mini|hochkant=0.85|Michael Kuhn (Gala-Nacht des Sports 2009)
Michael Kuhn (* 28. Oktober 1937 in Wien; † 22. Juli 2026 in Kärnten) war ein österreichischer Sportjournalist bei der Kronen Zeitung und beim Österreichischen Rundfunk (ORF).
Leben Michael Kuhn sammelte seine ersten journalistischen Erfahrungen als freier Mitarbeiter der Wiener Illustrierten Wiener Montag und beim ÖVP-Blatt Neue Österreichische Tageszeitung. Er kam 1959 als Sportchef zur gerade gegründeten Neue Kronen Zeitung und blieb ihr und deren Herausgeber Hans Dichand lange Zeit treu. Bei der Neuen Kronen Zeitung wurde er stellvertretender Chefredakteur. Ab 1965 bis Anfang 1993, also fast dreißig Jahre lang, war er als Kommentator bei Fußballspielen und Skirennen für den ORF tätig. Anfang 1993 beendete der damalige ORF-Generalintendant Gerd Bacher, der von 1990 bis 1994 amtierte, die Zusammenarbeit mit Kuhn. Bacher erklärte, er halte Kuhns Spitzenposition bei der Krone und die gleichzeitige Arbeit für den öffentlich-rechtlichen ORF als "unvereinbar".Michael Kuhn - Zeitungsmensch mit „Minifuzerl“ an Eitelkeit. derStandard.at, Michael Kuhn, 12. Februar 2003
2003 wurde Kuhn geschäftsführender Chefredakteur der Kronen Zeitung. Er sollte dem jungen Chefredakteur Christoph Dichand als Kontrollinstanz zur Seite gestellt werden und galt als Kompromiss, auf den sich die Eigentümer, zum einen die Familie Dichand und zum anderen die deutsche WAZ-Gruppe (heute Funke Medien) einigen konnten. Es folgten Streitigkeiten über die inhaltliche Linie der Redaktion. 2006 entließ Hans Dichand daraufhin Kuhn fristlos und erteilte ihm Hausverbot in der Redaktion. Der Entlassung folgten jahrelange, öffentlich ausgetragene Rechtsstreitigkeiten vor Gericht.
In Österreich war Michael Kuhn einer der profiliertesten Sportjournalisten, von 1959 bis 2006 schrieb der Ski- und Fußball-Experte für die Kronen Zeitung. Am 22. Januar 2019 wurde dem damals 81-jährigen Wiener in Lausanne bei den AIPS Awards der Sonderpreis für sein Lebenswerk verliehen.Sportjournalist Michael Kuhn von AIPS für Lebenswerk geehrt, Tiroler Tageszeitung, 22. Jänner 2019
Er war seit 1997 Präsident der Sports Media Austria, des Verbandes österreichischer Sportjournalisten.
Kuhn verstarb in der Nacht auf den 22. Juli 2026 im Alter von 88 Jahren in seiner Wahlheimat Kärnten.
Privates Aufgrund eines Gen-Defektes fehlte Kuhn von Geburt an die linke Hand.
Michael Kuhn war mit Astrologin Helga Kuhn verheiratet.Helga Kuhn - die antwort steht in den sternen, cover-magazin.com, 7. August 2017 Helga Kuhn arbeitete bis zum Rauschmiss ihres Mannes 2006 als Astrologin für die Kronen Zeitung, später für Woman.
Auszeichnungen 2015: Großes Goldenes Ehrenzeichen für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich 2024: Sportler des Jahres: Auszeichnung mit einem Special-NIKI 2024: Journalist des Jahres: Auszeichnung für das Lebenswerk
Literatur Michael Kuhn: Kuhn’s Sport Chronik 2002. Pichler Verlag, Wien 2002, ISBN 3-85431-283-0. Michael Kuhn, Heinz Prüller, Wolfgang Klöbl: Kuhn’s Sport Chronik 2004 – Das offizielle Jahrbuch der österreichischen Sporthilfe. Pichler Verlag, Wien 2004, ISBN 3-85431-347-0. Michael Kuhn: Kuhn’s Sport Chronik 1999/2000. Das österreichische Sportjahrbuch mit allen Sporthöhepunkten des 20. Jahrhunderts. Pichler Sachbuch Verlag, Wien 1999, ISBN 978-3-8543-1191-1.
Weblinks
Sportjournalist Michael Kuhn für Lebenswerk geehrt, derStandard.at, 22. Jänner 2019. Großes Goldenes Ehrenzeichen für Michael Kuhn, noe.gv.at, 10. Februar 2015. ORF-TV-Sportchef Trost neuer Präsident von SMA, horizont.at, 13. Mai 2014.
Einzelnachweise
Kategorie:Nachrichtensprecher des Sport (ORF) Kategorie:Sportjournalist Kategorie:Vereinsfunktionär Kategorie:Träger des Großen Goldenen Ehrenzeichens für Verdienste um das Bundesland Niederösterreich Kategorie:Person (Wien) Kategorie:Österreicher Kategorie:Geboren 1937 Kategorie:Gestorben 2026 Kategorie:Mann