Denise Berthoud (* 27. September 1916 in Neuenburg; † 26. Februar 2005) war eine Schweizer Juristin, Rechtsanwältin und Frauenrechtlerin. Von 1955 bis 1959 war sie Präsidentin des Bundes Schweizerischer Frauenorganisationen und übernahm daneben zahlreiche Funktionen in eidgenössischen und zivilgesellschaftlichen Gremien.

Herkunft, Ausbildung und Beruf Berthoud wurde als Tochter des Neuenburger Politikers Henri Berthoud (1877–1948) und Marianne Perrier geboren. Ihr Vater sass für die Freisinnigen unter anderem im Gemeinderat der Stadt Neuenburg, im Grossen Rat des Kantons Neuenburg und schliesslich im Nationalrat.

Berthoud studierte Rechtswissenschaften und Versicherungsmathematik an der Universität Neuenburg. 1938 erwarb sie dort das Lizenziat in Rechtswissenschaft und wurde 1940 als Anwältin im Kanton Neuenburg zugelassen. 1942 promovierte sie an derselben Universität; ihre Dissertation trug den Titel L’assurance des marchandises contre les risques de transport. Sie praktizierte als Rechtsanwältin und gehörte von 1959 bis 1986 dem Verwaltungsrat der Altstadt Versicherungsgesellschaft an. Die Altstadt Versicherung ging 1996 in der Zürich Versicherung auf.

Frauenpolitisches und öffentliches Wirken Berthoud engagierte sich im Schweizerischen Verband der Akademikerinnen und wurde 1952 Vorstandsmitglied des Bundes Schweizerischer Frauenorganisationen. Bei der 54. Jahresversammlung des Verbands im April 1955 übergab ihre Vorgängerin Gertrud Haemmerli-Schindler das Präsidium an Berthoud, die dem Verband bis 1959 vorstand. Seit 1980 war sie Ehrenmitglied des Verbands. Im Jahr 1955 wandte sie sich an das Eidgenössische Politische Departement und thematisierte eine mögliche Benachteiligung von Frauen bei der Rekrutierung für die Aussenpolitik sowie den Zugang von Frauen zu bestimmten Funktionen.

1956 veröffentlichte sie im Swiss Journal of Economics and Statistics den Beitrag La situation de la femme dans la vie économique, der auf einen Vortrag vom 11. Mai 1956 in Freiburg zurückging. Darin untersuchte sie unter anderem die Erwerbstätigkeit und berufliche Spezialisierung von Frauen sowie deren Stellung im Wirtschaftsleben. 1958 präsidierte sie die Grosse Ausstellungskommission der Schweizerischen Ausstellung für Frauenarbeit (SAFFA).

Für den Frauenverband gehörte Berthoud von 1957 bis 1979 der Eidgenössischen Kommission für Handelspolitik und von 1958 bis 1986 dem Landesverteidigungsrat an, der 1981 in Rat für Gesamtverteidigung umbenannt wurde., abgerufen am 21. Januar 2021. Von 1958 bis 1969 war sie zudem Mitglied der Direktion des Schweizerischen Roten Kreuzes und von 1968 bis 1980 Vizepräsidentin des Forum Helveticum. Sie präsidierte ausserdem die Schweizerische Gesellschaft für praktische Sozialforschung und wirkte im Schweizerischen Bund für Zivilschutz mit. Noch Jahrzehnte nach ihrer Zeit an der Spitze des Frauenverbands trat sie öffentlich zu frauen- und gesellschaftspolitischen Themen auf; dokumentiert sind unter anderem Vorträge zum Frauenstimmrecht 1957, zur Demokratie 1971 und zum neuen Eherecht 1982.

Werk

Denise Berthoud: La situation de la femme dans la vie économique. In: Swiss Journal of Economics and Statistics. 92. Jahrgang, 1956, S. 303–327.

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Einzelnachweise

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