mini|hochkant|Erna von Holzhausen (Öl, Wilhelm Trübner, 1901). Erna Raabe von Holzhausen (geborene Erna Elisabeth Maria Freiin von Holzhausen, * 8. August 1882 in Troppau (Österreichisch Schlesien, Österreich-Ungarn); † Januar 1938 in GreifswaldAbweichend wird in einigen Quellen Stuttgart als Sterbeort angegeben.) war eine deutsche Malerin und Grafikerin des Impressionismus. Sie wurde vor allen Dingen als Tier- und Porträtmalerin bekannt.Hans-Dieter Mück: Erna Raabe von Holzhausen. In: Stuttgarter Sezession.

Leben und Werk Erna stammte aus dem nobilitierten Patriziergeschlecht Holzhausen und war die jüngste Tochter aus zweiter Ehe des Friedrich Freiherrn von Holzhausen (1829–1907) mit der Aloysia Cölestine Eleonore Schrom aus Mährisch Trübau. Sie hatte zwei Geschwister und fünf Halbgeschwister. Der Vater war K.u.K. Hauptmann und Administrator des von Cronstett- und von Hynspergschen adeligen Damenstifts in Frankfurt am Main, wo sie selbst und ihre Schwester Edith eingeschrieben war.Die Cronstett-und Hynspergische evangelische Stiftung: Ein Testament, das seit 250 Jahren Gutes tut, Frankfurt am Main, Abruf am 11. August 2026. Walther Freiherr von Holzhausen war ihr Bruder.

Erna Raabe studierte von 1900 bis 1902 an der Städelschen Kunsthochschule bei Wilhelm Trübner. Ab 1902 entwickelte sich zwischen ihr und der Malerkollegin Käthe Loewenthal auf einer Italienreise eine enge freundschaftliche Beziehung.Claudia Weinschenk: Erna Raabe von Holzhausen. In: Käthe Loewenthal. 1903 siedelte Erna Raabe von Frankfurt nach Stuttgart über und studierte bei Heinrich Altherr an der Kunstakademie Stuttgart. 1909 folgte Käthe Loewenthal Erna Raabe nach Stuttgart, 1914 zogen beide dort zusammen. Um 1925 unternahm Erna Raabe Reisen nach Indien, China und Japan. Als Erna Raabe in den 1930er Jahren ernsthaft erkrankte, pflegte Käthe Loewenthal ihre schwerkranke Partnerin bis zu ihrem Tode und versteckte ihre Bilder.Carola Muysers: Erna Raabe. In: Käthe Loewenthal.Claudia Weinschenk: Erna Raabe. In: Käthe Loewenthal.

„Die Art der Beziehung zwischen Löwenthal und Raabe ist nicht abschließend geklärt.“ Käthe Loewenthal wurde jedenfalls aus rassistischen Gründen und nicht wegen ihrer sexuellen Orientierung verfolgt. „Erna Raabe hat[te] 1933/34 [als Tiermalerin] einen Adler gemalt, ein großes, mächtiges Tier, das unmittelbar an die NS-Ästhetik erinnert[e].“Adrienne Braun: Wie die Nazis in Stuttgart Kunstpolitik machten. 2020. Es ist nicht explizit bekannt, wie die Künstlerin zum Nationalsozialismus stand. Aufgrund ihrer engen, freundschaftlichen Beziehung zur jüdischen Künstlerin Käthe Loewenthal, die sich taufen ließ und die sie in ihrer Krankheit versorgte, dürfte Erna Raabe mit Sicherheit keine glühende Nazikünstlerin gewesen sein.

Erna Raabe erlag 1938 in Greifswald ihrer Krankheit. Ihr Grab befindet sich im Schlosspark Schmuggerow bei Ducherow in Vorpommern.

Ausstellungsteilnahmen (Auszug) 1922, 1930: Einzelausstellungen im Kunsthaus Schaller, Stuttgart. 1923, 1926, 1927, 1928, 1929, 1931, 1932, 1947: Stuttgarter Sezession.

Literatur Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. 1908. Jahrgang 58, Justus Perthes, Gotha 1907, S. 343–344. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Uradeligen Häuser. Der in Deutschland eingeborene Adel. 1909. Jahrgang 10, Justus Perthes, Gotha 1908, S. 308. Willy Oskar Dressler: Dresslers Kunsthandbuch. Jahrgang IX, Band 2, Verlag Karl Curtius, Berlin 1930, S. 788. Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Freiherrlichen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft (DAG). Teil B (Briefadel). 1939. Jahrgang 89, Justus Perthes, Gotha 1938, S. 230. Erna Raabe von Holzhausen. In: Andreas Hansert: Frankfurter Patrizier. Historisch-genealogisches Handbuch der adeligen Ganerbschaft des Hauses Alten-Limpurg zu Frankfurt am Main. In: Deutsches Familienarchiv (DFA). Band 143/144, Degener & Co., Neustadt an der Aisch 2003, ISBN 3-7686-5177-0, S. 199. Grete Grewolls: Wer war wer in Mecklenburg und Vorpommern. Das Personenlexikon. In: Edition Konrad Reich. Hinstorff, Rostock 2011. ISBN 978-3-356-01405-1. ISBN 978-3-356-01301-6.

Weblinks

Sammlung von Erna Raabe von Holzhausen in der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden

Einzelnachweise

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