Julie Zucker, verh. Hase (auch Haase, Zucker-Haase), (* 28. April 1795 in Dresden; † 30. Juli 1826 ebenda) Todesanzeige in der Wiener allgemeinen Musik-Zeitung, 31. Juli 1841, S. 384 (unter „Geschichtliche Rückblicke“). war eine deutsche Schauspielerin und Sängerin (Sopran) am Dresdner Hoftheater.
Leben Julie Zucker stammte aus einer Theater- und Musikerfamilie und war die Tochter der Sängerin und Schauspielerin Eleonore Bösenberg-Zucker (1768–1796) und des Dresdner Hofmusikus Johann Christoph Zucker. Ersten Unterricht erhielt sie von ihrem damals in Leipzig lebenden Großvater mütterlicherseits, dem Schauspieler Heinrich Bösenberg (1745–1818). Später erhielt sie in Dresden auch Gesangsunterricht von Johann Aloys Miksch.Eberhard Steindorf: Die Konzerttätigkeit der Königlichen musikalischen Kapelle zu Dresden (1817–1858). Institutionsgeschichtliche Studie und Dokumentation. Baden-Baden 2018, S. 380 (= Dresdner Schriften zur Musik 11). Auch ihre ältere Schwester Emilie Zucker (* 1795)Zucker, Emilie. In: Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition (Version 4.2.0 vom 21. September 2020), letzte Änderung dieses Dokuments am 16. Dezember 2017; abgerufen am 11. Januar 2021. wurde zur Sängerin ausgebildet und wirkte u. a. 1817 an der Dresdner Hofoper,Eberhard Steindorf: Die Konzerttätigkeit der Königlichen musikalischen Kapelle zu Dresden (1817–1858). Institutionsgeschichtliche Studie und Dokumentation. Baden-Baden 2018, S. 415 (= Dresdner Schriften zur Musik 11). beendete ihre Karriere aber bereits 1820.Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. 3. Band. 4., erw. u. akt. Auflage. München 2003, S. 1980.
Julie Zucker trat in LeipzigKonzertrezension. In: Zeitung für die elegante Welt, 24. Oktober 1815, Sp. 1680 (anno.onb.ac.at). und Dresden (an der Italienischen Oper) zunächst in Kinderrollen auf.Marie Börner-Sandrini: Erinnerungen einer alten Dresdnerin. Dresden: Warnatz & Lehmann 1876, S. 56. Sie erhielt 1815 ein Engagement am Dresdner Hoftheater und sang hauptsächlich Soubrettenrollen. 1819 heiratete sie den Dresdner Kammermusikus und Hornisten August Ha(a)se (1798–1869),Eberhard Steindorf: Die Konzerttätigkeit der Königlichen musikalischen Kapelle zu Dresden (1817–1858). Institutionsgeschichtliche Studie und Dokumentation. Baden-Baden 2018, S. 380 (= Dresdner Schriften zur Musik 11). mit dem sie drei Kinder hatte, und trat weiterhin als Sängerin auf. 1822 wirkte sie in der Dresdner Erstaufführung von Carl Maria von Webers Oper Der Freischütz als Ännchen mit. 1824 zog sie sich aufgrund von Krankheit von der Bühne zurück und starb mit nur 31 Jahren in Dresden,Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. 3. Band. 4., erw. u. akt. Auflage. München 2003, S. 1980. „an den Folgen einer unglücklichen Entbindung.“Marie Börner-Sandrini: Erinnerungen einer alten Dresdnerin. Dresden. Warnatz & Lehmann, 1876, S. 57.
Zeitgenössische Kritiken rühmten ihren „lieblichen Gesang“,Wiener Zeitschrift vom 17. Februar 1820, S. 166 (Digitalisat). auch habe sie sich durch „Anmuth, Gefühl, Grazie und wohlthuenden, reinen Gesang“Morgenblatt für gebildete Stände vom 25. Dezember 1819, S. 1232 (Digitalisat). ausgezeichnet.
Ihre Tochter Julie Hase wurde ebenfalls Sängerin.Konzertrezension. In: Neue Zeitschrift für Musik, 3. Mai 1841, S. 146 (anno.onb.ac.at).
Literatur
Marie Börner-Sandrini: Erinnerungen einer alten Dresdnerin. Dresden: Warnatz & Lehmann 1876, S. 56–57 (digitale-sammlungen.de). Karl-Josef Kutsch, Leo Riemens: Großes Sängerlexikon. 3. Band. 4., erw. u. akt. Auflage. München 2003, S. 1980. Robert Prölss (Hrsg.): Geschichte des Hoftheaters zu Dresden: von seinen Anfängen bis zum Jahre 1862. Dresden 1878, S. 379, 387, 404, 650, 662 (books.google.de). Eberhard Steindorf: Die Konzerttätigkeit der Königlichen musikalischen Kapelle zu Dresden (1817–1858). Institutionsgeschichtliche Studie und Dokumentation. Baden-Baden 2018, S. 380, 415 (= Dresdner Schriften zur Musik 11).
Weblinks Zucker, Julie. In: Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition (Version 4.2.0 vom 21. September 2020), letzte Änderung dieses Dokuments am 16. Dezember 2017; abgerufen am 11. Januar 2021. Zucker, Julie. In: Carl-Maria-von-Weber-Gesamtausgabe. Digitale Edition (Version 4.2.0 vom 21. September 2020), letzte Änderung dieses Dokuments am 16. Dezember 2017; abgerufen am 11. Januar 2021.
Einzelnachweise
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