Erich Sauer (* 17. Februar 1931 in Frankenthal/Pfalz; † 9. April 2026) war ein deutscher Bildhauer, der vor allem Skulpturen aus Bronze fertigte. Er lebte in seiner Geburtsstadt.
Ausbildung Sauer absolvierte zunächst eine handwerkliche Ausbildung. 1962/1963 studierte er in Mannheim bei Elisabeth T. Veith. 1964 eröffnete er in Frankenthal eine Bronzegießerei. 1968 bis 1971 setzte er in Salzburg sein Studium fort bei Heinrich Kirchner, Max Rieder und Marcello Mascherini. Mit einem Stipendium des österreichischen Staates für die Internationale Sommerakademie für Bildende Kunst Salzburg wurde er Meisterschüler von Mascherini. 1973 nahm er seine eigene Lehrtätigkeit auf.
Sauer starb am 9. April 2026 im Alter von 95 Jahren.
Werk Bedeutung Zu den Themen, die Sauer bei seiner künstlerischen Betätigung vorrangig bearbeitete, gehörten die Bewältigung des Holocaust und das Bild des Menschen in seiner Umwelt. Seine Skulptur Drei Weltreligionen ist in der Begegnungsstätte in Auschwitz ausgestellt.
Meist ging sein Anliegen bereits aus dem Titel seines Werkes hervor. Dabei bemühte er sich, den Betrachtern den Humanismus nahezubringen, der ihn selbst beseelte. Auf Bildhauer-Werkstatttagen und Sommerakademien – z. B. in Frankenthals Partnerstadt Strausberg – gab Sauer sein Wissen und seine handwerklichen Fertigkeiten an Künstlerkollegen und talentierte Neulinge weiter.
Sauer war der bekannteste zeitgenössische Künstler Frankenthals und Mitglied des Vorstands der Arbeitsgemeinschaft Pfälzer Künstler. Mittlerweile findet man seine Skulpturen als Auftragsarbeiten in aller Welt, wie Sauer auch global auf Ausstellungen vertreten war. In seiner Heimatstadt entstand 2005 eine Diskussion, ob ein geplantes Künstlerhaus ihm allein oder auch anderen Künstlern der Stadt gewidmet werden solle. Sauer selbst plädierte für ein allgemeines Kunsthaus und setzte sich schließlich durch.Kunsthaus Frankenthal. Das Kunsthaus Frankenthal wurde am 7. September 2007 im denkmalgeschützten Philipp-Karcher-Haus mit einer Ausstellung von Werken Erwin Wortelkamps eröffnet., Rede des Oberbürgermeisters Theo Wieder vom 7. September 2007 (PDF).
Skulpturen mini|Zeitklammer, Luisenpark Mannheim (1987) mini|Neugier, Luisenpark Mannheim (2002)
1976: Die Treidler, Bronze 1977: Die Welt in der wir leben, Bronze, 30 cm 1987: Zeitklammer, Bronze, Luisenpark MannheimJochen Kronjäger, Christmut Präger (Hrsg.): Figur und Abstraktion: Skulpturen und Plastiken der Sammlung Heinrich Vetter. Ilvesheim 2007. 1991: Der Politiker und sein Gewissen, Bronze, 182 cm 1992: Der Narziß, Bronze, 60 cm 1993: Immunschwäche, Bronze, 240 cm 1997: Zwischenmenschliche Beziehung, Bronze, 202 cm (Standplatz: Willy-Brandt-Anlage, Frankenthal) 1998: Mobilität, Bronze, 185 cm 1998: Belegexemplar, Bronze, 170 cm 1999: Medienterror, Bronze, 210 cm Spuren, Bronze Die eine Seite weiß nicht was die andere tut, Bronze Abartig, Bronze 2002: Neugier, Bronze, Luisenpark Mannheim 2003: Marien-Engel, Bronze La Facciata, Bronze 2008: Die Polit-Hure, Bronze 2013: Offenheit – Transparenz, Bronze 2013: mort d’el art, Bronze
Einzelausstellungen 1994: Palais des Nations (Sitz der Vereinten Nationen), Genf 1995: Romanischer Keller, Salzburg 1996: Parlement Européen, Straßburg; Galerie Tarkett, Stockholm 1997: Palais am Festungsgraben, Unter den Linden, Berlin 1998: Museum Theo Kerg, Schriesheim 2000: The Jerusalem Center for the Performing Arts, Jerusalem; Salle de Fêtes et de la Culture, Colombes (Frankreich)
Buchausgabe
Auszeichnungen 1964: 1. Preis im Ideenwettbewerb der Lutherkirche Frankenthal 1967: 1. Preis im Ideenwettbewerb der Stadt Kaiserslautern 1970: Preis der Stadt Salzburg für Bildende Kunst 1971: 1. Preis der Stadt Colombes 1975: Staatsehrenpreis für Kunst am Bau 1976: 1. Preis der Stadt Colombes 1982: 1. Preis der Stadt Colombes 1988: 1. Preis der Stadt Colombes für Skulpturen 1989: 1. Preis im Ideenwettbewerb der Stadt Kandel 1994: Auszeichnung (erstmalige Vergabe) durch die Vereinten Nationen als „Künstler für den Frieden“ 2012: Max-Slevogt-Medaille des Landes Rheinland-Pfalz
Weblinks
Internetpräsenz von Erich Sauer
Einzelnachweise
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