Der Knock ist ein Landesvermessungsamt Sachsen: Topographische Karte 1:10.000, Blatt 5441-SW Schönheide, Normalausgabe, 1. Auflage, Dresden 1995, ISBN 3-86170-609-1 hoher Berg südlich der Dorfmitte von Schönheide im westlichen Erzgebirge. Sein höchster Punkt ist von gewachsenem Felsen in der Form der Wollsackverwitterung bedeckt. Zur Nutzung für die Landesvermessung ist dort eine Metallmarke als Festpunkt eingelassen. Ein Mobilfunk-Sendemast steht nicht auf dem höchsten Punkt des Berges, sondern etwa 50 Meter weiter westlich.

Naturraum

Nach der Naturraumkarte von Sachsen liegt der Berg in der Mesogeochore „Schönheider Hochflächen“ und gehört zur Mikrogeochore „Schönheider Kuppengebiet“. Das Bergmassiv ist ein Teil des „Eibenstocker Granits“.

Der Berg fällt zum bebauten Teil des Dorfes in seinem Nordhang ziemlich steil ab. Nach Süden verliert das Gelände dagegen nur sanft die Höhe. Nach Westen senkt es sich leicht zu einem Sattel, in dem der in Schönheide „Lenkensweg“ genannte Wirtschaftsweg verläuft. Von diesem steigt das Gelände wieder leicht bis zum Baumannsberg an. Dieser Berg ist mit einer Höhe von genau so hoch wie der bekanntere und in fast allen Landkarten mit Namen eingetragene Knock.Landesvermessungsamt Sachsen: Topographische Karte 1:10.000, Blatt 5441-SW Schönheide, Normalausgabe, 1. Auflage, Dresden 1995, ISBN 3-86170-609-1. In dieser Landkarte ist der Baumannsberg unbezeichnet, aber mit der genannten Höhenangabe von 725,5 m eingetragen.

An der nach Nordosten abfallenden Schulter gibt es unweit des Gipfels eine „Drachenfels“ genannte Felsformation.Sächsischer Staatsbetrieb Geobasisinformation und Vermessung: Topographische Karte 1:25.000, Ausgabe mit Wanderwegen, Blatt 15 Westerzgebirge Eibenstock, Johanngeorgenstadt, 2. Auflage, Dresden 2010, ISBN 978-3-86170-717-2Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (um 1909), S. 17 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Hänge des Berges haben mit den Teilgebieten 3 „Baumannsberg – Knock“ im nördlichen und südlichen Bergbereich sowie 7 „Schädlichberg“ im nordöstlichen Bergbereich einen großen Anteil am Natura-2000-Gebiet Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün.Übersichtskarte im Maßstab 1:25.000 beim Kartendienst des Bundesamts für Naturschutz: Nicht direkt auswählbar. Auf das Rad neben dem Suchfeld klicken, „FFH-Gebiete“ anklicken und „Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün“ in das Suchfeld eintragen. Abruf am 2. Mai 2022Karte als Anlage zur Verordnung der Landesdirektion Chemnitz zur Bestimmung des Gebietes von gemeinschaftlicher Bedeutung „Bergwiesen um Schönheide und Stützengrün“ vom 31. Januar 2011

Name Bedeutung und Herkunft des Namens sind ungeklärt. Albert Schiffner gab im 1833 erschienenen 18. Band des Schumannschen Staats-, Post- und Zeitungslexikons von Sachsen als Namen „Knock oder Knochen“ an. Der Berg ist in Blatt 196 des Berliner Exemplars und in Blatt 185 des Freiberger Exemplars der Asterschen sächsischen Meilenblätter aus dem Jahr 1792 mit dem Namen „Der Knock“ eingetragen. Auch sein gleich hoher Nachbar ist mit einem Namenseintrag versehen, er hat die Bezeichnung „Der Baumanns Berg“.Friedrich Ludwig Aster: Sächsische Meilenblätter, Blatt 196 im Berliner Exemplar (Link zum Kartenblatt in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)Blatt 185 des Freiberger Exemplars der Meilenblätter von Sachsen aus dem Jahr 1792 mit Nachträgen bis 1876 (Link zum Kartenblatt in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Der Knock ist mit dem Namen Knock verzeichnet in der Äquidistantenkarte von 1905,Sächsische Äquidistantenkarte im Maßstab 1: 25.000 von 1905 (Link zur Karte in der Universitätsbibliothek Dresden) der topografischen Karte von 1916Blatt 136–Schneeberg – der Topografischen Karte (Link zur Karte in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) und der von 1942Blatt 5441 – Schneeberg – der topographischen Karte (Messtischblatt) 1:25.000 von 1942 (Link zum Kartenblatt in der Sächsischen Staats- und Universitätsbibliothek) Dies setzt sich fort bis zur topographischen Karte, die im Jahr 2010 herausgebracht wurde.Topographische Karte 5441-SW-Schönheide des Staatsbetriebs Geobasisinformation und Vermessung des Landes Sachsen, 2. Auflage, Dresden 2010, ISBN 978-3-89679-524-3

Volkmar Hellfritzsch hat ermittelt, dass im Erzgebirge 32 Berge mit dem Namen Knochen oder Knock bezeichnet werden. Der Begriff Knock sei als Wort bairischer Herkunft, komme als Name von Bergen nur selten vor, sei im Erzgebirge daher „nicht ohne Weiteres [zu] verstehen“ und bedeute Berg.Volkmar Hellfritzsch: Namen erzgebirgischer Berge. Quellen und Haupttypen, in: Erzgebirgische Heimatblätter, Heft 1/2022, S. 24ff. Carl Friedrich Mosch hielt den Namen für aus der Wendischen Sprache kommend.Carl Friedrich Mosch: Zur Geschichte des Bergbaues in Deutschland Erster Band, E. D'oench, Liegnitz 1829, S. 233 (Digitalisat), abgerufen am 21. Juni 2022.

Nutzung und Erschließung Der Bereich des Berges Knock gehörte zu den Gebieten Schönheides, für die bei der Besiedlung vom Jahr 1537 anKarl Gottlob Dietmann: Die gesamte ... Priesterschaft in dem Churfürstenthum Sachsen ..., Band I.3: Konsistorium Wittenberg, Verlag Richter, Dresden und Leipzig 1755, S. 609 (Digitalisat in der Universitätsbibliothek Halle) Hufe festgelegt wurden.Karte nach dem Besiedlungsplan Diese gingen vom Schönheider Dorfbach in Richtung Süden bis zur Zwickauer Mulde.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (1909), S. 178 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Im sogenannten Befreiungsbrief vom , der Gründungsurkunde Schönheides, des Gebietsherrn Balthasar Friedrich Edler von der Planitz wird erwähnt, dass den Schönheidern von diesem Gebietsherrn ein Wald zur Gewinnung von Bauholz zur Verfügung gestellt wird. Dieser Wald wird als vom „Oberen weg hinaus neben dem Thoma Lengken biß an den Vogelheerdt hinab biß an das weßerley“ reichend beschrieben. Der „Vogelherd“ () liegt östlich des Knock im Ortsteil Schädlichsberg.

Der Landschaftspflegeverband Westerzgebirge sieht den Knock als den Hausberg von Schönheide. Er sei nur zum Teil bewaldet und habe im Gegensatz zu den meisten der Berge im Westerzgebirge eher offenen Charakter. Daher lasse er „wunderbare Ausblicke auf das Dorf und seine nähere und weitere Umgebung zu“.Beschreibung des Landschaftspflegeverbandes Westerzgebirge auf Natur-im-Erzgebirge.de, Abruf am 4. April 2022

Beginn der Waldanpflanzung Ansichtskarten aus der Zeit um 1905 zeigen, dass es damals noch keinen Wald auf dem Knock gab.S. Ansichtskarte von um 1906 Moritz von Süßmilch berichtet in seinem 1894 erschienenem Buch Das Erzgebirge: Von dem Aussichtstempel auf dem Knock hat man einen sehr guten Überblick über den ausgedehnten Ort und seine einzelnen Theile, aus welchen man in großen Zügen die Entstehungsgeschichte dieses ausgebreiteten, volkreichen und gewerbefleißigen Ortes herausliesst. Die Aussicht nach dem Gebirgskamme ist sehr ansprechend, ja landschaftlich schön.Moritz von Süßmilch gen. Hörnig: Das Erzgebirge in Vorzeit, Vergangenheit und Gegenwart, Hermann Grasers Verlag, 2. Auflage Annaberg 1894, S. 611 (Link zum Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden und Digitalisat) Ernst Flath, der eine um 1909/1910 erschienene Geschichte Schönheides schrieb, betonte, der Berg sei baumlos.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (um 1909), S. 12 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden) Er schildert, der Gemeinderat habe beschlossen, den Rücken des Knocks mit einigen widerstandsfähigen Baumsorten zu bepflanzen, womit ja im Frühling 1908 ein schöner Anfang gemacht worden ist. Der größere Flächenanteil wird landwirtschaftlich genutzt, in der Regel als Viehweide oder Wiese zur Gewinnung von Heu. Der bewaldete Teil liegt im östlichen Teil des Berges und zieht sich hinunter bis zu dem für den allgemeinen Verkehr gesperrten Wirtschaftsweg mit dem Namen Rautenkranzer Weg. Er wurde durch Stürme geschädigt. Inzwischen wurde ein Teil des Waldes abgeholzt. Die Gemeinde Schönheide ist Eigentümerin eines großen Anteils des bewaldeten Teils und hat ihre Flächen seit Ende 2020 zum Verkauf angeboten. Es handelt sich um 32.350 m².Satellitenfoto mit Landkarte auf der Website der Gemeinde Auf dem Foto sind Sturmschäden und Abholzung zu sehen. Abruf am 22. Jänner 2021S. Angebote für Wald- und Landwirtschaftsgrundstücke auf Gemeinde-Schoenheide.de Abruf am 22. Jänner 2021

Nutzung nach dem Zweiten Weltkrieg Nach dem Zweiten Weltkrieg, also in den Jahren nach 1945, hatten Einwohner Schönheides im gemeindeeigenen Bereich Flächen gepachtet, um Felder zum Anbau von Kartoffeln und Hafer anzulegen. Der Hafer wurde bei einer kleinen Nebenerwerbslandwirtschaft gedroschen, die am Fichzigweg nahe dem Gipfel des Berges lag.Dietmar Schulz: 100 Jahre Bäckerei Schelz. Eine kleine Zeitreise. o. O. (Schönheide) 2010, S. 22

Der Knock ist nach Ernst Flath mit humusarmem, teilweise nur wenige Zentimeter tief auf dem unterliegenden Fels lagerndem Grusboden bedeckt, unfruchtbarer, flachgründiger Grus- und Sandboden [überziehe] teilweise den Scheitel des Knocks.Ernst Flath: Heimatkunde und Geschichte von Schönheide, Schönheiderhammer und Neuheide, Schönheide o. J. (um 1909), S. 18 (Digitalisat in der Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)

Trotz jahrzehntelanger Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen durch die Schönheider Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft (LPG) „Vorwärts“ sind die Hufe der Feldeinteilung aus der Erstbesiedlung Schönheides noch zu Beginn des 21. Jahrhunderts gut zu erkennen. Obwohl die LPG Flächen zusammenlegte und Streifen aus Lesesteinen entfernte, die entstanden, weil die Bauern über Jahrhunderte die Steine auf den Feldern immer wieder auflasen und in Streifen am Feldrand aufschütteten, in denen das eine oder andere Gehölz wuchs, ist diese in Jahrhunderten entstandene Prägung des Landschaftsbildes nicht verschwunden. Ein Landwirt nutzt Weiden und Wiesen heute für seine Mutterkuhherde.

Vermessungspunkt Auf dem Felsen, der den Gipfel des Berges bildet, war ein etwa ein Meter hoher Vermessungspfeiler aufgestellt. Dieser Stein hatte in Schönheide die Bezeichnung „Türmel“.Erzgebirgisch für „Türmchen“. Über diesem stand zur DDR-Zeit zeitweise ein für Vermessungsarbeiten genutztes um vier Meter hohes pyramidales Holzgerüst in der Art eines Vermessungsturms. Westlich des Gipfels steht das kleine Häuschen mit Fernsehempfangsantennen einer zur Zeit der DDR gegründeten Empfangsgemeinschaft, von dem aus Erdkabel zu den Häusern verlegt sind. Nach 1990 wurde ein Antennenmast für Mobilfunk etwa 50 Meter westlich des Gipfels aufgestellt. Eine Felsgruppe, im Schönheider Volksmund „Puppenstube“ genannt, lässt wenige Meter vom höchsten Punkt entfernt auf der Südseite erkennen, dass in einem Steinbruch in kleinem Umfang Granit abgebaut wurde. Wann dies geschah, ist ungeklärt. Vogelbeerbäume und -büsche, einige Heide-, aber auch Heidelbeer- und Preiselbeerbüsche sind im obersten Bereich des Berges zu dort finden, wo keine landwirtschaftliche Nutzung stattfindet.

Am Knock sei einmalig, dass es an seinen Hängen und in seiner Umgebung nach den Feststellungen des Landschaftspflegeverbandes Westerzgebirge „einen Bestand an wunderbaren Einzelbäumen, Baumreihen und Baumgruppen an seinen Hängen und in seiner Umgebung“ mit einer „erstaunlichen“ Vielfalt,