Das Ministerium für Kultus Baden-Württemberg (kurz Kultusministerium oder KM) ist eine Oberste Landesbehörde. Es ist eines von zwölf Ministerien in der Verwaltung des Landes Baden-Württemberg. Es hat seinen Sitz in der Landeshauptstadt Stuttgart.
Leitung Minister ist seit 2026 Andreas Jung (CDU). Staatssekretär ist seit 2026 Andreas Deuschle (CDU). Leitender Beamter und Amtschef ist ebenfalls seit 2026 Ministerialdirektor Manuel Geiger.
Geschichte Die Einrichtung des Ministeriums erfolgte mit der Gründung des Landes Baden-Württemberg am 25. April 1952 als Kultministerium unter Leitung von Gotthilf Schenkel.Meinrad Schaab, Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.) u. a.: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 4: Die Länder seit 1918. Hrsg. im Auftrag der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg. Klett-Cotta, Stuttgart 2003, ISBN 3-608-91468-4, S. 550 ff. (). Der Name geht auf einen Beschluss des Staatsministeriums Württemberg-Baden im September 1945 zurück, die Bezeichnung Kultminister beziehungsweise Kultministerium zu verwenden.LIT Verlag Münster: Umerziehung in der amerikanischen Besatzungszone. LIT Verlag Münster, 2004, ISBN 978-3-8258-7815-3, S. 54 (). Die Umbenennung in Kultusministerium erfolgte erst im August 1954. Bis 1978 hieß es offiziell nur Kultusministerium, anschließend Ministerium für Kultus und Sport. 1996 erfolgte die Umbenennung in Ministerium für Kultus, Jugend und Sport. Nach 30 Jahren wurde 2026 der heutige Name eingeführt. Die Zuständigkeit für den Sport ging im Zuge dessen auf das Landesentwicklungsministerium über, die Zuständigkeit für Jugend an das Sozialministerium und die Zuständigkeit für die Religionsangelegenheiten an das Innenministerium.
Geschäftsbereich Zum Geschäftsbereich des Kultusministeriums gehören:
Schulische Bildung und Erziehung, insbesondere allgemein bildende Schulen; berufliche Schulen; Elementarerziehung; Privatschulwesen; Lehrerausbildung in der zweiten Phase, Pädagogische Fachseminare, Lehrerfortbildung; Ausbildungs- und Prüfungsordnungen für die Lehrerausbildung und Durchführung der Lehramtsprüfungen; Bildungsforschung; Bildungsinformation und Bildungsberatung; Fernunterricht; überregionale und internationale kulturelle Angelegenheiten; Weiterbildung; Heimatpflege, Volksmusik und Laienkunst; Zentrale Anlaufstelle für das Ehrenamt; Landeskuratorium für Bürgerarbeit; sonstige Angelegenheiten im Bereich von Kultus, soweit nicht ein anderes Ministerium zuständig ist.
Sitz mini|Dienstgebäude des Ministeriums in der Thouretstraße 6 in Stuttgart Die Behörde hat ihren Sitz in Stuttgart. Seit 2012 ist sie im ehemaligen Postquartier in der Thouretstraße untergebracht. Zuvor waren die rund 400 Mitarbeiter über sechs Gebäude verteilt, unter anderem im Neuen Schloss.
Nachgeordnete Dienststellen Dem Kultusministerium Baden-Württemberg sind unter anderem folgende Dienststellen, Behörden und Einrichtungen unterstellt beziehungsweise zugeordnet beziehungsweise werden von diesem direkt oder indirekt beaufsichtigt:
Regierungspräsidien Abteilung 7 (Freiburg im Breisgau, Karlsruhe, Stuttgart, Tübingen) Seminare für Ausbildung und Fortbildung der Lehrkräfte und Pädagogische Fachseminare in Baden-Württemberg 21 Staatliche Schulämter Institut für Bildungsanalysen Baden-Württemberg (IBBW) Zentrum für Schulqualität und Lehrerbildung (ZSL) Landesmedienzentrum Baden-Württemberg mit Sitz in Karlsruhe und Stuttgart Schulbauernhof Pfitzingen
Historisch waren ihm folgende Behörden und Einrichtungen nachgeordnet:
Landesinstitut für Schulentwicklung (LS) mit Sitz in Stuttgart (früher Landesinstitut für Erziehung und Unterricht (LEU)) (aufgelöst 2019) Landesinstitut für Schulsport mit Sitz in Ludwigsburg (aufgelöst 2019) Landesakademie für Fortbildung und Personalentwicklung an Schulen mit mehreren Standorten (früher staatliche Akademien für Lehrerfortbildung) (aufgelöst 2019) Landesakademie für Schulkunst in Schloss Rotenfels (aufgelöst 2019) Internationales Institut für Berufsbildung in Mannheim (aufgelöst 2012)
Dipsy-Skandal um unbesetzte Lehrerstellen 2005–2025
Durch einen Fehler in der Verwaltungssoftware „dialogisierte integrierte Personalverwaltungssystem“ (Dipsy) blieben zwischen 2005 und 2025 in Baden-Württemberg mehr als 1000 Lehrerstellen unbesetzt, was zu Unterrichtsausfall bzw. Mehrarbeit durch Lehrkräfte führte. Zudem wurde es für das Abrutschen der baden-württembergischen Schülerinnen und Schüler in den vergangenen Jahren in sämtlichen Bildungsstudien von Spitzenplätzen ins untere Mittelfeld verantwortlich gemacht.Peter Gerhardt (Pseudonym): Unbesetzte Lehrerstellen: Das war keine Datenpanne!. In: golem.de vom 22. Juli 2025. Zuletzt abgerufen am 23. Juli 2025. Der Fehler blieb in Baden-Württemberg sowohl vom Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg, vom Landesamt für Besoldung und Versorgung Baden-Württemberg und vom Ministerium für Finanzen Baden-Württemberg unbemerkt. Laut offiziellem Abschlussbericht der eingesetzte Arbeitsgruppe Lehrerstellen wurden in den Jahren, in denen es verlässliche Daten gab, bis zu etwa 2.480 Lehrerstellen falsch als besetzt geführt, obwohl sie frei waren. Offizieller Abschlussbericht: Arbeitsgruppe Lehrerstellen Website Baden-Württemberg vom 15. Dezember 2025. Zuletzt abgerufen am 3. Februar 2026.
Siehe auch Landesregierung von Baden-Württemberg Landesjugendbeirat Baden-Württemberg
Weblinks Offizielle Webpräsenz
Einzelnachweise
Kultus Badenwurttemberg Badenw Kategorie:Behördengründung 1952 Kategorie:Behörde (Stuttgart) Kategorie:Stuttgart-Mitte