Der FSV Pfaffenhofen (offiziell: Fußballsportverein Pfaffenhofen a.d. Ilm e.V.) ist ein Sportverein aus der oberbayerischen Kreisstadt Pfaffenhofen an der Ilm. Bekannt ist der Verein vor allem durch seine Fußballabteilung. Die Vereinsfarben sind Schwarz und Rot. Seine Heimspiele trägt der FSV im Städtischen Stadion im Sportpark Pfaffenhofen aus.
Die Ursprünge des Vereins reichen bis zum 1. Juni 1919 zurück. An diesem Tag gründeten 26 Männer im Hotel Müllerbräu eine Fußballabteilung innerhalb des damaligen Männerturnvereins Pfaffenhofen. Seit der Saison 2026/27 spielt die erste Mannschaft erstmals in der Bayernliga. Zu den weiteren sportlichen Höhepunkten zählen die Meisterschaft in der II. Amateurliga 1959, der Aufstieg in die neu geschaffene Landesliga 1963 und die Teilnahme an der ersten Hauptrunde des DFB-Pokals in der Saison 1980/81.
Neben dem Fußball unterhält der Verein eine 1983 gegründete Herzsportgruppe. Der FSV hatte nach eigenen Angaben im Jahr 2026 mehr als 1100 Mitglieder. Rund 530 Fußballerinnen und Fußballer waren im aktiven Spielbetrieb gemeldet.
Geschichte
Gründung als Fußballabteilung des Männerturnvereins
Am 1. Juni 1919 trafen sich 26 fußballbegeisterte Männer im Nebenraum des Hotels Müllerbräu in Pfaffenhofen. Sie gründeten die „Spielabteilung des Männerturnvereins Pfaffenhofen a. d. Ilm“.Manuel Andre, Helmut Promberger: 100 Jahre FSV Pfaffenhofen a. d. Ilm. 1919–2019. FSV Pfaffenhofen, Pfaffenhofen 2019, S. 10. Noch im Gründungsjahr stieg die Mitgliederzahl der Abteilung auf 67.
Bereits wenige Wochen nach der Gründung nahm die Mannschaft den Spielbetrieb auf. Zu den ersten Gegnern gehörte die dritte Mannschaft des TSV 1860 München. Im Herbst 1919 folgten die ersten Verbandsspiele. Die Mannschaft gewann die Gruppenmeisterschaft der B-Klasse Ingolstadt, scheiterte jedoch in den anschließenden Aufstiegsspielen an den Sportfreunden München.
Einen frühen sportlichen Erfolg feierte die Mannschaft 1920 bei den Jubiläumsspielen des FC Bayern München. Nach Siegen gegen Starnberg und Freising gewann die Pfaffenhofener Mannschaft das Turnier. Der Erfolg wurde in Pfaffenhofen mit einem von der Stadtkapelle begleiteten Empfang gefeiert.
Loslösung vom MTV und Gründung des Fußballvereins
Die Auseinandersetzungen zwischen der Deutschen Turnerschaft und den Fußballverbänden führten Anfang der 1920er Jahre zur organisatorischen Trennung vieler Fußballabteilungen von ihren Turnvereinen. Am 17. Februar 1924 wurde die bisherige Fußballabteilung des Männerturnvereins in den eigenständigen „Fußballverein Pfaffenhofen/Ilm“ umgewandelt.Andre/Promberger 2019, S. 11.
Im Dezember 1925 vereinbarten der Männerturnverein und der Fußballverein die gleichberechtigte Nutzung der städtischen Sportanlage auf der damaligen Rennwiese. Diese befand sich auf dem Gelände des heutigen Stadions an der Ingolstädter Straße.
In den folgenden Jahren geriet der Verein sowohl sportlich als auch wirtschaftlich in Schwierigkeiten. Inflation, geringe Zuschauereinnahmen und Abwanderungen von Spielern belasteten den Spielbetrieb. Die Spieler trugen teilweise ihre Fahrtkosten selbst. Auch die Spielkleidung wurde mit Unterstützung von Vereinsmitgliedern und deren Familien angefertigt.
1929 stand der Verein zeitweise vor der Auflösung. Nachdem sich keine reguläre Vorstandschaft bilden ließ, übernahm ein geschäftsführender Ausschuss die Vereinsführung. Sportliche Erfolge bei einem Pokalturnier in Freising und die Rückkehr mehrerer Spieler stabilisierten den Verein. In der Saison 1929/30 gewann der FV Pfaffenhofen die Meisterschaft der A-Klasse Ingolstadt.
Zeit des Nationalsozialismus und Zweiter Weltkrieg
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde der deutsche Sport in den nationalsozialistischen Verbandsstrukturen gleichgeschaltet. Da Pfaffenhofen damals weniger als 10.000 Einwohner hatte, musste die Mannschaft nach Darstellung der Vereinschronik in eine niedrigere Spielklasse wechseln. Der Sportbetrieb wurde zunehmend durch politische Vorgaben und Einberufungen beeinträchtigt.Andre/Promberger 2019, S. 12–13.
Die letzte überlieferte Vereinssitzung vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs fand am 21. Mai 1940 statt. Das letzte Spiel wurde im Dezember 1940 ausgetragen. Insgesamt verloren nach Angaben der Festschrift 28 Mitglieder des Vereins im Zweiten Weltkrieg ihr Leben.Andre/Promberger 2019, S. 13.
Wiedergründung nach dem Zweiten Weltkrieg
Am 15. Januar 1946 trafen sich frühere Vereinsmitglieder beim Königswirt und beschlossen, den Verein unter dem Namen „Fußballsportverein Pfaffenhofen/Ilm“ neu aufzubauen. Da der Sportplatz an der Ingolstädter Straße zunächst von der Militärregierung belegt war, wich die Mannschaft auf den früheren Waldspielplatz an der Weiherer Straße aus.
In dieser Zeit setzten sich Schwarz und Rot als Vereinsfarben durch. Am 16. Mai 1948 wurde der Verein in das Vereinsregister eingetragen. Innerhalb eines halben Jahres stieg die Mitgliederzahl auf 345.
In der Saison 1948/49 wurde die erste Mannschaft Meister der Bezirksklasse I Donau/Ilm, Gruppe Süd. In den Aufstiegsspielen gegen den Nordmeister aus Kösching scheiterte der FSV nach mehreren Begegnungen im Entscheidungsspiel.
Aufstieg in die II. Amateurliga
In der Saison 1951/52 gewann der FSV die Meisterschaft der A-Klasse Donau/Ilm und anschließend die oberbayerische Gruppenmeisterschaft. Die Mannschaft wurde von Spielertrainer Werner Lindemann betreut, der zuvor unter anderem für den SSV Spandau und den FC Bayern München gespielt hatte. Von 18 Verbandsspielen gewann der FSV 16 und stieg in die II. Amateurliga auf.Andre/Promberger 2019, S. 13–14.
In den ersten Spielzeiten in der II. Amateurliga erreichte die Mannschaft zunächst Mittelfeldplätze. Parallel erzielten die Reserve- und Jugendmannschaften mehrere regionale Erfolge. Die Jugend gewann 1956 sowohl die Bezirksmeisterschaft als auch den Bezirkspokal.
Meisterschaft 1959
Den ersten großen Höhepunkt der Nachkriegszeit erreichte der FSV in der Saison 1958/59. Unter Trainer Slavko Pelicon gewann die Mannschaft die Meisterschaft der II. Amateurliga Oberbayern, Gruppe B. Sie blieb an 14 aufeinanderfolgenden Spieltagen ungeschlagen und beendete die Saison mit sieben Punkten Vorsprung.
Mehrere Heimspiele wurden von bis zu 2000 Zuschauern besucht. Die Stadt Pfaffenhofen, der Bayerische Fußball-Verband und die Vereinsführung ehrten die Meistermannschaft am 23. Mai 1959. In den Aufstiegsspielen zur I. Amateurliga traf der FSV auf die Amateurmannschaft des TSV 1860 München, konnte sich jedoch nicht durchsetzen.
Anlässlich des 40-jährigen Vereinsbestehens richtete der FSV das Endspiel um die bayerische Jugendmeisterschaft zwischen dem BC Augsburg und dem 1. FC Nürnberg aus. Ein weiteres Jubiläumsspiel gewann der FSV im August 1959 gegen den türkischen Amateurmeister Adana Demirspor mit 2:0.Andre/Promberger 2019, S. 14–15.
Aufstieg in die Landesliga 1963
Nach mehreren Spielzeiten in der II. Amateurliga wurde der FSV in der Saison 1962/63 erneut Meister. Unter Trainer Paul Schleicher blieb die Mannschaft während der Vorrunde ungeschlagen und stieg in die neu geschaffene Landesliga Süd auf.Andre/Promberger 2019, S. 16.
Die Landesliga war nach der ebenfalls neu eingerichteten Bayernliga eine der höchsten Spielklassen des bayerischen Amateurfußballs. Zum Abschluss der Aufstiegssaison unternahm der Verein eine Reise nach Griechenland und in die Türkei. Dabei bestritt die Mannschaft unter anderem Freundschaftsspiele in Kavala und Lüleburgaz.Andre/Promberger 2019, S. 17.
Der FSV gehörte der Landesliga von 1963 bis 1968 an. In der ersten Saison erreichte die Mannschaft den zehnten Platz. Es folgten weitere Platzierungen im Tabellenmittelfeld. Der Verein setzte während dieser Jahre überwiegend auf Spieler aus dem eigenen Nachwuchs.
Zu den Freundschaftsspielgegnern dieser Zeit gehörten der FC Wattens, der BC Augsburg, der FC Schalke 04, der FC Bayern München und der TSV 1860 München. Beim Spiel gegen den BC Augsburg im Juli 1961 trat unter anderem der spätere deutsche Nationalspieler Helmut Haller an.
Abstieg und Konsolidierung
In der Saison 1967/68 stieg der FSV erstmals in seiner Geschichte sportlich ab. Als Gründe nennt die Vereinschronik unter anderem finanzielle Schwierigkeiten, Trainerwechsel und die damals noch unzureichende Infrastruktur.Andre/Promberger 2019, S. 18.
Das 50-jährige Jubiläum feierte der Verein 1969 mit einer Festveranstaltung und einem Freundschaftsspiel gegen den TSV 1860 München. In den folgenden Jahren konsolidierte sich der FSV in der Bezirksliga Oberbayern.
Als Trainer wirkten in dieser Zeit mehrere ehemalige Profifußballer. Auf Slavko Pelicon folgte 1970 Rudi Zeiser, der zuvor für Hertha BSC und den TSV 1860 München gespielt hatte. Später waren unter anderem Horst Blechinger und Heinz Esser für die Mannschaft verantwortlich.
1973 wurde ein neues Sportgebäude errichtet. Damit verbesserten sich die bis dahin unzureichenden Umkleide-, Wasch-, Sanitär- und Gastronomieräume wesentlich.Andre/Promberger 2019, S. 20.
Pokalerfolge in den 1970er Jahren
Mitte der 1970er Jahre erreichte der FSV mehrere vordere Platzierungen in der Bezirksliga. In der Saison 1975/76 gewann die Mannschaft den Kreispokal Donau/Ilm. Auf dem Weg in die folgenden Pokalrunden besiegte der FSV unter anderem den damaligen Bayernligisten ESV Ingolstadt mit 2:1.Andre/Promberger 2019, S. 21–22.
In dieser Zeit prägte Kurt Schmiedl als langjähriger Spielausschussvorsitzender die sportliche Organisation des Vereins. Er war zuvor selbst Spieler der ersten Mannschaft gewesen und wirkte über viele Jahre an der Verpflichtung von Trainern und Spielern mit.
1978 stieg der FSV nach einem Entscheidungsspiel gegen den SC Olching aus der Bezirksliga in die A-Klasse ab. Trotz dieses Rückschlags blieb die zweite Mannschaft in diesen Jahren sportlich erfolgreich und gewann mehrere Meisterschaften in ihrer Spielklasse.
Teilnahme am DFB-Pokal 1980/81
In der Saison 1979/80 sorgte der FSV im Pokalwettbewerb überregional für Aufmerksamkeit. Die Mannschaft setzte sich gegen mehrere höherklassige Gegner durch, darunter den TSV Ampfing, die SpVgg Starnberg, den VfR Neuburg und den ESV München. Damit qualifizierte sie sich als A-Klassen-Verein für die erste Hauptrunde des DFB-Pokals.Andre/Promberger 2019, S. 24.
Nach Darstellung der Vereinschronik war der FSV damit die erste Mannschaft aus einer derart niedrigen Spielklasse, die die Hauptrunde des DFB-Pokals erreichte. Für diesen Erfolg erhielt die Mannschaft als erste Mannschaft überhaupt die Max-Heckmeier-Medaille der Stadt Pfaffenhofen.Andre/Promberger 2019, S. 25.
In der ersten Runde der Saison 1980/81 trat der FSV am 30. August 1980 bei der SpVgg Ansbach 09 an. Vor 2000 Zuschauern verlor Pfaffenhofen durch ein Tor in der ersten Spielminute mit 0:1.
In derselben Saison gewann der FSV die Meisterschaft der A-Klasse und kehrte in die Bezirksliga zurück. Dort erreichte die Mannschaft in der folgenden Spielzeit den dritten Platz.
Entwicklung in den 1980er Jahren
Nach dem Wiederaufstieg spielte der FSV mehrere Jahre in der Bezirksliga. 1984 folgte erneut der Abstieg in die A-Klasse. Im Pokal traf der Verein in dieser Phase mehrfach auf höherklassige Mannschaften. 1984 unterlag der FSV der Amateurmannschaft des FC Bayern München vor rund 700 Zuschauern mit 1:2. Im Februar 1985 spielte die Mannschaft vor etwa 1200 Zuschauern gegen den TSV 1860 München und verlor mit 0:4.Andre/Promberger 2019, S. 27–28.
Sportlich folgte eine schwierige Phase. 1988 stieg die erste Mannschaft in die B-Klasse ab. Bereits zwei Jahre später gelang jedoch die Meisterschaft und damit die Rückkehr in die A-Klasse.
Rückkehr in die Bezirksliga und Bezirksoberliga
In der Saison 1990/91 erreichte der FSV den zweiten Platz der A-Klasse. In den anschließenden Entscheidungsspielen setzte sich die Mannschaft gegen die DJK München-Nord durch und kehrte nach sieben Jahren in die Bezirksliga zurück.Andre/Promberger 2019, S. 31.