Mała Słońca (deutsch Klein Schlanz) ist ein Dorf der Stadt-und-Land-Gemeinde Subkowy im Powiat Tczewski (Dirschau) der Woiwodschaft Pommern, Polen. 2011 hatte es 274 Einwohner.
Geographische Lage Mała Słońca liegt etwa 4 km östlich von Subkowy, 13 km südöstlich von Tczew und 43 km südlich der Regionalhauptstadt Danzig. Das Dorf befindet sich in der ethnokulturellen Region Kociewie in der historischen Region Pommerellen. 300 m östlich des Dorfes fließt die Weichsel.
Geschichte mini|Schule in Mała Słońca, 2009 Mała Słońca/Klein Schlanz war ein königliches Dorf der polnischen Krone, das heute administrativ im Landkreis Tczew in der Woiwodschaft Pommern liegt.Marian Biskup und Andrzej Tomczak: Mapy województwa pomorskiego w drugiej połowie XVI w. Toruń 1955, S. 113 (auf Polnisch).
1229 erhielt das Kloster Oliva das Mewer Land als Schenkung von Herzog Sambor II., und in diesem Zusammenhang wurde die Stadt Mewe erstmals erwähnt. Theodor Hirsch, Max Toeppen und Ernst Strehlke werteten die das Kloster betreffenden Urkunden aus:
Mit Urkunde vom 18. November 1292, ausgestellt in Schwetz, bestätigte Herzog Mestwin II. dem Kloster Oliva die Dörfer Raikau, Rathstube, Bresnow, Osterwiek und Schönwarling.Max Perlbach (Bearb.): Pommerellisches Urkundenbuch. Danzig 1882, S. 440.
1309 gelangte Pommerellen in den Besitz des Deutschen Ordens und somit zum Deutschordensstaat Preußen, der das Gebiet 1466 als Königliches Preußen an die Krone Polens abtreten musste. Von der Reformation blieb dieser Teil Pommerellens weitgehend unbeeinflusst, lediglich einige Mennoniten siedelten ab dem 17. Jahrhundert in der Gegend, sie verließen aber Westpreußen zwischen 1772 und 1870 wieder.Herbert Wiebe: Die niederländischen (mennonitischen) Ansiedlungen in Pommerellen auf den Ländereien der polnischen Krone im 17. Jahrhundert (= Mennonitische Blätter 86, S. 45–47, 53–55), 1939.
1772 kam Klein Schlanz vom Königlichen Preußen zum Königreich Preußen.
Im Neuen topographisch-statistisch-geographischen Wörterbuch des Preußischen Staats wurde Klein Schlanz 1823 neben Groß Schlanz (Wielka Słońca) als königliches Dorf im Amt Subkau und Kirchspiel Subkau mit 82 Seelen (Groß Schlanz mit 117 Seelen) angegeben. Als nahegelegene Poststationen wurden sowohl Mewe als auch Dirschau genannt.
Im Jahr 1836 wurden die Eheleute Derda und Simon Kwiatkowski aus Klein Schlanz aktenkundig:
Mit Wirkung vom 1. Oktober 1887 erfolgte die Eingliederung des Amtsbezirke Gerdin (Gorzędziej), Rathstube, Schlanz, Subkau und Watzmiers (Waćmierz) aus dem Kreis Preußisch Stargard in den neuen Kreis Dirschau.Amtsbezirk Subkau auf Territorial.de, abgerufen am 14. Januar 2021.
1905 hatte Klein Schlanz 434 Einwohner.
In Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches 1912/13 wurde Klein Schlanz als Landgut links der Weichsel, zum Standesamt Schlanz gehörig, angegeben. 408 Einwohner wurden gezählt, als vorkommende Gewerbe wurden Brennereien und Molkereien angeführt. Hinzugerechnet wurden das Vorwerk Gartzerweide mit 37 und der Abbau Schleuse Mösland [= Międzyłęż] mit 9 Einwohnern.Meyers Orts- und Verkehrslexikon des Deutschen Reiches 1912/13.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Amtsbezirk Subkau und damit auch der Gutsbezirk Mała Słońca/Klein Schlanz im Januar 1920 als Teil des so genannten Polnischen Korridors an Polen abgetreten.
In den Jahren 1975 bis 1998 gehörte Mała Słońca zur Woiwodschaft Danzig.
Persönlichkeiten Moritz Uphagen (1834–1890), Rittergutsbesitzer auf Klein Schlanz (gebürtig aus Danzig) Danuta Karsten (* 1963 in Mała Słońca), polnische Zeichnerin, Bildhauerin und Installationskünstlerin
Literatur M(ax) Toeppen: Historisch-comparative Geographie von Preußen. Nach den Quellen, namentlich auch archivalischen dargestellt. Gotha 1858, S. 231. Louis Stromeyer: Erinnerungen eines deutschen Arztes: Leben und Lehren. Band 2, Carl Rümpler, Hannover 1873, S. 40. Otto Korthals: Chronik des Kreises Dirschau, unter Mitarbeit von Werner Schultz, Prof. Dr. Franz Manthey, Gerhard Neumann, Dr. Ing. Gerhard Born, Emil Wiebe, Willi Frey, Albert Hacker und anderen, Witten 1969. Matthias Blazek: „Wie bist du wunderschön!“ Westpreußen – Das Land an der unteren Weichsel. ibidem-Verlag, Stuttgart 2012, ISBN 978-3-8382-0357-7.
Weblinks
Mała Słońca auf der offiziellen Website der Gemeinde Subkowy (polnisch) Die Kriegsverluste des Uphagenhauses in Danzig, Muzeum Gdańska
Einzelnachweise
Kategorie:Ort der Woiwodschaft Pommern Kategorie:Gmina Subkowy