mini|DLR Projektträger – Sitz der Geschäftsleitung Der DLR Projektträger (DLR-PT) ist als Teil des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e. V. ein seit 1975 tätiger Projektträger und damit Dienstleister für das Management von Forschung, Bildung und Innovation. Im Auftrag von deutschen Bundes- und Landesministerien, der Europäischen Kommission, von Stiftungen, Interessenverbänden und Wissenschaftsorganisationen erarbeitet er Strategien und Konzepte für Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, steuert Förderprogramme und Förderprojekte, begleitet fachliche und gesellschaftliche Dialoge und wirkt am Wissenstransfer sowie der Wissensverwertung mit. 2025 betreute der DLR Projektträger 12.581 Fördervorhaben und bewirtschaftete Fördermittel im Gesamtwert von 1,81 Mrd. Euro. Er gehört zu den größten Projektträgern Deutschlands.Thomas Kölsch: Kontrollzentrum der Wissenschaft. In: Bonner General-Anzeiger, 28. Juli 2020.

Historie und Entwicklung + Entwicklung des PersonalstandsFür 2015: Jahr Anzahl 1995 130 2002 rund 500 2010 740 2015 984 2020 1.359 2021 rund 1.500 2022 rund 1.600 2023 rund 1.600 2024 rund 1.600 2025 rund 1.600 1974 legte das Bundesministerium für Forschung und Technologie (BMFT) unter Hans Matthöfer das Aktionsprogramm Humanisierung des Arbeitslebens (HdA) auf.Zum Programm und zur Rolle Matthöfers siehe Werner Abelshauser: Nach dem Wirtschaftswunder. Der Gewerkschafter, Politiker und Unternehmer Hans Matthöfer. Dietz, Bonn 2009, ISBN 978-3-8012-4171-1, S. 288–297; die Zahlen zur Programmausweitung dort S. 289.Die Angaben zur Geschichte richten sich, wenn nicht anders vermerkt, nach den Angaben der DLR-Website, siehe Die damalige Deutsche Forschungs- und Versuchsanstalt für Luft- und Raumfahrt (DFVLR) wurde mit dem Management der finanziellen Ressourcen betraut und richtete in Bonn am 1. Juli 1975 den Projektträger Humanisierung des Arbeitslebens (PT-HdA) ein. Dieser wurde im Bereich Projektträgerschaften der DFVLR angesiedelt, der am selben Tag errichtet wurde. Das Aktionsprogramm sollte in der sich verändernden Arbeitswelt die Partizipationsmöglichkeiten der Beschäftigten stärken sowie „durch eine praxisorientierte Forschungsförderung methodische Lücken bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen […] schließen“Werner Abelshauser: Nach dem Wirtschaftswunder. Der Gewerkschafter, Politiker und Unternehmer Hans Matthöfer, S. 294. und fand auch in Bildungsminister Helmut Rohde und Arbeitsminister Walter Arendt aktive Unterstützer.Werner Abelshauser: Nach dem Wirtschaftswunder. Der Gewerkschafter, Politiker und Unternehmer Hans Matthöfer, S. 292 und S. 295. Von 1974 bis 1978 beliefen sich die HdA-Mittel auf zusammen 234 Mio. DM; lagen sie im Budgetjahr 1974 noch bei 11,3 Mio. DM, so beliefen sie sich 1982 auf 107 Mio. DM.Werner Abelshauser: Nach dem Wirtschaftswunder. Der Gewerkschafter, Politiker und Unternehmer Hans Matthöfer, S. 289 und S. 297.

Die Mittelverwaltung und -steuerung des Bundesprogramms Technik im Dienste der GesundheitWerner Abelshauser: Nach dem Wirtschaftswunder. Der Gewerkschafter, Politiker und Unternehmer Hans Matthöfer, S. 292. wurde 1975 ebenfalls in die Hände der DFVLR gegeben, das in Köln-Porz einen entsprechenden Projektträger einrichtete.Später Projektträger Forschung im Dienste der Gesundheit. Siehe G. B. M. Mensink, M. Thamm, K. Haas: Die Ernährung in Deutschland 1998. In: Gesundheitswesen 61 (1999) Sonderheft 2, S. 200–206 (), hier S. 205. Das dritte Programm, dessen Mittel aus dem BMFT ab 1975 durch einen Projektträger der DFVLR verwaltet wurden, war Umweltschutztechnik; der Projektträger UmweltschutztechnikSiehe Gunter W. Panzner: Clean Technology Research in Germany: Examples of Implemented Projects. In: Harry M. Freeman, Zsuzsa Puskas, Rada Olbina (Hrsg.): Cleaner Technologies and Cleaner Products for Sustainable Development. Springer Berlin Heidelberg, Berlin, Heidelberg 1995, S. 81–98, hier S. 81. war ebenfalls in Köln-Porz angesiedelt und Teil des Bereichs Projektträgerschaften der DFVLR.

1989 wurde das Programm Humanisierung des Arbeitslebens in das Nachfolgeprogramm Arbeit und Technik überführtDieter Sauer: Von der „Humanisierung der Arbeit“ zur „Guten Arbeit“. In: Aus Politik und Zeitgeschichte, Heft 15/2011 (online), S. 18–24, hier S. 20 und S. 22. und inhaltlich technologischer ausgerichtet. Die drei Projektträgerschaften, die mittlerweile alle in Bonn ihren Standort hatten und eine Bürogemeinschaft betrieben, nannten sich ab 1989 Projektträger Arbeit, Umwelt und Gesundheit (PT-AUG).

Der PT-AUG übernahm 1990 die Projektträgertätigkeit für das neue BMFT-Programm Umweltsystemforschung, das wegen der Komplexität der Umweltprobleme neben dem bereits laufenden Programm Umweltschutztechnik eingerichtet wurde. Der PT-AUG erweiterte 1995 seine Aufgaben durch Übernahme eines weiteren Teils der Projektträgerschaft Forschung im Dienste der Gesundheit, der zuvor von der Gesellschaft für Strahlen- und Umweltforschung erbracht worden war. Im selben Jahr entstand durch Überführung der bis dahin selbstständigen Projektträger in eine Organisationseinheit der Projektträger im DLR (PT-DLR), die Versäulung der vormals eigenständigen Projektträgerschaften verschwand. 1996 erweiterte dieser sein Spektrum einerseits durch die Integration von zwei zuvor bereits im DLR angesiedelten Einheiten: das Internationale Büro des BMBF und das Osteuropaverbindungsbüro des BMBF, andererseits durch die Betreuung von Vorhaben im Bereich der Geisteswissenschaften im Rahmen eines BMBF-Förderkonzeptes. 1996 war auch das Jahr, in dem der Projektträger beliehener Unternehmer wurde und so seine Gestaltungsmöglichkeiten wesentlich erweiterte. Ein Jahr später, 1997, errichtete der PT-DLR die Querschnittskontaktstelle für alle Nationalen Kontaktstellen des BMBF für das Europäische Forschungsrahmenprogramm aller Projektträger. 1998 wurde das ebenfalls bereits im DLR vorhandene EUREKA/COST Büro des BMBF in den PT-DLR integriert. Im Jahr darauf kam eine weitere Projektträgertätigkeit hinzu: die für den Bereich Humangenomforschung, auch hier war das BMBF der Mittelgeber.

Im Jahr 2000 beauftragte das BMBF den PT-DLR mit der Projektträgerschaft in den Arbeitsgebieten Bildungsforschung sowie Chancengleichheit/Genderforschung. Gemeinsam mit dem Arbeitsgebiet Geisteswissenschaften wurden sie in einer Organisationseinheit zusammengefasst. Sie wirkte im selben Jahr an der Umstrukturierung der Helmholtz-Gemeinschaft durch Projektförderung mit. Der PT-DLR kooperierte dabei mit anderen Projektträgern und war zugleich die zentrale Koordinationsinstanz.DLR Projektträger: Geschäftsbericht 2000, S. 10. Siehe auch Zwei Jahre später kam es zur Zusammenführung mit dem PT-Informationstechnik. Dessen Wurzeln reichten ebenfalls weit zurück: Ab 1975 befasste er sich mit nationalen, europäischen und internationalen Vorhaben – häufig im Verbund organisiert – auf dem Gebiet der Informations- und Kommunikationstechnologien, oft mit Schwerpunkten in Forschung und Entwicklung. Die Themen Mikroelektronik und Informatiksysteme kamen später hinzu. Zudem wurde eine enge Zusammenarbeit mit dem Projektträger Multimedia gepflegt, der 2002 zum PT-Informationstechnik kam.Helmut Klein: Der Projektträger im DLR von seinen Anfängen bis heute, S. 366–368. Nach 2002 übernahm PT-DLR die Projektträgertätigkeit im Bereich Neue Medien in der Bildung und Fachinformationen. Ab 2003 wuchs er durch eine steigende Zahl von Aufträgen für alle Organisationseinheiten, durch größere Auftragsvolumina sowie durch die zentrale Organisation und Betreuung der Wissenschaftsjahre (ab 2004). 2007 übernahm der PT-DLR jene Teile des Internationalen Büros des BMBF, die zuvor noch beim Forschungszentrum Jülich verblieben waren.

Zwei Reorganisationsmaßnahmen des wachsenden Projektträgers wurden 2011 beziehungsweise 2016 gestartet. Zunächst stellte er sich darauf ein, dass der Wettbewerb unter verschiedenen Projektträgern zunahm, weil die freihändige Vergabe von Mitteln und Projekten nicht mehr möglich war. 2016 entstand die bis Mitte 2025 gültige innerorganisatorische Bereichsgliederung. 2016 initiierte die neue Leitung auch die Umbenennung in DLR Projektträger, um so die Zugehörigkeit zum Markenkern des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt zu unterstreichen.

Während und nach der COVID-19-Pandemie in Deutschland unterstützte der DLR Projektträger das zuständige Bundesministerium bei der Förderung der Impfstoffentwicklung durch Entwicklung und Umsetzung einer entsprechenden Förderrichtlinie sowie beim Management von Forschungsvorhaben zu Long COVID.

Seit 2000 sind in Berlin in verschiedenen Liegenschaften Arbeitseinheiten des DLR-PT tätig. Der Projektträger eröffnete ferner weitere Büros: 2016 in Düsseldorf und 2020 in Dresden. Seit 2019 ist er mit einem Büro in Brüssel präsent. 2022 bezog er in Berlin am Südkreuz eine neue Betriebsstätte.Zu Berlin siehe

Aufgaben und Auftraggeber Der DLR Projektträger unterstützt mit seinem Dienstleistungsangebot die Bereiche Bildung, Forschung und Innovation und trägt dazu bei, die Wirksamkeit der Maßnahmen seiner Auftraggeber zu verbessern. Dazu analysieren und bewerten die Experten des DLR Projektträgers die Chancen und Folgen technologischer Entwicklungen sowohl in spezifischen Sektoren als auch auf globaler Ebene, sodass Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf einer fundierten Datengrundlage agieren können. Aus den gewonnenen Erkenntnissen entstehen Strategien und Handlungskonzepte, die Auftraggebern helfen, ihre Ziele effizient und nachhaltig zu erreichen. Der DLR Projektträger managt sämtliche Prozesse von der Entwicklung über die Umsetzung bis zur Evaluation unterschiedlichster Förderprogramme, wobei er auf einen regelkonformen und wirksamen Mitteleinsatz achtet. Die zielgruppenspezifische Kommunikation komplexer Inhalte ist ein weiterer Kernbereich, der den Wissenstransfer ebenso wie den offenen Dialog mit der Gesellschaft fördern soll. Schließlich spielt die Unterstützung beim zügigen Transfer neuer Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft eine zentrale Rolle.Claudia Mahnke: „Wir sind die Möglichmacher“. In: Bonner General-Anzeiger, 21. November 2015.Zur Funktion siehe auch