Pinocchio (, „Eichenbaum-Mock“) ist eine Anime-Serie von Tatsunoko Productions mit 52 Folgen, die erstmals 1972 ausgestrahlt wurde. Die Geschichte basiert auf dem Kinderbuch Pinocchio des italienischen Autors Carlo Collodi von 1883.Jonathan Clements, Helen McCarthy: The Anime Encyclopedia. Revised & Expanded Edition. Berkeley 2006, Stone Bridge Press, ISBN 978-1-933330-10-5, S. 7. Im Gegensatz zu vielen harmloseren Verfilmungen und der Version Piccolino no Bōken von Nippon Animation hat diese Serie einen deutlich dunkleren Ton und zeigt die Hauptfigur Pinocchio als einen Jungen, der unter dem ständigen physischen und psychischen Missbrauch von Menschen lebt, von denen er abhängig ist.

Die Serie ist nicht zu verwechseln mit der italienischen Realfilm-Serie desselben Jahres sowie der von ZDF und ORF in Auftrag gegebenen Anime-Serie von 1976.

Zusammenfassung der Handlung Pinocchio (Mokku), eine lebende Puppe, die aus dem Ast einer Eiche geschnitzt wurde, von seinem Erzeuger Geppetto genannt wird, träumt davon, ein richtiger Junge zu werden. Zuerst muss er jedoch lernen, sich wie ein anständiger Mensch zu verhalten, bevor sein Wunsch in Erfüllung gehen kann. So findet er sich Woche für Woche in einer schwierigen Situation wieder und wählt auch oft die falsche Vorgehensweise, woraufhin er leiden muss. Das soll bewirken, dass er diesen Fehler nicht ein zweites Mal begeht. Pinocchios Charakter sollte die Anfälligkeit der Menschen für fast alle Fehler zeigen, die man begehen kann, und einen Weg aufzeigen, wie man es besser machen könnte.(樫の木モック-Kashi no ki mokku) 1972 pinocchio-anime-1972.fandom.com (englisch).

Zu den wiederkehrenden Charakteren der Geschichten gehören Cricket, Mokkus Insektenführer, der ihm immer mal wieder als Geist erscheint sowie drei hinterhältige Tiere, eine Maus, ein Fuchs und ein Wiesel, die im Wald leben und stets aufs Neue Ärger verursachen.

Handlung der einzelnen Episoden Staffel 1, Folgen 1 bis 52 Folge 1: Die lebendige Puppe Dem alten Holzschnitzer und Puppenmacher Geppetto gelingt ein Meisterwerk: Er erschafft aus einem Eichenzweig eine Marionette, die er Pinocchio nennt. Als die Marionette – wie Geppetto es sich gewünscht hat – beginnt, sich wie ein echter Junge zu bewegen, zu sprechen und die Welt zu erkunden, verändert sich Geppettos Leben von Grund auf. Eine Fee hat seinen Wunsch erfüllt, weil er ein freundlicher Mann mit einem sanften Charakter ist.

Geppetto, der glücklich ist, nun einen Sohn oder Enkel zu haben – wie auch immer – schickt ihn zur Schule, wo er gemeinsam mit anderen Kindern lernen soll. Pinocchio ist begeistert von den neuen Eindrücken, besonders aber von der Ankündigung einer Vorstellung in einem Marionettentheater. Sein Widersacher Franko stiftet ihn an, seine neuen Schulbücher für eine Eintrittskarte zu verkaufen, schmiedet aber insgeheim den bösen Plan, Pinocchio an einen hartherzigen Puppenspieler zu verkaufen. Tatsächlich zwingt dieser Pinocchio mittels Drohungen in seine Dienste zu treten.

Die kleine Holzpuppe vermisst allerdings ihren liebevollen Erschaffer Geppetto sehr, zu dem sie zurückkehren möchte. Pinocchio fühlt sich gedemütigt als er auf der Bühne steht, beklagt sein Schicksal und wünscht sich, er wäre ein Mensch.

Folge 2: Ich will keine Puppe sein Tagein, tagaus muss Pinocchio nun auf der Bühne stehen, tanzen und singen. Das Publikum liebt ihn. Er bringt dem Puppenspieler sehr viel Geld ein. Aber nicht nur Pinocchio vermisst seinen Großvater, auch der alte Herr vermisst ihn. Pinocchio fasst den Plan, sich seinen Anteil am Gewinn der Einnahmen auszahlen zu lassen, dann nach Hause zurückzukehren und seinem Großvater einen schönen warmen Mantel zu kaufen. Allerdings hält der Puppenspieler seine erst gegebene Zusage nicht ein und bedroht Pinocchio erneut damit, ihn in kleine Stücke zu zerbrechen und ins Feuer zu werfen. Zwar noch am Leben, aber mit bleischwerem Herzen hadert Pinocchio damit, eine Holzpuppe zu sein. Da erscheint zum Glück die Fee und sagt ihm, dass sie leider momentan nicht die Macht habe, ihn in ein menschliches Wesen zu verwandeln, er sich aber sein gutes Herz bewahren und darauf vertrauen solle, das alles gut werde. Das sei letztendlich der richtige Weg, um zum Menschen zu werden. Pinocchio macht sich daraufhin auf zum Großvater, dem es augenblicklich besser geht. Sein Versprechen, brav zu sein, gerät schon nächsten Tag ins Wanken, als Pinocchio einem kleinen Mädchen nachläuft, das ihm zugeblinzelt hat. Trotz kurzer Bedenken, läuft er der Kleinen hinterher.

Folge 3: Charly ist eifersüchtig Es ist Winter und Pinocchio ist fasziniert vom Schnee. Geppetto ermahnt ihn, sich möglichst vom Bach fernzuhalten. Ein Problem anderer Art gibt es mit Benny Maus, der ebenfalls bei Geppetto in der Hütte lebt, und eifersüchtig darauf reagiert, dass dieser Pinocchio so viel Zuneigung und einen Großteil seiner Aufmerksamkeit schenkt. Bennys Plan, den er gemeinsam mit zwei unangenehmen Gesellen, Ferdy Fuchs und Willy Wiesel, schmiedet, nämlich Pinocchios Pausenbrot zu stehlen und den Mitbewohner in den Bach zu werfen, geht tatsächlich auf. Pinocchio wird auf einen Wasserfall zugetrieben, und es sieht so aus, als würde das böse enden. Doch im letzten Moment kann er den Ast einer Eiche ergreifen, der sich in den Arm der Fee verwandelt, die ihm gleichzeitig Mut zuspricht. Dadurch fühlt Pinocchio sich so gestärkt, dass er sich retten kann.

Folge 4: Der Retter in der Not Wieder einmal ist Benny Maus eifersüchtig auf Pinocchio, weil Geppetto sich so viel mit ihm beschäftigt. Es ist leicht für ihn, Willy Wiesel und Ferdy Fuchs dazu anzustiften, Pinocchio sein Pausenbrot zu stehlen. Als Pinocchio seinem Brot und den drei Missetätern hinterherläuft, landet er in einem verlassenen Holzfällerschuppen, der am Waldesrand liegt. Ein Funke setzt diesen Schuppen versehentlich in Brand. Pinocchio kann dem Feuer gerade noch entkommen, findet sein Pausenbrot wieder und rettet nebenher noch zwei jungen Vögeln das Leben, die ihr Nest unter der Dachrinne des Schuppens hatten und sozusagen in der Falle saßen.

Folge 5: Ein Herz für Pinocchio Auf dem Weg zur Schule bekommen Geppetto und Pinocchio einen Streit zwischen dem Nachbarsjungen Johnny und dessen Eltern mit, die sich nicht einig sind, ob Johnny zur Schule gehen soll. Sie zerren an dem Jungen herum, sodass Geppetto sich gezwungen sieht, einzugreifen. Er bittet Pinocchio, schon einmal mit Johnny zur Schule zu gehen. Dort wird er jedoch von Franko und weiteren Kindern gehänselt, weil er eine Holzpuppe ist. Johnny ärgert man ebenfalls, weil er ein schlechter Schüler ist, dessen Zukunftsaussichten mau seien. Daraufhin kommt es zu einem Kampf zwischen Pinocchio und Franko. Als die Katze Nora im Baum auftaucht, um Pinocchio zu erzählen, wie er ein Mensch werden könne, ist dieser zwar bestürzt, als Nora meint, er müsse Johnny sein Herz wegnehmen, während dieser schlafe, macht sich dann in der Nacht aber doch über Johnny her und versucht, ihm das Herz aus dem Leib zu schneiden. Johnny wacht jedoch auf und schreit gellend nach seinen Eltern, die auch herbeieilen. Sie sind drauf und dran, Pinocchio ins Feuer zu werfen, werden aber von Johnny davon abgehalten. Als Johnny Pinocchio dann seinen Kummer anvertraut, da seine Eltern zu viel von ihm erwarten würden, reagiert Pinocchio nicht weiter, sondern geht und trauert seiner Chance nach, es verpasst zu haben, ein Mensch zu werden. Da erscheint jedoch die Fee und droht ihm, ihn zurück in einen Eichenzweig zu verwandeln, wenn er weiterhin mitleidlos sei. Er könne kein Mensch werden, indem er einem anderen Menschen das Herz raube – ein Mensch werde man nur, wenn man gut und anständig sei.

Folge 6: Nimm dich vor Hexen in Acht! Franko lockt einige Kinder während einer Vollmondnacht in den Teufelswald. Er macht ihnen weis, dass man zusammen Jagd auf den legendären Hexen-Vampir machen wolle. Pinocchio will allen beweisen, wie mutig und tapfer er ist, und wagt sich noch vor allen in den Wald. Dort begegnet er einer alten Frau, die ihn freundlich begrüßt und ihn dazu einlädt, im Schloss zu wohnen, wo man auch schön spielen könne. Im Schloss wird Pinocchio von der Herrin der alten Frau, Gräfin Leona, begrüßt. Als die Gräfin erfährt, dass Pinocchio eine Holzpuppe ist und daher kein Blut besitzt, verhext sie ihn und bringt ihn so in ihre Gewalt.

Folge 7: Übermut tut selten gut Im Dorf werden drei kleine Mädchen vermisst. Die Mütter der Kinder haben Pinocchio gesehen, der sie in den Wald gelockt haben soll. Die Frauen sind sehr aufgebracht, als sie bei Geppetto erscheinen. Der alte Mann macht sich daraufhin mit seinem Gewehr auf in den Wald. Die kleinen Mädchen werden derweil im Schloss sehr freundlich von Leona begrüßt, während sie Pinocchio ins Zimmer der alten Frau schickt. Da Leona ein Vampir ist, ist, sie darauf angewiesen, immer neue Opfer zu finden. Als Pinocchio sich selbst etwas vormacht und leugnet, selbstsüchtig und faul zu sein, beginnt seine Nase zu wachsen. Schnell erkennt er jedoch, dass er sich selbst anlügt, woraufhin seine Nase sich wieder auf ihre normale Länge zurückbildet. Die Fee erscheint und mahnt ihn, dass er alles tun müsse, um die drei Mädchen zu retten. Kurz darauf erscheint Geppetto und berührt jeden Zwerg mit seinem Kreuz, woraufhin sich dieser wieder in ein Menschenkind zurückverwandelt. Als plötzlich die alte Frau auftaucht, berührt Pinocchio sie mit seiner brennenden Hand, die er jederzeit wieder ersetzen kann, sodass sie außer Gefecht gesetzt wird. Dann verfolgen Geppetto und die Kinder die davoneilende Leona und berühren sie mit ihrem Kreuz, woraufhin sie sich in ein Skelett verwandelt.

Folge 8: Schlaraffenland Da Pinocchio in der Schule von fast allen Kindern gehänselt wird, wofür in erster Linie Franko verantwortlich ist, mag er dort nicht mehr hingehen. Auf dem Weg nach Hause begegnet ihm ein kleines Mädchen, das seltsamerweise Pinocchios Probleme kennt und ihm ihr Mitgefühl ausdrückt. Er folgt der kleinen Casey in die Berge, wo sich ein Nebel wie ein Traumgespinst über beide legt. Casey fordert Pinocchio auf, die Tür zu öffnen und die Schwelle zu überschreiten. Da erscheint jedoch die Fee und warnt ihn, diese Schwelle zu übertreten, da er, wenn er das tue, niemals ein Menschenkind werden könne. Als Pinocchio daraufhin flieht, gesteht ihm Casey, dass sie die Hexe Mohn sei. Sie bestreut ihn mit Mohn und will, dass er einschläft, um ihm zu prophezeien, dass er als ein Stück Holz wieder aufwachen werde. Pinocchio kann nichts tun, er wird von einer tiefen Ohnmacht umfangen. Da taucht jedoch die Fee auf und kämpft mit Casey. Als Pinocchio wieder zu Bewusstsein kommt, sieht er nicht weit von sich Geppettos Hütte und eilt nach Hause. Wieder verspricht er, in Zukunft brav zu sein und auch in der Schule fleißiger zu lernen.

Folge 9: Der Zauberring Als Pinocchio einer Schar Zigeuner über den Weg läuft, dreht der Anführer an seinem Zauberring, und Pinocchio kann bald darauf schmecken und Schmerz empfinden. Er glaubt, dass er nun ein richtiger Junge geworden sei. Raffiniert bietet ihm der Zigeuneranführer an, Pinocchio in ein menschliches Wesen zu verwandeln, wenn er ihm 100 Goldmünzen oder aber Geppetto gebe, der Marionetten schnitzen könne. Pinocchio lässt sich auf den Handel ein und Geppetto macht sich auf ins Zigeunerlager. Pinocchio jedoch lernt nun, was es heißt, Hunger zu empfinden, wunde Füße zu haben und sonst noch allerlei. Als er herausfindet, dass die Marionetten, die Geppetto für den Anführer der Zigeuner schnitzen muss, von diesem zum Betteln geschickt und ausgenutzt werden, dreht er selbst am Ring des Zauberers und macht den Zauber dadurch rückgängig. Er befreit Geppetto, stiehlt den Zauberring und bewahrt alle Zaubersprüche sorgfältig auf. Geppetto und Pinocchio kehren in ihre Hütte zurück und Pinocchio lebt weiter als Holzpuppe.

Folge 10: Lügen haben kurze Beine