Der Rettenbach ist ein rechter Zufluss der Traun in Oberösterreich und der Steiermark. Im Rettenbachtal, wo heute die Soleleitung von Altaussee nach Bad Ischl verläuft, wurde früher Holz über die Landesgrenze hinweg getriftet. Reste von Klausanlagen zeugen noch heute davon.

Beschreibung Der Bach entspringt im Toten Gebirge im Gemeindegebiet von Altaussee. Die Quelle befindet sich unterhalb des Greimuths im Bereich der Stöcklwände nahe der Gschwandalm. Anfangs stürzt der Rettenbach über einen etwa 100 m hohen Wasserfall, fließt vorbei an der Rettenbachalm (auch Rettenbachalpe, auf 638 m Höhe) durch das Rettenbachtal. Dort bildet der Bach die Rettenbachwildnis, durchfließt die Rettenbachklamm, treibt bei der Siedlung Rettenbach die Rettenbachmühle an und mündet bei Bad Ischl in die Traun Kanzler 1883, S. 51, 88 u. 123. Abbildungen der Rettenbacher Mühle und Rettenbacher Wildnis von ca. 1840 in Kanzler 1983, S. 194.. Der Bachverlauf wechselt zwischen weitgehend naturnah leicht mäandrierend, geradlinig und schluchtartig.

Für den Flussnamen „Rettenbach“ gibt es verschiedene Erklärungen: die erste leitet den Namen vom keltischen „Ret“, „Rat“ (schnelle Bewegung) her, „weshalb das Wort „Rettenbach“ übersetzt eigentlich „schnellfließender Bach“ heißt!“Zitat nach Kanzler 1983 S. 14; siehe auch Kanzler 1883, S. 11.. Nach der zweiten Erklärung kommt „Retten“ von roeten (rot); nach Franz Hörburger Hörburger 1982., welcher das Adjektiv „Retten“ am Beispiel von Rettenbach erläutert, soll die Rotfärbung des Gewässers gemeint sein. So befindet sich z. B. in St. Johann im Pongau eine Katastralgemeinde (KG) namens Rettenstein, die 1319 urkundlich als Roetenstain erscheint. Der abgeleitete Familienname Rettenstainer, in Hochfilzen und Kössen vorkommend, leite sich nach Karl Finsterwalder von rotem Gestein ab.Finsterwalder 1990.

Literatur

Karl Finsterwalder: Tiroler Familiennamenkunde: Sprach- und Kulturgeschichte von Personen-, Familien- und Hofnamen; mit einem Namenlexikon. Wagner, Innsbruck 1990. Franz Hörburger, Ingo Reiffenstein et al.: Salzburger Ortsnamenbuch (= Mitteilungen der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde. 9. Ergänzungsband). Selbstverlag der Gesellschaft für Salzburger Landeskunde, Salzburg 1982. Georg J. Kanzler: Ischls Chronik: Geschichte des Marktes und Kurortes Ischl und Umgebung von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. (Wortgetreue Neuauflage der 1881 erschienenen „Kanzler-Chronik“, erweitert durch historisches Bild- und Dokumentationsmaterial). Ischler Wochen-Rundschau (Druckerei Rudolf Wimmer), Bad Ischl 1983. Georg J. Kanzler: Wanderungen durch das Salzkammergut: Historisch-geografische Skizzen. Drucker und Verlag von Josef Wimmer, Linz 1883.

Weblinks

Plandarstellung des Rettenbaches in OpenStreetMap

Einzelnachweise

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