Vojislav D. Dević (; * 1952 in Novi Sad) ist ein serbischer Stadtplaner, Architekt und Wissenschaftler. Er befasst sich mit den Themen Raumplanung, Städtebau, Architektur, Denkmalschutz, Ökologie, Zukunftsforschung, Kartographie und geopolitische Projekte.Војислав Д. Девић, биобиблиографија, Пројекат Растко, abgerufen am 31. Oktober 2017.
Leben und Wirken Dević schloss 1977 sein Studium an der städtebaulichen Abteilung der Fakultät für Architektur in Belgrad ab. In den Jahren 1982 und 1983 vertiefte er seine Kenntnisse im Städtebau durch einen Studienaufenthalt an der Universität Paris VIII in Saint-Denis.
Von 1979 bis 1994 war er am Institut für Städtebau der Stadt Novi Sad tätig und gehörte dort von 1992 bis 1994 dem Vorstand an. In den Jahren 1990–1992 und erneut 2001–2003 war er Mitglied der städtischen Kommission von Novi Sad, die Stadtpläne prüfte und bewertete. Von 2001 bis 2002 arbeitete er im Exekutivrat der Autonomen Provinz Vojvodina, im Sekretariat für Wirtschaft, zuständig für den Bereich Städtebau und Bauwesen. Von 2013 bis 2016 war er Mitglied des Rates für Städtebau, Gewerberäume und Wohnungswesen der Stadtversammlung von Novi Sad.
Seit 1992 ist Dević Sekretär des Slowenischen Instituts in Novi Sad. Seit 2005 berät er das Geographische Institut der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste „Jovan Cvijić“. Seit 2008 leitet er das Planungsbüro „Strateg Projekt“ und seit 2011 die Stiftung „Matica Mira“. Im Jahr 1995 wurde er zum Professor und Akademiker der Internationalen Slawischen Akademie der Wissenschaften, Bildung und Künste in Moskau gewählt.
Er setzt sich für den Erhalt von Plätzen, Friedhöfen und Kirchen in Novi Sad ein und gilt als Experte für das architektonische Erbe der VojvodinaРајевић, Коста. Дворци без господара, Политика, Beograd, 5. Januar 2007. sowie für das kulturelle Erbe der serbischen Donauregion.Изложба о Подунављу у галерији ИТД, Радио-телевизија Војводине, 1. Juli 2015.
Dević nahm an rund 30 Fach- und Wissenschaftssymposien auf nationaler, jugoslawischer, europäischer und internationaler Ebene teil und präsentierte dort eigene Arbeiten. Er wirkte als Mitarbeiter und Autor an mehreren Dutzend Stadtplänen und Projekten mit und veröffentlichte zahlreiche Artikel in Fach- und Tageszeitungen.
Dević ist Mitglied der Architektengesellschaft der Stadt Novi Sad, der Vereinigung der angewandten Künstler und Designer der Vojvodina, des Verbands der Stadtplaner Serbiens, des Slowenischen Instituts in Novi Sad, des Europäischen Instituts für Altslawistik in London sowie der Internationalen Slawischen Akademie der Wissenschaften, Bildung, Kultur und Kunst in Moskau.
Städtebauliche und friedenspolitische Konzepte Dević entwickelte eine Reihe von Ideen und Modellen für eine zukunftsfähige, umweltgerechte und friedliche Stadtentwicklung. Dazu gehören: Biopolis – ein Modell für eine gesunde, harmonische und lebensfreundliche Stadt; Olympiapolis – ein Konzept für eine Stadt des gewaltfreien Friedens; Mudrapolis – eine Stadt mit Prinzipien der Toleranz und gegenseitigen Rücksichtnahme als Überlebensstrategie für Städte im 21. Jahrhundert; das Konzept des Gebirges Fruška Gora als dritten heiligen Berg; Asketopolis – eine Strategie der städtischen Mäßigung und Selbstbeschränkung.
Darüber hinaus entwarf Dević mehrere konzeptionelle Friedensprojekte: Ökumenische Herberge – ein Begegnungsort nahe dem Marienwallfahrtsort Maria Schnee in Tekije bei Petrovaradin; Srbalbanopolis – ein symbolischer Ort der Versöhnung zwischen Serben und Albanern; Srb-Bosh-Hrt – ein Versöhnungspalast für orthodoxe Serben, islamische Bosniaken und römisch-katholische Kroaten in Sarajevo;Кљакић, Слободан. Рукавица изазова миротворцима света, Политика, Beograd, 3. Mai 2009. Japan Polis – ein Projekt im mittleren Donauraum; Cenpantrans (Zentrum für panharmonische Transformation von Mensch und Welt) – das umfangreichste Projekt, das Serbien auf der Weltausstellung Expo 2010 in Shanghai im serbischen Pavillon präsentierte; es wurde von über 3,5 Millionen Besuchern gesehen; Beo-Ber-Mos (Belgrad–Berlin–Moskau) – ein Konzept zur Versöhnung zwischen Deutschen und Russen im serbischen Donauraum; ein euroasiatisches Begegnungszentrum im serbischen Donauraum; Prag als symbolischer Versöhnungsort zwischen Großmächten; Novi Sad – Neuer Frieden – Neues Gut.
Buchveröffentlichungen Toleranzprojekte – Mondialismus, Ökumene und Orthodoxie, 1996 (dreisprachig) / Пројекти толеранције — мондијализам, екуменизам и православље, 1996 (тројезична). Verkleideter Name und unbekannte urbane Genealogie von Novi Sad, 1997 / Прикривено име и непознати урбанолошки родопис Новог Сада, 1997. Kann das Erdbeben die Sicherheit von Novi Sad gefährden?, 1998 / Може ли земљотрес угрозити сигурност Новог Сада?, 1998. Ethisch-ökologische Botschaft an Architekten und Stadtplaner des dritten Jahrtausends, 1999 (fünfsprachig) – ausgezeichnet beim Urbanistischen Salon in Niš im selben Jahr / Етичко–еколошка посланица колегама архитектама и урбанистима III миленијума, 1999 (петојезична) – награђена на Урбанистичком салону у Нишу исте године. Die Stadt der Versöhnung des 21. Jahrhunderts: SRBALBANOPOLIS, 2002 (viersprachig) / Град помирења XXI века Србалбанополис, 2002 (четворојезична). Entwurfskonzept für einen Tempel der allchristlichen Begegnung und Versöhnung des Heiligen Johannes des Täufers, 2003 (zweisprachig) / Идејни концепт храма свехришћанског сусретања и помирења Св. Јован Крститељ, 2003 (двојезична). Neue kreative Räume der Vojvodina – Bestandsaufnahme verlassener und ungenutzter Gebäude in der Vojvodina mit Analyse ihrer möglichen Umnutzung zu Kultureinrichtungen, 2014 / Нови креативни простори Војводине — Преглед напуштених и недовољно искоришћених објеката у АП Војводини са анализом и проценом могућности њихове трансформације у објекте културе, 2014. Neue kreative Räume der Vojvodina als Potenzial für die Entwicklung lokaler Gemeinschaften, 2015 / Нови креативни простори Војводине као потенцијал развоја локалних заједница, 2015. Neue kreative Räume – Kulturhäuser für das 21. Jahrhundert / Нови креативни простори — Домови културе за 21. век.
Einzelausstellungen (Auswahl) Toleranzprojekte für das dritte Jahrtausend, SANU-Galerie, Novi Sad (2000); Tempel der allchristlichen Begegnung und Versöhnung, Galerie der Vojvodjanska Banka, Novi Sad (2005); Infokarten der Kulturdenkmäler von Novi Sad, Sremski Karlovci, des Heiligen Gebirges Fruška Gora und der Vojvodina, Galerie Forma, Novi Sad (2006); Infokarten der Kulturdenkmäler der Vojvodina und Serbiens, Kulturhaus Budakalász, Ungarn (2008); Videofilm Cenpantrans, Pavillon Serbiens, VIP-Salon, Weltausstellung Expo 2010, Shanghai, China (2010); Multimedia-Friedensausstellung Cenpantrans, Exekutivrat der Autonomen Provinz Vojvodina, Zeremoniensaal, Novi Sad (2012); Multimedia-Ausstellung Zentrum für allchristliche Begegnung und Versöhnung, Galerie Most, Institut für Kultur der Vojvodina (2013); Anti-apokalyptische Projekte – made in Serbia, Haus von Đura Jakšić, Belgrad (2015); Donauische kreative Projekte, Galerie ITD, Festung Petrovaradin (2015); Kartografische Einzelausstellung, Galerie Forma, UPIDIV, Novi Sad (2016); Darstellung der kulturellen, religiösen und friedensbezogenen Werte der Autonomen Provinz Vojvodina, Galerie Most, Institut für Kultur der Vojvodina, Novi Sad (2016).
Er beteiligte sich zudem an mehreren Dutzend Gemeinschaftsausstellungen.
Weblinks Цивилизацијски џинови, бирајте – рат или мир! (Архитекта Војислав Девић позива председнике Јоакима Гаука и Владимира Путина да измире Немачку и Русију на српском Подунављу), разговор водила: Невенка Стојчевић, Геополитика, Београд, бр. 74, мај 2014. Ристић, Д. Водич кроз прошлост чувене школе, Дневник, Нови Сад, 13. Februar 2016. Инфо сајт Добра Војводине Храм свехришћанског помирења
Einzelnachweise
Kategorie:Architekturtheoretiker Kategorie:Raumplaner Kategorie:Geboren 1952 Kategorie:Mann