Uncharted (engl. für „nicht kartiert“) ist ein US-amerikanischer Abenteuer-Actionfilm von Regisseur Ruben Fleischer, der am 17. Februar 2022 in den deutschen und am darauffolgenden Tag in den österreichischen sowie US-amerikanischen Kinos anlief. Der Film erzählt eine alternative Vorgeschichte des aus der Videospielserie Uncharted bekannten Schatzsuchers Nathan Drake, den Tom Holland verkörpert.

Handlung Der zehnjährige Nate Drake und sein älterer Bruder Sam leben nach dem Tod ihrer Eltern in einem Waisenhaus in Boston. Als beide eines Nachts in eine Galerie einbrechen und dort eine Karte der Expedition von Ferdinand Magellan stehlen wollen, werden sie von der Polizei geschnappt. Da Sam daraufhin in eine andere Einrichtung verlegt werden soll, tritt er die Flucht an. Alles, was er seinem Bruder Nate hinterlässt, ist das Versprechen, eines Tages zu ihm zurückzukehren, und ein Ring, der angeblich auf Francis Drake zurückzuführen ist.

Fünfzehn Jahre später arbeitet der erwachsene Nate in New York City als Barkeeper, wobei er regelmäßig seine Kundschaft bestiehlt. Eines Abends wird er von Victor „Sully“ Sullivan angesprochen, der angibt, seinen Bruder gekannt zu haben. Nate, der von Sam in all den Jahren bis auf Postkarten nichts gehört hat, wird nun von Sully darüber aufgeklärt, dass Sam mit ihm zusammengearbeitet hat, allerdings spurlos verschwand. Zuvor fanden beide in Donostia-San Sebastián das verschollene Tagebuch von Magellans Kapitän Juan Sebastián Elcano, das zum Standort eines geheimen Goldschatzes führen soll. Von diesen Erzählungen überzeugt, schließt Nate sich Sully als Partner an. Beide planen, auf einer Auktion ein goldenes Patriarchenkreuz zu stehlen, das mit dem Schatz in Zusammenhang stehen soll. Auf der Versteigerung ist auch Santiago Moncada anwesend, dessen Familie einst die Expedition von Magellan finanzierte und daher Anspruch auf den Goldschatz erhebt. Während Nate für Ablenkung sorgt, kann Sully unauffällig das Kreuz entwenden und auch nicht von Moncadas rechter Hand – Sullys ehemaliger Partnerin Jo Braddock – gestoppt werden. Nach dem Coup machen sich beide auf den Weg nach Barcelona.

In der spanischen Küstenstadt werden Nate und Sully von Chloe Frazer in Empfang genommen, die ein zweites Kreuz in ihrem Besitz hat. Sie stiehlt das Kreuz von Nate und Sully und wird von den beiden verfolgt. Nate kann sie überzeugen, mit ihnen zusammenzuarbeiten, weil nur er die weiterführenden Hinweise aus Elcanos Tagebuch zu deuten weiß. So besuchen sie gemeinsam die Kirche Santa Maria del Pi, wo die als Schlüssel dienenden Kreuze einen Geheimgang in die Katakombe öffnen. Nate und Chloe beschließen, dem unterirdischen Gang zu folgen, während Sully sie von der Oberfläche aus unterstützen möchte. Das Duo gerät daraufhin in einen verschlossenen Raum, der sich stetig mit Wasser füllt und nur von oben geöffnet werden kann. Sully ist aber damit beschäftigt, die Angriffe der plötzlich aufgetauchten Braddock abzuwehren. So gelingt die Befreiung von Nate erst in höchster Not, woraufhin dieser der ertrinkenden Chloe das Leben rettet. Im Anschluss erreichen beide eine unterirdische Kammer, in der sie eine weitere Karte mit dem Standort des Goldschatzes finden. Doch Chloe hintergeht Nate und Sully, verschwindet allein mit der Karte und bringt sie zu ihrem heimlichen Auftraggeber – Moncada.

Als Nate wieder zu sich kommt, konfrontiert er Sully mit den zuvor getätigten Aussagen von Chloe bezüglich seines Bruders. Sully gibt zu, dass Sam nicht verschwunden ist, sondern zuvor von Braddock im Kampf erschossen worden sei. Auch wenn das Vertrauen von Nate in Sully nun vollends zerstört ist, arbeitet er des Goldschatzes wegen weiterhin mit ihm zusammen. Beide machen das Flugzeug ausfindig, mit dem Moncada, Chloe und Braddock auf die Philippinen gelangen wollen, und schmuggeln sich heimlich mit an Bord. Während des Fluges hintergeht Braddock Moncada, tötet ihn und hat Gleiches auch mit Chloe vor. Als daraufhin Nate und Sully auf die Bildfläche treten, kommt es zum Kampf, bei dem sich Sully per Fallschirm aus dem Flugzeug retten kann. Chloe und Nate fliehen hingegen gemeinsam mithilfe einer Ausrüstungseinheit, die planmäßig im Zielgebiet abgeworfen werden sollte. Beide finden sich daraufhin auf einer Insel in der Bandasee wieder, wo sie mithilfe von Hinweisen auf Postkarten von Sam den Standort des Goldschatzes bestimmen können. Nate lässt Chloe falsche Koordinaten stehlen und führt sie damit in die Irre, ehe er selbst die Fahrt zum Zielort antritt. Dort findet er zwei Schiffe von Magellan mit dem Goldschatz vor. Auch Sully erscheint, da er den Standort von Nates Handy verfolgen konnte.

Nate wurde bei seiner Fahrt zum Goldschatz allerdings auch von Braddock entdeckt und verfolgt, weshalb er sich nun mit Sully auf einem der Schiffe verstecken muss. Braddock hat zwei Tandemhubschrauber organisiert, mit denen beide Schiffe aus ihrem Versteck im Urwald abtransportiert werden sollen. Nate und Sully können Braddocks Männer ausschalten, einen der Hubschrauber übernehmen und den anderen mit einer Kanonenkugel abschießen. Als es zur finalen Konfrontation zwischen Braddock und Nate kommt, muss sich Sully zwischen der Rettung seines Schützlings und dem Goldschatz entscheiden. Er entscheidet sich für Nate und versenkt das Schiff samt Gold im Meer, wobei Braddock erschlagen wird. Da der Schatz nun Eigentum der Philippinen ist, treten beide die Flucht an und bemerken dabei auch die sichtlich verärgerte Chloe.

In einer Mid-Credit-Szene ist der noch lebende Sam in einem südländischen Gefängnis sitzend zu sehen. In einer weiteren Szene stehlen Nate und Sully vom Gangster Gage eine Karte, die zu einem verschollenen Nazischatz führen soll.

Produktion Gescheiterte Realisierungsversuche mini|hochkant|Mark Wahlberg sollte ursprünglich die Rolle des Nathan Drake verkörpern. Nachdem im November 2007 das Videospiel Uncharted: Drakes Schicksal veröffentlicht wurde und sehr gute Verkaufszahlen sowie Kritiken verbuchen konnte, bekundete Produzent Avi Arad 2008 sein Interesse, mit seiner Produktionsfirma Arad Productions künftig Videospiele zu verfilmen, darunter auch Uncharted. Das Potenzial des Videospieles liege laut Arad vor allem im Protagonisten Nathan Drake, der im Vergleich zum Schatzsucher Indiana Jones nicht durchweg gut sei, sondern eine Entwicklung durchlaufe. Gleichzeitig kündigte Arad an, dass im Film moderne Piraterie in Südamerika thematisiert werde, die zuvor auch schon auf die Entwicklung des Spieles Einfluss nahm. Zunächst wurde angekündigt, dass der Film von Kyle Ward geschrieben werden soll, bis im November 2009 schließlich Joshua Oppenheimer und Thomas Dean Donnelly als Drehbuchautoren verpflichtet wurden. Neben Arad sollten auch Charles Roven von Atlas Entertainment und David O. Russell für Sony als Produzenten fungieren. Letzterer wurde im Oktober 2010 von Columbia Pictures als Regisseur und neuer Drehbuchautor angekündigt, während sich Ari Arad und Alex Gartner als Produzenten dem Projekt anschlossen. Noch im selben Jahr wurde die Hauptrolle, für die sich Nathan Fillion zuvor selbst ins Gespräch gebracht hatte, mit Mark Wahlberg besetzt. Dieser äußerte sich über Uncharted, der Film würde ab Sommer 2011 gedreht werden, während Robert De Niro und Joe Pesci potenziell als Nathan Drakes Vater und Onkel zu sehen wären. Zu den geplanten Dreharbeiten kam es letztendlich nicht, da Regisseur Russell das Filmprojekt im Mai 2011 aufgrund kreativer Differenzen mit Sony verließ.

Als neuer Regisseur wurde Neil Burger vorgestellt, der angab, dass das Drehbuch von Grund auf neu geschrieben werde, sich nahe dem Videospiel bewegen solle und noch keine Rolle besetzt wurde. Auch er schied bereits nach wenigen Monaten vom Regieposten aus, woraufhin Marianne und Cormac Wibberley im August 2012 beauftragt wurden, ein neues Skript zu verfassen. Im Folgejahr äußerten sich Seth Rogen und Evan Goldberg, sie seien in den vier Jahren zuvor mehrere Male angefragt worden, ob sie den Uncharted-Film verwirklichen könnten. Beide lehnten jedoch ab, da sie keine Kopie der Indiana-Jones-Filme schaffen wollten. Im Februar 2014 wurde schließlich vermeldet, dass sich Seth Gordon in Verhandlungen für den Regieposten befinde, während das zu diesem Zeitpunkt aktuelle Drehbuch von David Guggenheim geschrieben wurde. Im Zuge der Verpflichtung von Gordon wurde auch ein Starttermin des Filmes im Juni 2016 bekanntgegeben. Ende 2014 wurde verkündet, dass Mark Boal mit der Überarbeitung des Drehbuches beauftragt wurde, während Chris Pratt die Hauptrolle ablehnte.

Fast zeitgleich wurden im Zuge des Hackerangriffs auf Sony Pictures das 124-Seiten-lange Drehbuch von Guggenheim sowie E-Mails von Sony-Managern über Uncharted, die auch Produktionsdetails enthielten, durch nordkoreanische Hacker erbeutet und im April 2015 über WikiLeaks veröffentlicht. Unter anderem äußerte sich Jonathan Kadin, Senior Vice President von Columbia, Uncharted sei ein Film voller Action, gleichzeitig aber auch romantisch, bodenständig und zeitgenössisch. Die Hauptfigur Nathan Drake habe einen Sinn für Humor und liefere sich clevere, verbale Kämpfe mit seinem Love Interest Elena Fisher. Adam North von Sony ergänzte, Uncharted fühle sich wie ein Sommer-Abenteuer im Stile der Lara-Croft-Verfilmungen an, das mit „ein bisschen Dan Brown“ vermischt wurde. Außerdem ging aus den geleakten Dokumenten hervor, dass sich Chris Hemsworth, Channing Tatum und Mark Wahlberg in der engeren Auswahl für die Hauptrolle befanden, wobei bis zu 15 Millionen US-Dollar an Gage für diese eingeplant wurden. Des Weiteren wurde das Drehbuch durch Anmerkungen von Wahlberg überarbeitet, sodass Uncharted weniger ein Buddy-Film sei, sondern sich mehr auf Nathan Drake sowie dessen Beziehung und Vergangenheit fokussiere. Die Dreharbeiten sollten zum Großteil in Filmstudios in Toronto, aber auch in Australien und Mexiko erfolgen.

Im Februar 2015 übernahm Tom Rothman den von Amy Pascal bekleideten Posten des Vorsitzenden von Sony Pictures Entertainment. Unter anderem soll er für die Zukunft von Uncharted verantwortlich gewesen sein, wobei er sich dafür entschied, nicht das Budget zu kürzen, sondern eine neue kreative Richtung einzuschlagen, was schließlich Seth Gordons Ausstieg vom Filmprojekt und eine Startterminverschiebung nach 2017 zur Folge hatte. Im September 2016 wurde Joe Carnahan als neuer Drehbuchautor vorgestellt, gleichzeitig aber auch der Starttermin im Jahr 2017 gestrichen. Für seinen Entwurf ließ sich Carnahan von Amy Hening, Neil Druckmann und Nolan North, treibenden Kräften hinter Uncharted: Drakes Schicksal, beraten, um den richtigen Ton des Videospiels zu treffen. Carnahan wurde zwischenzeitlich auch mit dem Regieposten in Verbindung gebracht, aufgrund seiner Verpflichtungen für Bad Boys for Life konnte er diese Position aber nicht bekleiden. Stattdessen wurde im Oktober 2016 Shawn Levy als bis dato vierter Regisseur von Uncharted engagiert, der den Film ab Sommer 2017 drehen wollte. Carnahen äußerte sich über die Hauptfiguren, im von ihm geschriebenen Drehbuch seien Nathan Drake und Victor Sullivan keine Guten, sondern Diebe und Gauner, aber immer noch besser als die Bösen.

Neuausrichtung ab 2017 mini|Tom Holland verkörpert die Hauptfigur Nathan Drake.