Paul Merling (vollständig Emil Paul Gustav Merling; * 20. November 1895 in Altona; † 25. Juni 1945 in BerlinTodesdatum nach Verein Berliner Künstler: Versuch einer Bestandsaufnahme von 1841 bis zur Gegenwart. Berlin: Nicolai 1991, ISBN 9783875843811, S. 210) war ein deutscher Bildhauer.

Leben Paul Merling war ein Sohn des königlich preußischen Regierungsbaumeisters Julius Emil Ludwig Merling und dessen Frau Bertha, geb. Petersholz. Nach dem Schulbesuch auf dem Realgymnasium in Altona, das er am 12. August 1914 mit dem Reifezeugnis verließJahresbericht des Realgymnasiums mit Realschule zu Altona 1915, S. 18, Nr. 321 (Digitalisat), diente er als Kriegsfreiwilliger von 1914 bis zu einer schweren Verwundung 1916 im Ersten Weltkrieg.Velhagen & Klasings Monatshefte 51 (1936), S. 104 1918/19 studierte er an der Kunstgewerbeschule Altona.Lebensstationen im Wesentlichen nach Vollmer (Lit.) 1920 wechselte er an die Vereinigten Staatsschulen für freie und angewandte Kunst in Berlin. Bis 1926 war er hier Meisterschüler bei Gerhard Janensch und Fritz Klimsch. Aus seiner Zeit als Schüler der Staatsschulen sind zwei von ihm gestaltete Medaillen erhalten, darunter eine zum 25-jährigen Amtsjubiläum von Martin Körte.

1928 erhielt Merling den Großen Staatspreis der Preußischen Akademie der Künste in der Sparte Bildhauerei für zwei Reliefs für eine Passion, die in Stein ausgeführt werden sollen.Dekorative Kunst 37 (1928) Damit verbunden war ein Stipendium für den Aufenthalt in der Villa Massimo, das ihn 1929 nach Rom führte.Stipendiaten, abgerufen am 20. Januar 2020 In der Herbstausstellung 1932 der Preußischen Akademie der Künste stellte Merling den Entwurf zu einer Ehrenmal-Gruppe aus, der trotz einer lobenden Besprechung von Bruno E. WernerBruno E. Werner, Die Herbstausstellung der Preußischen Akademie, In: Kunst für Alle 48 (1932), S. 91–96, hier S. 96 und einer Abbildung in der Berliner Illustrirten Zeitung wohl nicht zur Ausführung kam. James A. van Dyke hebt den Kontrast der ruhigen, feierlichen, fast mittelalterlich anmutenden Figurengruppe vom Merling, die die Frontgemeinschaft symbolisierte, zu dem in der gleichen Ausstellung erstmals gezeigten Triptychon Der Krieg von Otto Dix hervor, das die Verwüstung des Krieges thematisiert.James A. van Dyke (2020): German Art and War in the Year 1932. In: Oxford German Studies 49:4, S. 336–362, hier S. 352

In der Zeit des Nationalsozialismus erhielt Merling zahlreiche Aufträge, allerdings keine größeren„he never built a noteworthy career“ van Dyke (Lit.), S. 350, sondern eher für Bauschmuck an öffentlichen Bauten, vor allem an von Heinrich Wolff entworfenen Bauten der Reichsbank. Von 1939 bis 1943 war er mit sechs Statuetten auf der Großen Deutsche Kunstausstellung vertreten.Eintrag in der Datenbank Große Deutsche Kunstausstellung Er war Mitglied im Reichsverband bildender Künstler Deutschlands und im Verein Berliner Künstler. Merling wohnte in Berlin-Schmargendorf in der Sulzaer Str. 13Amtliches Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin. 1941, S. 846; er starb im Juni 1945.

Werke Figurenrelief am Erker des ehemaligen Reichsbankgebäudes in Eckernförde, Terrakotta, 1933/1937.Paul Merling: Figurenrelief, KUNST@SH, abgerufen am 20. Januar 2021 Kapitelle und Fries, ehemaliges Reichsbankgebäude Lübeck, Muschelkalk und Terrakotta, 1934/1936.Neue deutsche Reichsbankbauten. In: Deutsche Bauzeitung. 72 (1938) Kunstdruckteil Juni (Digitalisat), S. 170f. Tonfliesenreliefs, Julius-Leber-Kaserne Berlin, 1936/1939 Reliefs und Uhrplastik am Aufgang zur Dachterrasse, ehemaliges Reichsbank-Hauptgebäude (Haus am Werderschen Markt) Berlin, 1934/1940.

Literatur

James A. van Dyke: German Art and War in the Year 1932. In: Oxford German Studies 49:4 (2020), S. 336–362

Weblinks

Werke Paul Merlings in der Datenbank Große Deutsche Kunstausstellung

Einzelnachweise

Kategorie:Bildhauer (Berlin) Kategorie:Träger des Rompreises Villa Massimo Kategorie:Deutscher Kategorie:Geboren 1895 Kategorie:Gestorben 1945 Kategorie:Mann Kategorie:Bildende Kunst (Nationalsozialismus)