heu (wie auf Französisch sainfoin) genannt.

Beschreibung mini|links|Illustration der Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) mini|Blütenstand der Saat-Esparsette (Onobrychis viciifolia) mit Blüten im Detail, gut zu erkennen sind die dunkleren Nerven in den rosafarbenen Kronblättern.

Erscheinungsbild und Blätter Onobrychis-Arten wachsen als selten einjährige, oder meist ausdauernde krautige Pflanzen, selten Halbsträucher.

Die wechselständig angeordneten Laubblätter sind in Blattstiel und Blattspreite gegliedert. Die Blattspreite ist unpaarig gefiedert. Die Fiederblättchen stehen sich an der Rhachis gegenständig gegenüber. Die Ränder der Fiederblätter sind glatt. Die Basis der beiden trockenhäutigen Nebenblätter ist meist untereinander und mit dem Blattstiel verwachsen; Nebenblätter der Fiederblättchen sind keine vorhanden.

Blütenstände und Blüten Die seitenständig auf einem langen Blütenstandsschaft stehenden, traubigen Blütenstände enthalten viele Blüten. Die Trag- und Deckblätter sind klein.

Die zwittrigen Blüten sind zygomorph und fünfzählig mit doppelter Blütenhülle (Perianth). Die fünf Kelchblätter sind glockenförmig verwachsen. Die fünf Kronblätter stehen mit dem typischen Aufbau der Schmetterlingsblütler zusammen. Die Fahnen sind schmal bis kurz genagelt. Die Farben der Kronblätter reichen von purpurfarben bis rosa-purpurfarben und hellgelb, oft mit dunkleren Nerven. Die Flügel sind manchmal stark reduziert. Das Schiffchen besitzt eine mehr oder weniger gestutzte Vorderkante. Die Staubfäden der neun oder aller zehn Staubblätter sind untereinander verwachsen. Die Staubbeutel sind alle gleich. Das sitzende, einzige oberständige Fruchtblatt enthält eine oder zwei Samenanlagen. Der dünne Griffel endet in einer kopfigen Narbe.

mini|Hülsenfrüchte von Onobrychis-Arten: (1) Onobrychis hypargyrea, (2) Onobrychis pallasii, (3) Onobrychis radiata, (4) Onobrychis petraea, (5) Onobrychis supina, (6) Onobrychis gracilis, (7) Onobrychis stenorhiza, (8) Onobrychis alba subsp. calcarea, (9) Onobrychis humilis subsp. humilis, (10) Onobrychis conferta subsp. hispanica, (11) Onobrychis montana (12) Onobrychis arenaria subsp. tommasinii, (13) Onobrychis oxyodonta, (14) Onobrychis inermis, (15) Onobrychis caput-galli, (16) Onobrychis aequidentata Früchte und Samen Die abgeflachten, fast kugeligen Hülsenfrüchte bestehen meist nur aus einer Fruchtkammer. Die Früchte bleiben auch bei Vollreife geschlossen und enthalten ein oder zwei Samen. Die kahle oder behaarte Oberfläche der Früchte besitzt deutliche erhabene Nerven und ist meist bestachelt. Die mehr oder weniger nierenförmigen Samen besitzen ein kleines Hilum.

Systematik Taxonomie Die Gattung Onobrychis wurde 1754 durch Philip Miller in The Gardeners Dictionary ... Abridged ...., 4. Auflage, Volume 2 aufgestellt. Synonyme für Onobrychis sind Dendrobrychis und Xanthobrychis .

Äußere Systematik Die Gattung Onobrychis gehört zur Tribus Hedysareae in der Unterfamilie Faboideae innerhalb der Familie Fabaceae.

Innere Systematik Die Gattung Onobrychis wird in zwei Untergattungen gegliedert: Untergattung Onobrychis subg. Onobrychis: Sie wird in zwei Sektionen gegliedert: Sektion Onobrychis sect. Onobrychis (Syn.: Onobrychis sect. Dendrobrychis , Onobrychis sect. Lophobrychis ) Sektion Onobrychis sect. Hemicyclobrychis Untergattung Onobrychis subg. Sisyrosema : Sie wird in sieben Sektionen gegliedert: Sektion Onobrychis sect. Afghanicae Sektion Onobrychis sect. Laxiflorae Sektion Onobrychis sect. Heliobrychis Sektion Onobrychis sect. Hymenobrychis (Syn.: Onobrychis sect. Anthyllium ) Sektion Onobrychis sect. Insignes Sektion Onobrychis sect. Lipskyanae Sektion Onobrychis sect. Litvinovianae

mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände der Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria) mini|Fruchtstand und Diasporen von Onobrychis argentea mini|Onobrychis cornuta mini|Habitus und Blüten von Onobrychis cornuta mini|Habitus, Laubblätter und Blütenstände der Berg-Esparsette (Onobrychis montana) mini|Habitus von Onobrychis saxatilis mini| Blütenstand von Onobrychis saxatilis mini|Onobrychis venosa in Zypern

Arten und ihre Verbreitung Die Gattung Onobrychis enthält etwa 130 Arten: Onobrychis acaulis : Sie kommt im Irak und im Iran vor. Zacken-Esparsette (Onobrychis aequidentata ): Sie kommt in Südeuropa und in Westasien vor. Onobrychis afghanica : Sie kommt nur in Afghanistan vor. Onobrychis alatavica : Sie kommt nur in Kasachstan vor. Onobrychis alba : Sie kommt in Marokko, Algerien, Italien, im früheren Jugoslawien, Albanien, Bulgarien, Rumänien und Griechenland vor. Onobrychis aliacmonia : Sie kommt nur in Griechenland vor. Onobrychis altissima : Sie kommt im Kaukasusraum, im nördlichen Iran und in der östliche Türkei vor. Onobrychis alyassinicus : Sie kommt nur im Iran vor. Onobrychis amoena : Sie kommt im nordöstlichen Iran, im nordöstlichen Afghanistan, in Kasachstan, Kirgisistan und Usbekistan vor. Onobrychis andalanica : Sie kommt nur im Iran vor. Onobrychis angustifolia : Sie kommt nur in Georgien vor. Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria ) Onobrychis argyrea : Sie kommt nur in Georgien vor. Onobrychis arnacantha : Sie kommt im Iran und in Afghanistan vor. Onobrychis atropatana : Sie kommt in Armenien, Aserbaidschan und Georgien vor. Onobrychis aucheri : Sie kommt im Iran, in Afghanistan und Pakistan vor. Onobrychis avajensis : Sie wurde 2010 aus dem Iran erstbeschrieben. Onobrychis baldshuanica : Sie kommt nur in Tadschikistan vor. Onobrychis bertiscea : Sie kommt im früheren Jugoslawien vor. Onobrychis bicornis : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis biebersteinii : Sie kommt im Kaukasusraum vor. Onobrychis bobrovii : Sie kommt in Aserbaidschan und im asiatischen Russland vor. Onobrychis buhseana : Sie kommt in der Türkei, in Armenien und Aserbaidschan vor. Onobrychis bungei : Sie kommt im Iran, in Armenien und Aserbaidschan vor. Onobrychis cadevallii : Sie kommt nur in Marokko vor. Hahnenkamm-Esparsette (Onobrychis caput-galli ): Sie kommt in Südeuropa, Nordafrika, Westasien und im Kaukasusraum vor. Onobrychis chorassanica : Sie kommt in Zentralasien, im nördlichen Afghanistan und im nordöstlichen Iran vor. Onobrychis conferta : Sie kommt im Marokko, Algerien, Tunesien, Spanien und Frankreich vor. Onobrychis cornuta : Sie kommt in Westasien, Zentralasien, im Kaukasusraum und in Pakistan vor. Onobrychis crista-galli : Sie kommt ursprünglich in Nordafrika und in Westasien vor und ist in Frankreich eingebürgert. Onobrychis cyri : Sie kommt im Kaukasusraum vor. Onobrychis daghestanica : Sie kommt im asiatischen Russland vor. Onobrychis darwasica : Sie kommt in Tadschikistan vor. Onobrychis dealbata : Sie kommt in Afghanistan und im nördlichen Pakistan vor. Onobrychis degenii : Sie kommt im früheren Jugoslawien und in Bulgarien vor. Onobrychis depauperata : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis dielsii : Sie kommt im asiatischen Russland vor. Onobrychis ebenoides : Sie kommt in Griechenland vor. Onobrychis echidna : Sie kommt in Zentralasien und in Afghanistan vor. Onobrychis elymaitiaca : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis eubrychidea : Sie kommt in Afghanistan vor. Onobrychis fallax : Sie kommt in der Türkei, im Irak und Iran vor. Onobrychis ferganica : Sie kommt in Kirgisistan, Tadschikistan und Usbekistan vor. Onobrychis freitagii : Sie kommt nur in Afghanistan vor. Onobrychis galegifolia : Sie kommt im nördlichen Irak, in der östlichen Türkei, im nördlichen Syrien und im westlichen Iran vor. Onobrychis gaubae : Sie kommt nur im Iran vor. Onobrychis gontscharovii : Sie kommt in Tadschikistan vor. Onobrychis gracilis : Sie kommt in Osteuropa, in Südosteuropa und in Westasien vor. Onobrychis grandis : Sie kommt in Zentralasien und Afghanistan vor. Onobrychis grossheimii : Sie kommt nur in Georgien vor. Onobrychis gypsicola : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis hajastana : Sie kommt in der nordöstlichen Türkei, in Armenien und Aserbaidschan vor. Onobrychis hamata : Sie kommt im asiatischen Russland vor. Onobrychis haussknechtii : Sie kommt in der Türkei, in Syrien, Irak und Iran vor. Onobrychis heliocarpa : Sie kommt in Aserbaidschan und im Iran vor. Onobrychis heterophylla : Sie kommt in Aserbaidschan, Armenien und im Iran vor. Onobrychis hohenackerana : Sie kommt in Armenien und Aserbaidschan vor. Onobrychis humilis : Sie kommt in Marokko, Spanien und Portugal vor. Onobrychis hypargyrea : Sie kommt in Griechenland, in der Türkei und im früheren Jugoslawien vor. Onobrychis iberica : Sie kommt im Kaukasusraum vor. Onobrychis inermis : Sie kommt im Kaukasusraum vor. Onobrychis iranica : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis iranshahrii : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis jailae : Dieser Endemit kommt nur auf der Krim vor. Onobrychis kabylica : Sie kommt in Marokko, Algerien und in Tunesien vor. Onobrychis kachetica : Sie kommt nur in Georgien vor. Onobrychis kemulariae : Sie kommt nur in Georgien vor. Onobrychis kermanensis : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis kluchorica : Sie kommt in Georgien und im asiatischen Russland vor. Onobrychis komarovii : Sie kommt in Georgien und in Aserbaidschan vor. Onobrychis kotschyana : Sie kommt in der Türkei, in Syrien, Israel, Jordanien, im Libanon, im Irak und im Iran vor. Onobrychis lahidjanicus : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis laxiflora : Sie kommt in etwa fünf Unterarten in Afghanistan, Pakistan, Indien, Usbekistan, Tadschikistan und Kirgisistan vor. Onobrychis longipes : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis lunata : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis luristanica : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis maassoumii : Sie wurde 2019 erstbeschrieben. Dieser Endemit gedeiht nur in den Alborz-Bergen im nordöstlichen Teheran im Iran. Onobrychis macrorrhiza : Sie kommt nur in Afghanistan vor. Onobrychis major : Sie kommt in der Türkei und im Iran vor. Onobrychis majorovii : Sie kommt im asiatischen Russland vor. Onobrychis mazanderanica : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis megalobotrys : Sie kommt nur in Turkmenistan vor. Onobrychis megaloptera : Sie kommt nur in Kirgisistan vor. Onobrychis megataphros : Sie kommt in der östlichen Türkei, im nördlichen Syrien, im nördlichen Irak und im nordwestlichen Iran vor. Onobrychis mehmetchiquii : Sie wurde 2017 aus dem europäischen Teil der Türkei erstbeschrieben. Onobrychis melanotricha : Sie kommt im Iran vor. Onobrychis merxmuelleri : Sie kommt nur in Afghanistan vor. Onobrychis meschetica : Sie kommt nur in Georgien vor. Onobrychis meshhedensis (Syn.: Onobrychis amoena subsp. meshhedensis ): Den Rang einer Art hat sie seit 2009. Onobrychis michauxii : Sie kommt in Armenien, in Aserbaidschan und im Iran vor. Onobrychis micrantha : Sie kommt in Afghanistan, im Iran, in Pakistan und in Zentralasien vor. Onobrychis microptera : Sie kommt in Afghanistan und in Pakistan vor. Berg-Esparsette (Onobrychis montana ): Sie kommt in Europa und in Vorderasien vor. Onobrychis nemecii : Sie kommt nur in Armenien vor. Onobrychis nikitinii : Sie kommt in Turkmenistan vor. Onobrychis novopokrovskii : Sie kommt im europäischen und im asiatischen Russland vor. Onobrychis nummularia : Sie kommt im Iran, Afghanistan und Pakistan vor.