Holste ist eine Gemeinde der Samtgemeinde Hambergen und liegt am Nordrand des Landkreises Osterholz in Niedersachsen (Deutschland).

Geografie Geografische Lage mini|Luftbild von Hellingst Die Gemeinde Holste liegt in der norddeutschen Tiefebene nördlich von Bremen.

Gemeindegliederung Die vier Ortsteile der Gemeinde sind: Hellingst Oldendorf Paddewisch Steden

Der Name Holste leitet sich aus den Anfangsbuchstaben der vormaligen Gemeinden Hellingst, Oldendorf und Steden ab.

Geschichte

Vorgeschichte In der Gemeinde befindet sich ein Vorgeschichtspfad, der zahlreiche Funde aus prähistorischer Zeit präsentiert. Der Landkreis Osterholz richtete den Pfad im Jahr 1976 in Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Landesverwaltungsamt ein. Der ausgeschilderte Weg führt unter anderem an einem Grab aus der Jungsteinzeit vorbei. Zudem ist ein Schalenstein zu sehen, der in der Hellingster Feldmark entdeckt wurde.Cord Ropers: Von "Damals" bis "Heute" - Hellingst, ein kleines Dorf mit seinen Höfen, alten Häusern und Bewohnern, 2015 mini|hochkant=1.35|Hinweisschild am Schalenstein von Hellingst

Erste urkundliche Erwähnung Die erste urkundliche Erwähnung und die erste vollständige Darstellung der Hofstellen der Orte Hellingst, Steden, Paddewisch und Oldendorf findet sich im Vörder Register. Dieses ließ der Bremer Erzbischof Johannes Rohde als eine Art Bestandsaufnahme aller Güter im Jahre 1500 anlegen. Für „Stedenn“ sind die Vollhöfner Wilkens, Muller und Greuere sowie ein Teilhof und eine Kate aufgeführt, in „Hellingkstede“ drei Vollhöfe (Witbalke, Bullenwinkell und Welingen) sowie drei Halbhöfe und eine Kate und in „Oldendorppe“ drei Vollhöfe (Bolte, Bolte und Wittepeninck) und ein Teilhof. In „Paddewysck“ wird der Vollhof des Johan tore Paddewysck erwähnt.

Schwarze Dörfer Für die Bezeichnung Schwarze Dörfer, mit der die Ortsteile der Gemeinde Holste seit langem verbunden sind, gibt es verschiedene Erklärungen. Am wahrscheinlichsten ist, dass der Name auf die Herstellung von Holzkohle und Schmiedekohle in den Ortschaften zurückgeht. Quellen belegen, dass die Bewohner nicht nur Holzkohle erzeugten, sondern auch die damals seltene Fähigkeit besaßen, aus Torf Schmiedekohle herzustellen.

In der Hellingster Schulchronik vermerkte der damalige Lehrer Theodor Seba, dass es noch im Jahr 1909 einen Köhler gab. Seba hielt die Köhlerhütte zudem in einer Zeichnung fest und verewigte sie in der Chronik. Der Hellingster Schützenverein wählte dieses Motiv später als Vereinswappen.Theodor Seba: Schulchronik Hellingst, 1952. Theodor Seba war von 1908 bis 1952 Dorfschullehrer in der damalige Gemeinde Hellingst. Die Schulchronik wurde von ihm bis ins Jahr 1952 fortgeführt und später durch seinen Nachfolger Güther Findeisen ergänzt.

Waldheim Oldendorf In Oldendorf gab es ein Flüchtlingslager, in dem im Jahre 1945 200 Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten von der Osterholzer Kreisbehörde untergebracht wurden. Das Lager wurde 1968 geräumt. Heute gibt es keine sichtbare Spur mehr davon.

Die Quartiere waren 1938 vom Reichsarbeitsdienst errichtet worden und fungierten bis zum Kriegsende als „Maidenlager“.„Maiden“ ist eine Bezeichnung für „Jungfrauen“. IM RAD waren „Maidenlager“ Lager für Mädchen. Zu „Maidenlagern“ steht hier (PDF; 8,4 MB) und hier etwas nachzulesen. „Es war kein tristes Elendslager“, meint Siegfried Begatik, der die „Heimat der Schicksalsgemeinschaft“ erforscht hat.Bernhard Komesker: Das fast vergessene Flüchtlingslager. Osterholzer Kreisblatt, 1. September 2012, S. 3, online-Version

Gründung der heutigen Gemeinde Die Gemeinde Holste wurde am 1. März 1974 aus den vormals selbständigen Gemeinden Hellingst, Oldendorf und Steden gebildet. Der Gemeindename setzt sich aus den drei Ortsnamen zusammen: H-ellingst-OL-dendorf-STE-den. Die neue Gemeinde Holste bildete im Zuge der Gebietsreform im Jahre 1974 mit den Gemeinden Hambergen, Axstedt, Lübberstedt und Vollersode die Samtgemeinde Hambergen.

Politik Gemeinderat Der Rat der Gemeinde Holste besteht aus zehn Ratsfrauen und Ratsherren.

Freie Holster Liste: 7 Sitze Fraktionslos: 2 Sitze (Stand: Kommunalwahl am 12. September 2021)

Bürgermeister Der erste ehrenamtliche Bürgermeister war Heinz Dullweber, der das Amt 17 Jahre lang bis 1991 ausübte.Zuvor war er seit 1972 ehrenamtlicher Bürgermeister der damals selbständigen Gemeinde Hellingst, die später in der neu gebildeten Gemeinde Holste aufging. Er gehörte seit Gründung der Samtgemeinde Hambergen im Jahr 1974 auch dem Samtgemeinderat bis zum Jahr 1991 an. Weitere Bürgermeister der Vorgängergemeinde Hellingst waren: 1924–1934 Hinrich Hagenah (Gemeindevorsteher), 1934–1945 Heinrich Bischoff, 1945–1946 Friedrich Hölling, 1946–1967 Gustav Hagenah, 1967–1972 Johann Sieling. Im November 1991 übernahm Gottfried Puckhaber, zuvor stellvertretender Bürgermeister, die Amtsführung.Osterholzer Kreisblatt, Ausgabe vom 14. November 1991 Derzeitiger Bürgermeister ist Dieter Gloddek (Freie Holster Liste, FHL), seine Stellvertreter sind Günter Drews (FHL) und Gerhold Puckhaber (FHL). +ZeitraumBürgermeisterOrtschaft1974–1991Heinz DullweberHellingst1991–2001Gottfried PuckhaberOldendorf2001–2002Werner RaddatzHellingst2002–2011Gerhard MüllerSteden2011– ?Eckehardt Schütt2021 - Dieter Gloddeck

Freizeit, Kultur und Sehenswürdigkeiten Großsteingräber bei Steden Liste der Baudenkmale in Holste Liste der Bodendenkmale in Holste

Im Ortsteil Steden gibt es den Wochenendplatz Stedener Forst, der am Stedener See, einem Baggersee, gelegen ist. Das Wochenendgebiet ist auch überregional bekannt.

In Hellingst befindet sich das Segelfluggelände Hellingst.

Gebäude Wohn- und Wirtschaftsgebäude Schulstraße 12 von 1848 in Fachwerk

Wirtschaft und Infrastruktur Verkehr Verkehrsmäßiger Anschluss besteht an die Zugverbindungen Bremen – Bremerhaven – Cuxhaven (Bahnhof Oldenbüttel und Lübberstedt) und an die Autobahn 27 (Walsrode – Cuxhaven). Die Hauptverkehrsachse bildet die Bundesstraße 74 Bremen – Stade.

Ansässige Unternehmen Im Jahre 1975 gründete Richard Weize die Bear Family Records GmbH, ein international tätiges Label für Musikveröffentlichungen.

Kirche Die Gemeinde Holste gehört kirchlich zur evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Beverstedt.

Literatur

Weblinks

Gemeinde Holste bei der Samtgemeinde Hambergen

Einzelnachweise

Kategorie:Gemeindegründung 1974