Die Bunte Ochsenzunge (Anchusella variegata), auch Buntes Ochsenzünglein genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Anchusella innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae).
Beschreibung mini|Habitus und Laubblätter im Habitat Vegetative Merkmale Die Bunte Ochsenzunge ist eine einjährige krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 50 Zentimetern erreicht. Der feinwärzliche und borstige Stängel ist niederliegend oder aufsteigend.
Die Laubblätter sind auffällig mit langen Borstenhaaren und kleinen weißlichen Höckern, Warzen besetzt. Die wechselständigen Laubblätter sind sitzend und halbstängelumfassend. Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 3 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 0,5 bis 2 Zentimetern länglich bis eiförmig oder verkehrt-eiförmig. Der Blattrand ist ausgeschweift gezähnt.
Generative Merkmale Die Blütezeit reicht von Februar bis Mai. Der endständige Blütenstand ist ein dichter Doppelwickel.
Die relativ kleinen, zwittrigen Blüten sind fünfzählig mit doppelter Blütenhülle. Die fünf stachelborstigen Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen und die fünf Kelchzipfel sind linealisch mit schmalem und spitzem oberen Ende. Die Blütenkrone ist weiß oder blass-purpurfarben, sie wird später blass-blau mit rötlich-violetten Flecken. Die röhrige Blütenröhre ist leicht gebogen, der Saum ist schief und endet mit fünf etwas ungleichen Kronlappen. Die Kronzipfel mit Schlundschuppen sind etwa so lang wie der Kelch. Es sind nur zwei fertile Staubblätter, die oberhalb der Mitte der Kronröhre inseriert sind und drei kleine Staminodien vorhanden. Der Fruchtknoten ist oberständig. Das obere Ende des Griffels und zugespitzt und er endet in einer zweilappigen Narbe.
Die Klausen (Nüsschen) sind zwischen den Hauptnetzadern glatt.
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16.
Vorkommen Die Bunte Ochsenzunge kommt in Griechenland, auf Kreta und auf Inseln in der Ägäis vor. Sie gedeiht auf Kalkfelsen, im Kalkschutt, in trockenen Grasfluren und an Wegrändern.
Taxonomie Die Erstveröffentlichung erfolgte 1753 unter dem Namen (Basionym) Lycopsis variegata durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 138. Die Neukombination zu Anchusa variegata wurde 1818 durch Johann Georg Christian Lehmann in Plantae e Familiae Asperifoliarum Nuciferae Band 1 Seite 223 veröffentlicht. Sie wurde 1997 durch M. Bigazzi, E. Nardi, Federico Selvi als Anchusella variegata in Anchusella, a new genus of Boraginaceae from the Central-Eastern Mediterranean. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 205, Issue 3–4, S. 254 in die Gattung Anchusella gestellt. Weitere Synonyme für Anchusella variegata sind: Anchusa aegyptica , Anchusa perlata , Lycopsis bullata , Lycopsis sanguinolenta
Einzelnachweise M. Bigazzi, E. Nardi, Federico Selvi: Anchusella, a new genus of Boraginaceae from the Central-Eastern Mediterranean. In: Plant Systematics and Evolution, Volume 205, Issue 3–4, 1997, S. 241–264. doi:10.1007/BF01464408 Peter Schönfelder, Ingrid Schönfelder: Die neue Kosmos-Mittelmeerflora. Franckh-Kosmos-Verlag, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-440-10742-3. S. 138. A. O. Chater: Anchusa L., S. 106–109. In: Thomas Gaskell Tutin, V. H. Heywood, N. A. Burges, D. M. Moore, D. H. Valentine, S. M. Walters, D. A. Webb (Hrsg.): Flora Europaea. Band 3: Diapensiaceae to Myoporaceae. Cambridge University Press, 1972, ISBN 0-521-08489-X. Carl von Linné: Species Plantarum. Band 1, Impensis Laurentii Salvii, Holmiae 1753, S. 138 eingescannt auf biodiversitylibrary.org. B. Valdés, 2011: Boraginaceae. Datenblatt Anchusella variegata. In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity.
Weblinks
Thomas Meyer, Michael Hassler: Datenblatt mit Fotos bei Mittelmeer- und Alpenflora.
Kategorie:Raublattgewächse