In klinischen Studien versteht man unter Reaktogenität (Eindeutschung des englischen Wortes reactogenicityKlaus Taschwer: Reaktogenität – Nebenwirkungen der mRNA-Impfstoffe: Nicht so ganz „ohne“. In: Der Standard. 9. Dezember 2020 (derstandard.de), abgerufen am 24. Juni 2021.) die grundsätzliche Fähigkeit, Reaktionen hervorzurufen. Im engeren Sinne versteht man unter der Reaktogenität eines Impfstoffs (auch Impfstoff-Reaktogenität) das Ausmaß und die klinische BedeutsamkeitBundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Hrsg.): Bundesgesundheitsblatt, Gesundheitsforschung, Gesundheitsschutz. 1999, Bd. 41, S. 844, (einsehbar bei Google.Books). der – nach Gabe eines bestimmten Impfstoffs – zu erwartenden Impfreaktion.Wolfgang Kiehl: Infektionsschutz und Infektionsepidemiologie. Fachwörter – Definitionen – Interpretationen. Hrsg.: Robert Koch-Institut, Berlin 2015, ISBN 978-3-89606-258-1, S. 108, Stichwort Reaktogenität Ein reaktogener Impfstoff kann bei geimpften Personen lokale und systemische Impfreaktionen hervorrufen. Dazu zählen sowohl Lokalreaktionen wie Schmerzen, Schwellung, Induration und Rötung an der Einstichstelle als auch Allgemeinreaktionen wie anaphylaktischer Schock, Synkope,Synkope nach Impfung – das ist extrem selten. In: Ärztezeitung, 13. Mai 2008. temporäre ThrombozytopenieMeldung von Impfreaktionen und die Bewertung auf dem Server des Bundesinstituts für Risikobewertung, BfR, (Thrombozytopenie und Petechien nach Masern-Mumps-Röteln Impfung)., Fazialisparese sowie grippeartige Beschwerden.Reaktogenität einer Booster-Impfung mit azellulären Pertussis-Impfstoffen bei Jugendlichen (PDF, Dissertation an der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität zu München 2010).

Auch die abgeschwächte Form der Krankheit selbst, die sogenannte Impfkrankheit, wie z. B. Impf­masern und Impf­poliomyelitis, die bei Verabreichung von Lebendimpfstoffen auftreten kann, fällt unter diesen Begriff.Impfen: Noch immer gibt es Defizite − Deutsches Ärzteblatt, 2013 (10), S. 92/93.

COVID-19-Impfstoff Das Paul-Ehrlich-Institut wies in seiner Mitteilung vom 18. Februar 2021 auf die erhöhte systemische Reaktogenität des AstraZeneca COVID-19-Impfstoffs hin. Eine Analyse der Sicherheitsdaten der klinischen Prüfungen vor der Zulassung weise auf eine „höhere systemische Reaktogenität“ des COVID-19-Impfstoffs von Astrazeneca im Vergleich zu Meningokokken-Konjugatimpfstoff (MenACWY) hin. Aus klinischen Studien sei bekannt, dass die Reaktogenität dieses Impfstoffes bei älteren Personen geringer als bei jüngeren Personen und bei der Zweitimpfung geringer als bei der Erstimpfung sei.Sicherheit und Wirksamkeit des COVID-19-Impfstoffs AstraZeneca – Paul-Ehrlich-Institut, aktualisierte Meldung vom 18. Februar 2021. Bei mRNA-basierten Impfstoffen hingegen ist die Reaktogenität bei der zweiten Impfung wesentlich höher als bei der ersten.Thomas Winckler: mRNA als neues Impfstoffprinzip. In: pharmazeutische-zeitung.de, 7. Februar 2021.

Literatur Thomas Malzer: Reaktogenität einer Booster-Impfung mit azellulären Pertussis-Impfstoffen bei Jugendlichen. Dissertation, München 2010 (edoc.ub.uni-muenchen.de PDF-Datei). Reaktogenität von Corona-Impfstoffen. In: Epidemiologisches Bulletin des RKIs. 2/2021 (rki.de PDF).

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