Das Gebiet Feuchtgebiete bei Waldburg und Kißlegg ist ein 2015 durch das Regierungspräsidium Tübingen nach der Richtlinie 92/43/EWG (Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie) angemeldetes Schutzgebiet (Schutzgebietskennung DE-8224-311) im Südosten des deutschen Landes Baden-Württemberg. Mit Verordnung des Regierungspräsidiums Tübingen vom 5. November 2018 (in Kraft getreten am 11. Januar 2019), wurde das Schutzgebiet förmlich ausgewiesen.
Lage Das rund 1529 Hektar große Schutzgebiet Feuchtgebiete bei Waldburg und Kißlegg gehört naturräumlich zum Westallgäuer Hügelland. Seine 39 Teilgebiete liegen in den Gemeinden Amtzell, Bad Wurzach, Bodnegg, Grünkraut, Kißlegg, Leutkirch im Allgäu, Schlier, Vogt, Waldburg, Wangen im Allgäu und Wolfegg im Landkreis Ravensburg.
Geschichte Das Schutzgebiet ist 2015 durch Zusammenlegung der FFH-Gebiete 8224-341 Feuchtgebiete bei Waldburg und 8225-341 Weiher und Moore bei Kißlegg entstanden.
Schutzzweck Lebensraumtypen Folgende Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-Richtlinie kommen im Gebiet vor:
EUCode
Lebensraumtyp (offizielle Bezeichnung) Kurzbezeichnung 3130
Oligo- bis mesotrophe stehende Gewässer mit Vegetation der Littorelletea uniflorae und/oder der Isoëto-Nanojunceata Nährstoffarme bis mäßig nährstoffreiche Stillgewässer 3150
Natürliche eutrophe Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions oder Hydrocharitions Natürliche nährstoffreiche Seen 3160
Dystrophe Seen und Teiche Dystrophe Seen 3260
Flüsse der planaren bis montanen Stufe mit Vegetation des Ranunculion fluitantis und des Callitricho-Batrachion Fließgewässer mit flutender Wasservegetation 6230
Artenreiche montane Borstgrasrasen (und submontan auf dem europäischen Festland) auf Silikatböden Artenreiche Borstgrasrasen 6410
Pfeifengraswiesen auf kalkreichem Boden, torfigen und tonig-schluffigen Böden (Molinion caeruleae) Feuchte Hochstaudenfluren 6430
Feuchte Hochstaudenfluren der planaren und montanen bis alpinen Stufe Feuchte Hochstaudenfluren 6510
Magere Flachland-Mähwiesen (Alopecurus pratensis, Sanguisorba officinalis) Magere Flachland-Mähwiesen 7110
Lebende Hochmoore Naturnahe Hochmoore 7120
Noch renaturierungsfähige degradierte Hochmoore Geschädigte Hochmoore 7140
Übergangs- und Schwingrasenmoore Übergangs- und Schwingrasenmoore 7150
Torfmoor-Schlenken (Rhynchosporion) Torfmoor-Schlenken 7210
Kalkreiche Sümpfe mit Cladium mariscus und Arten des Caricion davallianae Kalkreiche Sümpfe mit Schneidried 7220
Kalktuffquellen (Cratoneurion) Kalktuffquellen 7230
Kalkreiche Niedermoore Kalkreiche Niedermoore 8210
Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation Kalkfelsen mit Felsspaltenvegetation 91D0
Moorwälder Moorwälder 91E0
Auen-Wälder mit Alnus glutinosa und Fraxinus excelsior (Alno-Padion, Alnion incanae, Salicion albae) Auenwälder mit Erle, Esche, Weide 9410
Montane bis alpine bodensaure Fichtenwälder (Vaccinio-Piceetea) Bodensaure Nadelwälder
Arteninventar Folgende Arten von gemeinschaftlichem Interesse kommen im Gebiet vor:
Bild EUCode
Art wissenschaftlicher Name Artengruppe 150px|Vierzähnige Windelschnecke 1013
Vierzähnige Windelschnecke Vertigo geyeri Schnecken 150px|Schmale Windelschnecke 1014
Schmale Windelschnecke Vertigo angustior Schnecken 150px|Große Moosjungfer 1042
Große Moosjungfer Leucorrhinia pectoralis Libellen 150px|Helm-Azurjungfer 1044
Helm-Azurjungfer Coenagrion mercuriale Libellen 150px|Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling 1059
Heller Wiesenknopf-Ameisenbläuling Maculinea teleius Schmetterlinge 150px|Goldener Scheckenfalter 1065
Goldener Scheckenfalter Euphydryas aurinia Schmetterlinge 150px|Steinkrebs 1093
Steinkrebs Austropotamobius torrentium Krebse 150px|Steinbeißer 1149
Steinbeißer Cobitis taenia Fische und Rundmäuler 150px|Groppe 1163
Groppe Cottus gobio Fische und Rundmäuler 150px|Biber 1337
Biber Castor fiber Säugetiere 150px|Firnisglänzendes Sichelmoos 1381
Firnisglänzendes Sichelmoos Drepanocladus vernicosus Moose 150px|Sumpf-Glanzkraut 1903
Sumpf-Glanzkraut Liparis loeselii Pflanzen 150px|Sumpf-Siegwurz 4096
Sumpf-Siegwurz Gladiolus palustris Pflanzen Die ursprünglich für das Gebiet gemeldeten Arten Kammmolch, Kleine Flussmuschel, Dunkler Wiesenknopf-Ameisenbläuling und Bauchige Windelschnecke konnten nicht nachgewiesen werden.
Zusammenhängende Schutzgebiete Das FFH-Gebiet umfasst die Naturschutzgebiete Scheibensee, Felder See, Blauensee, Bohlweiher, Dietenberger Weiher, Quellmoore bei Englisreute, Gründlensee-Rötseemoos, Pfaumoos, Niggelmoos und Bei der Schleife, Sigrazhofer Ried, Neuhauser Moos-Nollenweiher, Arrisrieder Moos und Moore und Weiher um Brunnen.
Siehe auch Liste der FFH-Gebiete in Baden-Württemberg
Weblinks
Karte des Schutzgebiets im Daten- und Kartendienst der LUBW Standarddatenbogen für das FFH-Gebiet „Feuchtgebiete bei Waldburg und Kißlegg“
Einzelnachweise
Kategorie:FFH-Gebiet im Landkreis Ravensburg Kategorie:Schutzgebiet in Amtzell Kategorie:Schutzgebiet in Bad Wurzach Kategorie:Schutzgebiet in Bodnegg Kategorie:Grünkraut Kategorie:Schutzgebiet in Kißlegg Kategorie:Schutzgebiet in Leutkirch im Allgäu Kategorie:Geographie (Schlier, Gemeinde) Kategorie:Geographie (Vogt, Gemeinde) Kategorie:Schutzgebiet in Waldburg (Württemberg) Kategorie:Schutzgebiet in Wangen im Allgäu Kategorie:Geographie (Wolfegg) Kategorie:Schutzgebiet (Umwelt- und Naturschutz) in Europa Kategorie:Schutzgebietsgründung 2019