Das Herrenhaus Radach liegt im polnischen Ort Radachów in der Gmina Ośno Lubuskie, einer Stadt-und-Land-Gemeinde im Powiat Słubicki der Woiwodschaft Lebus.

Geschichte Die urkundlich belegte Geschichte von Gut Radach beginnt mit der Belehnung von Petz von Lossow mit Radach im Jahre 1367. Später belegte Besitzer waren die von Grünberg, von Löben, von Burgsdorff, und von Ilow. 1688 wird es dem Oberst Christoph (von) Elerdt zugeschrieben.Neues allgemeines Deutsches Adels-Lexicon, Dritter Band, Hrsg. im Verein mit mehreren Historikern, Ernst Heinrich Kneschke, Friedrich Voigt, Leipzig 1861, S. 80. Nach 1712 gehörte Radach der unbekannteren Adelsfamilie von Breski.Leopold Freiherr von Ledebur: Adelslexicon der Preußischen Monarchie, Erster Band, Ludwig Rauh, Berlin 1855, S. 104.

Die 1901 geadelte Familie von Pappritz vereinte den Besitz Radach bereits frühzeitig um 1802 zu einem Gut. Vertreter wurden der Ritterschaftsrat Richard Pappritz-Radach und auch sein später nobilitierter Enkel Curt von Pappritz. Er war Ritterschaftsdirektor der NeumarkGothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser 1913, Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 616 f. und sehr wohlhabend.Deutsches Millionär-Adressbuch 1894, Hrsg. Alb. Johannesson, Selbstverlag (Inh. Paul Grund), Berlin 1894, S. 144. Ende des 19. Jahrhunderts bestand der Gutsbezirk Radach aus 17 Wohnhäusern.Oskar Brunkow: Die Wohnplätze des Deutschen Reiches. Auf Grund der amtlichen Urmaterialien, I. Abtheilung. Das Königreich Preussen. 4. Band. Zweite Auflage, Selbstverlag, Berlin 1885, S. 56 f. Die Begüterung Radach mit Vorwerk Siegehof und Nebengut in Klein Kirschbaum betrug 1929 etwa 1798 ha, davon waren 1219 ha Waldbesitz. Seine Witwe Ida von Pappritz, geborene Karney, bewohnte zuletzt das Herrenhaus Radach.Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adeligen Häuser. Zugleich Adelsmatrikel der Deutschen Adelsgenossenschaft. Teil B (Briefadel) 1942, Vierunddreißigster Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1941, S. 370 f. Die Gutsgeschäfte führte bis zum Schluss 1945 die älteste Tochter Annemarie.3B I S 1769; Darlehen für Curt von Pappritz und Annemarie Schwanecke, geb. Pappritz, zum Bau von zwei Werkwohnungen in Radach, Grundbuch Rittergüter Bd. 55 Bl. 49, ab 1932 Rittergüter Bd. 5 Bl. 192 (Rittergut Radach); 1924-1942 (Akte), in: BLHA.

Von Mai bis Oktober 1923 war Rudolf Ditzen (Hans Fallada) als Gutsbeamter in Radach beschäftigt.

Bauwerk Das elfachsige Herrenhaus stammt von 1802 und hat einen Sockel und ein Hauptgeschoss. Im Jahr 1907 wurde der Bau stark verändert, wobei der dreiachsige Mittelrisalit durch einen neobarocken Karniesbogengiebel ersetzt wurde. Die gartenseitige, noch aus der Bauzeit stammende Fassade ist durch einen stärker ausgeprägten Mittelrisalit mit Zwerchhaus dominiert. Die Fassade ist horizontal durch das hohe bossierte Sockelgeschoss und das Gurtgesims und liegende Gauben im Mansarddach gegliedert. Der Zustand des Baus ist heute schlecht.

Park Der Park ist heute nur noch in seiner Grundstruktur erkennbar. Bemerkenswert ist ein von einem Wassergraben umschlossener Hügel in der Mittelachse des Herrenhauses, welcher vermutlich als Eiskeller genutzt wurde.

Literatur Magdalena Abraham-Diefenbach, Juliane Tomann, Bernd Vogenbeck (Hrsg.): Terra Transoderana. Zwischen Neumark und Ziemia Lubuska, in: Almanach – europäische Grenzregionen neu entdecken, 1, Institut für angewandte Geschichte, 73, be.bra, Berlin 2008, S. 145–146. ISBN 978-3-937233-50-5. Landwirtschaftliches Güter-Adreßbuch der Provinz Brandenburg, 4. Auflage, in: Niekammer’s Güteradreßbücher, Band VII, Selbstverlag der Niekammer’s Adressbuch GmbH, Leipzig 1929, S. 290.

Weblinks RADACHÓW/RADACH auf zamkilubuskie.pl Archivbestand Gut Radach BLHA, in: Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA)

Einzelnachweise

Radach Kategorie:Gmina Ośno Lubuskie Kategorie:Bauwerk in der Woiwodschaft Lebus Kategorie:Erbaut in den 1800er Jahren