Cristoforo I. Torelli (* um 1409; † 6. März 1460 in Montechiarugolo) war ein Condottiere im Dienste der Visconti und der Sforza und Feudalherr. Er wurde, wie sein Vater, in der Kirche San Francesco in Mantua beigesetzt.
Biographie mini|hochkant|Burg Montechiarugolo mini|hochkant|Guastalla, Piazza Mazzini mit Dom und Palast mini|hochkant|Schloss von Casei Die Eltern von Cristoforo I. Torelli waren Guido Torelli und Orsina Visconti di Somma (1380–1451), Tochter des Antonio Visconti und der Anastasia Carcano. Nach dem Tod seines Vaters regierte Cristoforo I. gemeinsam mit seinem Bruder Pietro Guido I. Torelli die Grafschaft Guastalla und Montechiarugolo. Aufgrund zunehmender familieninterner Spannungen kam es 1456 zu einer ErbteilungA.Pezzana, Storia della città di Parma, vol. 3, Parma 1847, p. 112–114. Cristoforo I. erhielt das Kastell Montechiarugolo sowie das Castello di Casei als alleinigen Besitz. An den übrigen Besitztümern in der Grafschaft Guastalla und Montechiarugolo hatte er einen hälftigen Anteil, während die Allodialgüter aufgeteilt wurden. Einzig die Weiden bei Mezzano im Oltrepò Pavese blieben im gemeinsamen BesitzIreneo Affò, Istoria della città e ducato di Guastalla, Tomo Secondo, Guastalla, Guastalla 1786, p. 70. Cristoforo I. ist der Stammvater der Torelli von Montechiarugolo, die 1840 mit Salinguerra Torelli (1774–1840) ausstarbenNuova enciclopedia italiana, vol. XXII, Torino 1887, p. 426.
Militärkarriere Cristoforo I. Torelli begann seine Militärlaufbahn im Jahr 1427 mit der Teilnahme an den Schlachten von Gottolengo und Maclodio. Er diente unter seinem Vater, den er in den folgenden Jahrzehnten als Truppenführer in Diensten Mailands nach und nach ablöste. Eine wichtige Rolle spielte er zwischen 1448 und 1450 bei der Konsolidierung der Sforza-Herrschaft in Mailand. In dieser Zeit führte er eines der größten Condotti mit 900 ReiternMaria Nadia Covini, L’esercito del Duca, S. 79, Anm. 98. Er war auch beim triumphalen Einzug von Francesco Sforza als Herzog von Mailand anwesend und gehörte in den folgenden Jahren mit den Gebrüdern Piccinino, Francesco (ca. 1407–1449) und Jacopo Piccinino (1423–1465), dem Markgrafen Guglielmo di Monferrato (1420–1483), Carlo Gonzaga (ca. 1415–1456) und Luigi Dal Verme (ca. 1390–1449) zu den wichtigsten Truppenführern Mailands.
Familie Cristoforo I. Torelli heiratete (1428) Taddea Pio, Tochter des Stadtherrn von Carpi, Marco I. Pio. Das Ehepaar hatte zahlreiche Kinder: Marcantonio (?–1462), Graf von Montechiarugolo 1460–1462 Marsilio (?–1490), war vorerst Kleriker, Graf von Montechiarugolo 1462–1490. Er stand als Offizier und Staatsmann in Diensten der Sforza-Herzöge von Mailand. Verheiratet mit Paola Secco d’Aragona, Tochter des Grafen Francesco Secco d’AragonaCondottieri di ventura: FRANCESCO SECCO , abgerufen am 12. Januar 2021 und der Caterina Gonzaga. Guido (?–1501), 2. Markgraf von Casei und Cornale, verheiratet (1494) mit Francesca Bentivoglio, Witwe des Galeotto Manfredi, Stadtherr von Faenza und Tochter des Sante Bentivoglio, Stadtherr von Bologna Francesco, Hauptmann im Dienste des Königreichs Neapel, ab 1469 bis zu seinem Tod Feudalherr von Rignano Garganico im Kapitanat. Francesco war verheiratet mit Margherita Orsini, Tochter des Raimondo Orsini, Herzog von Amalfi und Fürst von Salerno, und der Isabella Caracciolo Giovanni Antonio, Hauptmann im Dienste des Königreichs Neapel; verheiratet (1) mit Maria Castiglioni, Tochter des Grafen Pietrantonio Castiglioni und der Beltramina Parravicini, und (2) mit Giovanna Albertini, Tochter eines Patriziers aus Trani Giacomo („Giacomuzzo“) (?–1491), Hauptmann in mailändischen und später in neapolitanischen Diensten. Verheiratet (1475) mit Antonia Malaspina, Tochter des Spinetta Malaspina (1416–1478), Markgraf von Verrucola und Fivizzano, und der Ludovica Contrari aus dem Haus der Grafen von Vignola. Giacomo Torelli erwarb, wie sein Bruder Amoratto, durch Heirat Ansprüche auf die Markgrafschaft von Fivizzano, trat diese aber 1479 dem Dogen von Genova ab. Amoratto (?–10. August 1482), Condottiere, stand in mailändischen, neapolitanischen, florentinischen und venezianischen Diensten. Verheiratet (1474) mit Giacoma Malaspina, einer Schwester von Antonia Malaspina, die mit seinem Bruder Giacomo verheiratet warPatrizia Meli, Gabriele Malaspina marchese di Fosdinovo: condotte, politica e diplomazia nella Lunigiana del Rinascimento, Firenze 2008, S. 97. Alda, verheiratet mit Giorgio Gonzaga (?–1487), Stadtherr von Novellara, Cortenova und Bagnolo Bernardina, verheiratet (um 1475) mit Battista II. Fregoso (1450–1504), 40. Doge der Republik Genua Anastasia, verheiratet (1453) mit Gian Ludovico Pallavicino, Markgraf von Cortemaggiore (1425–1481)Angelo Pezzana, Storia della città di Parma, Band 3, 1847, S. 77. Eleonora, verheiratet mit Uguccione Rangoni, Stadtherr von Castelvetro und vielen weiteren Städten bei Modena, Graf von Borgofranco und Castelcrescente, Gouverneur von Reggio (1472)Libro d’Oro della Nobiltà Mediterranea: Rangoni , abgerufen am 12. Januar 2021 Bianca, verheiratet mit Gian Antonio di Romagnano, Graf von Pollenzo Caterina, verheiratet (1, 1496) mit Graf Giovanni Anguissola (1469–1497), und (2) mit Giampietro I. Gonzaga, Graf von Novellara (1469–1515)
Literatur
Pompeo Litta Biumi: Torelli di Ferrara.(= Famiglie celebri italiani Band 101, 103). G. Ferrario, Mailand 1844. Online Maria Nadia Covini, L'esercito del duca. Organizzazione militare e istituzioni al tempo degli Sforza (1450–1480), Selci-Lama (Perugia) 1998
Weblinks Angaben zur Militärkarriere von Cristoforo I. Torelli Torelli: Genealogie 15.–19. Jahrhundert Die Grafen Torelli (it)
Einzelnachweise
Kategorie:Condottiere Kategorie:Historische Person (Italien) Kategorie:Geboren im 15. Jahrhundert Kategorie:Gestorben 1460 Kategorie:Mann